Arbeiten in Österreich

Österreich ist von der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 nicht verschont geblieben. Die Rezession scheint mittlerweile jedoch überwunden und durch das anziehende Wirtschaftswachstum hat sich auch die Arbeitsmarktsituation wieder deutlich entspannt. Im April 2011 lag die Arbeitslosenquote bei vergleichsweise geringen 6,5 Prozent, und von diesen günstigen Rahmenbedingungen profitiert auch der Bausektor, der zu den wichtigsten Branchen des Landes zählt. Nicht umsonst hat die STRABAG SE, eines der größten europäischen Bauunternehmen, ihren Sitz in der österreichischen Hauptstadt Wien. Umso verwunderlicher, dass deutsche Architekten in Österreich bislang eher selten aktiv werden. Dabei bietet das Land neben dem Vorteil, dass man keine Fremdsprache lernen muss, attraktive Arbeitsmöglichkeiten und eine hohe Lebensqualität. Zudem wird es deutschen Architekten und Bauingenieuren (die dort Ingenieurkonsulenten genannt werden) recht einfach gemacht, in Österreich tätig zu werden. Eine Niederlassung ist nicht erforderlich, es reichen der Nachweis einer Niederlassung in Deutschland, ein gegenseitig anerkanntes Diplom, mindestens dreijährige Praxiserfahrung und eine Bestätigung der Konkursfreiheit. In ganz Österreich wird für die kommenden Jahre ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem in den technischen Berufen erwartet. Dabei bieten die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Burgenland bessere Startbedingungen als die Hauptstadt Wien. Vor allem Spezialkenntnisse in den Bereichen Bausanierung und Tunnelbau sind stark nachgefragt. Allerdings sollte man sich darauf gefasst machen, dass man als deutscher „Piefke“ in Österreich auch auf Ablehnung stoßen kann, zumal die große Zahl deutscher Studierender an österreichischen (NC-freien) Universitäten gegenwärtig für heftige Kontroversen sorgt.

Jobsuche

Wer in Österreich einen Job sucht, erhält auf den Seiten des Österreichischen Arbeitsmarktservice für Arbeitssuchende (www.ams.at) komfortable Unterstützung. Hier finden sich neben freien Stellen auch allerhand nützliche Tipps und Hinweise rund um Bewerbung, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Natürlich kann man auch eine der zahlreichen Geschäftsstellen aufsuchen, die in allen größeren Städten des Landes zu finden sind. Auch sonst finden sich im Internet zahlreiche Möglichkeiten, sich über freie Stellen im Bereich Architektur und Bauingenieurwesen zu informieren. Ein interessantes Angebot bietet die Website www.austria-architects.com, wo nicht nur die Möglichkeit besteht, Jobangebote abzurufen, sondern auch ein eigenes Büroprofil anzulegen. Daneben gibt es dort auch allerlei Hinweise auf Wettbewerbe und interessante Veranstaltungen, die für das unerlässliche Netzwerken hilfreich sein können. Auf www.ingenieurweb.at finden sich neben Jobangeboten auch nützliche Tipps für Bewerbung und Vorstellungsgespräch.

Jobbörsen (Auswahl):

www.experteer.at
www.jobbrothers.com
www.jobkralle.at
www.jobsaustria.at
www.karriere.at
www.wegweiser.ac.at/topjobs/jobboerse/
(speziell für Akademiker)

Spezielle Jobbörsen für den Bausektor:

www.austria-architects.com
www.baujob.info
www.ingenieurweb.at

Praktika

Ausland oesterreichS72-74_1In Österreich unterscheidet man bei Praktika zwischen zwei Rechtsformen: Dienstnehmer oder Volontär. Als Dienstnehmer gehen Werkstudenten (Schülerinnen und Schüler oder Studierende) ein Dienstverhältnis ein. Dabei gelten die einschlägigen arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften. Als Volontär unterliegt man diesen Vorschriften nicht, darf aber im Betrieb mitarbeiten und sich etwas zeigen lassen. Betriebspraktika sind in Österreich nicht institutionalisiert wie in Deutschland. Generell sind für die Suche nach Praktikumsstellen viel Zeit, Ausdauer und Eigeninitiative gefragt. Einen guten Einstieg bietet die Website des Österreichischen Arbeitsmarktservice (www.ams.at). Hier findet man auch Sommerpraktika, die so genannten Ferialstellen. Eine lohnende Anlaufstelle auf der Suche nach Praktika in Österreich ist auch immer die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (www.zav-auslandsvermittlung.de).

