Unternehmen Bewerbung: Erste Schritte

Den Königsweg zum ersten Job gibt es nicht. Berufseinsteiger haben jedoch viele Möglichkeiten, die Chancen auf einen Arbeitsplatz zu verbessern. Nach Einschätzung von Experten scheitern rund zwei Drittel der Mitbewerber an Formalitäten. Ein großer Teil gibt fehlerhafte oder unvollständige Bewerbungsunterlagen ab oder erfüllt nicht die Anforderungen in den Stellenanzeigen. Wer zum anderen Drittel gehören möchte, muss Zeit und Geduld investieren. Denn das Unternehmen „Bewerbung“ will gut vorbereitet sein.

Der erste Schritt: Unternehmerisch denken

Es mag paradox klingen: Sie haben in diesem Moment eigentlich nicht vor, sich selbstständig zu machen und eine Firma zu gründen, vielmehr möchten Sie sich um einen Arbeitsplatz bewerben. Trotzdem folgt nun der Rat, auch bei einer Bewerbung genau wie ein Unternehmer zu handeln, denn die Spielregeln sind auf beiden Gebieten genau dieselben. Unternehmer verkaufen ein Produkt oder eine Leistung, sie analysieren den Markt und kümmern sich um zufriedene Kunden. Erfolgreiche Bewerber tun im Grunde genommen dasselbe: Sie „verkaufen“ einem Arbeitgeber – dem „Kunden“ – ihre Arbeitskraft und bekommen als Gegenleistung ein Gehalt. Wenn sie sich bei einem potenziellen Arbeitgeber vorstellen, treten sie nicht wie ein Bittsteller auf, sondern wie eine kleine Ich-AG. Sie wecken Vertrauen und Sympathie und hinterlassen das Gefühl: „Ich bringe der Firma Vorteile, mit mir kann man gut zusammenarbeiten.“

Selbstanalyse: Was kann ich?

Wer sich auf dem Markt behaupten will, muss etwas anzubieten haben. Bevor Sie den Stellenmarkt durchforsten, sollten Sie Ihr „Angebot“, sprich Ihre Fähigkeiten, analysieren. Was kann ich gut, wo bin ich sogar besser als andere? In welchen Bereichen habe ich schon während des Studiums Praxiserfahrung gesammelt? Jedes Praktikum, jeder „Hiwi-Job“ und jede freie Mitarbeit in einem Ingenieur- oder Architekturbüro zählten. Es bietet sich an, hier tatsächlich eine stichwortartige Liste Ihrer positiven Eigenschaften zu erstellen. Bedenken Sie dabei nicht nur Begabungen in verschiedenen Studienfächern oder besonderes technisches Know-how. Da Sie als Berufsanfänger logischerweise noch nicht über langjährige Erfahrungen verfügen können, wird Sie ein Arbeitgeber nach Ihren persönlichen Stärken wie Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Teamfähigkeit beurteilen.

Wichtig ist, dass Sie nicht einfach behaupten, ein starkes Rückgrat zu haben oder zuverlässig zu sein. Überlegen Sie sich Argumente, mit denen Sie beweisen können, dass Sie diese Qualitäten tatsächlich besitzen. Haben Sie Ihr Studium vielleicht selbst finanziert, in kurzer Zeit absolviert oder im Ausland ergänzt? Dann wird Ihnen jeder abnehmen, dass Sie ein zielstrebiger Mensch sind.

Puzzlespiel der Selbsterkenntnis

Kaum jemand kann von sich behaupten, nur gute Eigenschaften in sich zu vereinen. Um sich ein realistisches Bild von seinen Stärken machen zu können, muss man sich auch über seine Schwächen klar werden. Schwächen gehören nicht ins Bewerbungsschreiben oder ins Vorstellungsgespräch. Im stillen Kämmerlein besitzen sie jedoch eine entscheidende Rolle im Puzzlespiel der Selbsterkenntnis. Nur wer sich selbst gut einschätzen kann, ist im wahrsten Sinne des Wortes „selbstbewusst“ und wirkt auf andere Menschen überzeugend. Lassen Sie sich Zeit bei der Beantwortung dieser Fragen, ziehen Sie auch ruhig Menschen Ihres Vertrauens zu Rate, die Ihnen ehrlich Auskunft über Ihre Stärken und Schwächen geben.

Ein Ziel vor Augen haben

In einem weiteren Schritt sollten Sie sich Ziele stecken. Was möchte ich eigentlich, wo will ich hin? Es liegen über dreißig Jahre Berufsleben vor Ihnen. Ihre Wünsche sollten Sie nicht unter den Teppich kehren, denn wer Spaß bei der Arbeit hat, ist motivierter und damit leistungsfähiger. Bleiben Sie dabei aber stets realistisch und ehrlich sich selbst gegenüber. Lassen sich diese Ziele mit dem, was ich kann, verwirklichen? Was muss ich noch lernen oder tun, um meine Ziele zu erreichen? Am Anfang Ihres Berufslebens werden Sie ohnehin erst einmal einige „Kröten“ schlucken müssen. Denn wie alle Welt weiß, sind die Aussichten vor allem für junge Architekten nicht gerade rosig. Da ist es sinnvoller, erst einmal den Einstieg zu schaffen und Erfahrungen in einem Job zu sammeln, der einem vielleicht nicht 100-prozentig liegt. Mit Kreativität und guten Ideen erreichen Sie Ihre Ziele auch auf Umwegen. Beides haben Sie bereits im Studium bewiesen, sonst hätten Sie jetzt kein Abschlusszeugnis in der Hand.

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