Stichwort: Eltern- und Kindergeld

Eine Offensive für mehr Kinder – so versteht die Bundesregierung das Elterngeld. Am 1. Januar 2007 startete diese staatliche Lohnersatzzahlung und löste das Erziehungsgeld ab. Besonders Erwerbstätige mit hoher Berufsqualifikation sollen vom neuen System profitieren – also auch Bauingenieure und Architekten. Die Höhe des Elterngelds richtet sich dynamisch nach dem Einkommen vor der Geburt – je besser Antragstellende bis dahin verdienen, desto höher fallen danach die Ersatzleistungen vom Staat aus. Das Elterngeld beläuft sich auf rund zwei Drittel der vormaligen Einkünfte, finanzielle Einbußen werden so abgefedert. Damit sollen auch Väter in guten Positionen dazu ermuntert werden, ihren Job zugunsten des Nachwuchses an den Nagel zu hängen – zumindest für ein paar Monate. Eine solche Entscheidung bedeutete früher oft massive Einkommensverluste: Das Erzieh­ungsgeld belief sich auf einen Festbetrag, zuletzt 300 Euro im Monat. Für viele Väter ein stärkeres Argument mehr, nicht zu Hause zu bleiben und sich um die Kinder zu kümmern: Männer verdienten und verdienen meist besser als ihre Frauen, selbst bei gleicher Tätigkeit. Gönnten sich früher also die Väter eine Babypause, sank das Einkommen der Familie meist drastisch. Solche Einbußen treten durch das Elterngeld nicht mehr auf. Allerdings ist der Maximalbetrag gedeckelt: Berücksichtigt werden nur Einkommen von bis zu 2.700 Euro im Monat. Wer vor der Entbindung mehr verdient, erhält danach dennoch nicht mehr als den Höchstsatz von 1.800 Euro. Auch wer wenig verdient oder gar kein eigenes Einkommen hat, profitiert von der neuen Regelung. Gleichgültig, wie klein die Einkünfte vor der Geburt waren: Das Elterngeld beträgt grundsätzlich mindestens 300 Euro. Alle Väter und Mütter können bis zu 14 Monate lang Elterngeld beziehen, wenn sie nach der Geburt ihre Kinder betreuen. Neben der Erziehung darf sogar gearbeitet werden, allerdings nicht mehr als 30 Stunden pro Woche. Wer wie lange vom Beruf aussetzt – das bleibt den Eltern selbst überlassen. Die volle Zahlungsdauer von 14 Monaten wird jedoch nur bewilligt, wenn sich beide Partner beteiligen, für mindestens zwei der insgesamt 14 Monate. Natürlich erhalten auch Alleinerziehende Elterngeld.

Obwohl die Prinzipien des Elterngelds bundesweit gelten: Die konkrete Abwicklung ist eine föderale Aufgabe, die Zuständigkeiten für die Anträge variieren von Bundesland zu Bundesland. Unabhängig davon, welches Amt das Elterngeld bewilligt und auszahlt: Meist verteilen die Behörden nicht nur die Formulare, sondern beraten auch eingehend. Damit die Höhe des Anspruchs ermittelt werden kann, müssen Antragstellende nachweisen, welches Einkommen sie in den 12 Monaten vor der Geburt erzielten. Für Angestellte in der Regel kein großer Aufwand: Sie reichen einfach Arbeitsvertrag und Steuerbescheid ein. Für Freiberufler und Selbständige kann das Elterngeld jedoch zur Fleißaufgabe werden. Häufig müssen sie neben den Steuererklärungen der zurückliegenden zwei Jahre auch aktuelle Abrechnungen vorlegen – die Ämter wollen sichergehen, dass sich die Einnahmen nicht kurzfristig nach unten und damit zu Gunsten des Staates verändert haben.

Über das Elterngeld hinaus steht Familien Kindergeld zu: derzeit 154 Euro monatlich für das erste, zweite und dritte Kind, 179 für jedes weitere. In finanziell schwierigen Situationen zahlt der Staat auch weitergehende Leitungen, zum Beispiel Zuschüsse zu Miete und Heizung.

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