Stichwort: Baby- und Kinderbetreuung

Wohin mit den Kleinen, während Mama und Papa arbeiten? In der Theorie stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Wahl, in der Praxis müssen sich Eltern zumindest in westdeutschen Ballungsräumen auf intensive Suche und lange Wartelisten einstellen. Außerdem ist Kinderbetreuung kein Gratisangebot: Für einen ganztägigen (subventionierten!) Krippenplatz werden Gebühren von 65 bis 450 Euro im Monat fällig – abhängig vom Wohnort. Die Beträge sind mitunter nach dem Einkommen der Eltern gestaffelt. Private Einrichtungen können im Vergleich deutlich teurer kommen, bis zu 1.200 Euro monatlich.

Kinderkrippe, Krabbelgruppe: Hier werden die ganz Kleinen bis zum Alter von drei Jahren betreut. Kinderkrippen sind selten völlig selbständig, häufig bilden sie einen Teil größerer Kindertagesstätten.

Kindermädchen, Kinderfrau: Der Mercedes unter den Betreuungsangeboten: Eine (meist weibliche) Hausangestellte exklusiv für die Betreuung der eigenen Kinder. Sie beschäftigt die Kinder ihrer Auftraggeber nicht nur, sondern übernimmt häufig auch Bildungsaufgaben. Bisweilen wohnen Kindermädchen im Haushalt der betreuten Familie. Dieser Service hat allerdings seinen Preis: Bei sechs bis neun Euro die Stunde liegen die Sätze durchschnittlich.

Tagesmütter, Tagespflege: Tagesmütter (und seltener auch Tagesväter) betreuen fremde Kinder im Haushalt der Auftraggeber oder in den eigenen vier Wänden – hier bisweilen zusammen mit dem eigenen Nachwuchs, manchmal kommen sie auf Gruppen von bis zu fünf Kindern. Trotzdem sind in der Tagespflege sehr individuelle Absprachen möglich – angefangen bei Zeit und Umfang bis hin zu speziellen Bedürfnissen der zu Betreuenden. Tagesmütter und -väter sind meist keine ausgebildeten Pädagogen, haben aber meist eigene Kinder erzogen, etliche sind von Jugendämtern auf Eignung geprüft. Tageseltern schlagen mit drei bis sieben Euro pro Stunde zu Buche, abhängig vom Wohnort.

Kindergarten: Der Klassiker der Kinderbetreuung in Deutschland. Meist werden Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung betreut – worauf Eltern auch einen gesetzlichen Anspruch haben. Träger sind häufig Kommunen, aber auch kirchliche und andere Organisationen. Philosophie, Ausstattung und Gruppengröße variieren, ebenso die Betreuungszeiten: Einige Einrichtungen öffnen nur vormittags, andere den ganzen Tag über.

Elterninitiative, Kinderladen: In der Not ist Eigeninitiative gefragt: Das mancherorts lückenhafte Betreuungsangebot brachte Eltern dazu, sich zusammenzuschließen und eigene Einrichtungen auf die Beine zu stellen, angefangen bei den Räumlichkeiten über die pädagogische Ausrichtung bis hin zum Personal. Angestrebt sind Angebote, die mit gängigen Kindertagesstätten vergleichbar sind. Aber: Meist bringen die Initiativen keine ausreichenden Finanzmittel auf, oft ist Eigenengagement in der Küche oder in der Betreuung gefragt – was manche Berufstätige durchaus vor Zeitprobleme stellt.

Hort: Diese Einrichtungen betreuen in der Regel Grundschüler bis zur 4. Klasse nach Unterrichtsschluss, häufig bis 16 Uhr, manchmal auch länger. Meist können die Kinder hier auch zu Mittag essen. Danach liegt der Schwerpunkt auf Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung.

(Kinder-) Tageseinrichtung, Tagesstätte, „Kita“: Einerseits Sammelbegriff für unterschiedliche Betreuungsformen, andererseits Bezeichnung für solche Einrichtungen, die sowohl Krippe, Kindergarten als auch Hort gleichzeitig umfassen. Wie in allen anderen Einrichtungen arbeitet hier pädagogisches Fachpersonal.

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