Stellenanzeigen Printmedien

Überregionalen Tages- und Wochenzeitungen:

• Der Kurier, www.ingenieurweb.at
• Der Standard, www.derstandard.at
• Die Presse, www.diepresse.com
• Neue Kronen Zeitung, www.krone.at
• Wirtschaftsblatt, www.wirtschaftsblatt.at

Regionalzeitungen:
• Salzburger Nachrichten (Salzburg),
www.salzburg.com (Rubrik Karriere)
• Kleine Zeitung (Kärnten, Steiermark),
www.kleinezeitung.at
• Wiener Zeitung, www.auftrag.at
(kostenpflichtiges Portal)

Bewerbung

Grundsätzlich gelten für die Bewerbung in Österreich die gleichen Regeln wie in Deutschland. Zu den Bewerbungsunterlagen gehört neben Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen immer ein Bewerbungsfoto. Allerdings sollte man beim Thema Gehalt größte Zurückhaltung walten lassen. Es kommt meist erst während des Bewerbungsgesprächs zur Sprache und dann auch erst durch den Personalverantwortlichen. Eigene Vorstöße in dieser Hinsicht werden höchst ungern gesehen. Die Probezeit beträgt generell einen Monat. Initiativbewerbungen versprechen besonders großen Erfolg, weil dadurch der Wille deutlich wird, gezielt in einem fremden Land zu arbeiten. Adressen österreichischer Betriebe finden sich unter www.herold.at, dem österreichischen Pendant zu den Gelben Seiten. Auf www.bauseiten.at präsentieren sich zahlreiche Bauunternehmen mit Kontaktdaten und direkten Links zu den jeweiligen Homepages.

EinreiseformalitätenAusland oesterreichS72-74_1

Arbeitnehmer aus EU-Staaten können mit gültigem Personalausweis einreisen, müssen sich und ihre Familienangehörigen jedoch binnen einer Frist von drei Tagen bei der zuständigen Behörde anmelden. Als ausländischer Arbeitnehmer ist man in Österreich steuer- und sozialversicherungspflichtig. Im Unterschied zu Deutschland darf man die Krankenkasse nicht frei wählen, sondern wird vom Arbeitgeber angemeldet. Die Beiträge zur Krankenversicherung sind deutlich geringer, dafür muss viel zugezahlt werden. Es wird daher empfohlen, eine private Zusatzversicherung abzuschließen.

Nützliche Links:

Leben und Arbeiten in Österreich

• Österreichische Botschaft in Berlin,
www.oesterreichische-botschaft.de

• Deutsche Handelskammer in Österreich,
www.oesterreich.ahk.de

• Bundeskammer der Architekten und
Ingenieurkonsulenten, www.arching.at

Die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

Architekten und Ingenieurkonsulenten (Bauingenieure) werden in Österreich unter dem Oberbegriff „Zivilkonsulenten“ zusammengefasst und gemeinsam durch die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten vertreten (http://arching.at). Wer in Österreich als Architekt tätig werden will, muss in Deutschland kammerrechtlich befugt sein und dies der österreichischen Kammer anzeigen. Eine Niederlassung oder Hinzuziehung eines Kontaktarchitekten ist nicht erforderlich. Zur Bürogründung ist darüber hinaus der Nachweis erforderlich, dass der Architekt über die einschlägigen Rechtsvorschriften sowie über das Berufs- und Standesrecht in Österreich informiert ist. Die entsprechende Prüfung kann bei der Bundeskammer abgelegt werden. ■

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