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Arbeiten in den Niederlanden

Klicktipp

Manuel Schupp Niederlande architektArchitekt Manuel Schupp erzählt, wie es sich als Deutscher in den Niederlanden arbeiten lässt.

Auch an den Niederlanden ist die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch wurde der Arbeitsmarkt dank hohen Kündigungsschutzes und flexibler Arbeitszeitreglungen weitaus geringer in Mitleidenschaft gezogen als in anderen Ländern. Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2010 mit vier Prozent (7,3 Prozent bei den Jugendlichen) auf dem niedrigsten Stand aller EU-Länder. Obwohl sich der Wohnungsbausektor nur langsam von der Krise erholt, mangelt es der Bauwirtschaft an qualifizierten Fachkräften. Insofern sind die Niederlande für arbeitssuchende Architekten und Bauingenieure ein lohnendes Ziel, zumal der Mangel an heimischen Absolventen in den technischen Studiengängen die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter verstärken dürfte. Auch die Karrierechancen für Frauen sind hier besser als in vielen anderen Ländern.
Die Lebenshaltungskosten und Gehälter liegen in etwa auf deutschem Niveau, dafür sind deutlich weniger Steuern und staatliche Abgaben abzuführen. Allerdings unterliegen die Verdienstmöglichkeiten starken regionalen Schwankungen: In den Ballungsgebieten um die Großstädte Amsterdam, Den Haag und Rotterdam sind die Bezüge überdurchschnittlich. Hier finden sich auch die meisten freien Stellen.

Jobsuche
Printmedien

Einen Blick in den Stellenteil der großen niederländischen Tages­zeitungen sollte man in jedem Fall werfen. Einige verfügen über eigene Jobbörsen im Internet oder arbeiten mit großen Online-Anbietern zusammen.

• NRC Handelsblad, www.nrccarriere.nl
• De Volkskrant, www.vkbanen.nl
• De Telegraaf, http://vacaturekrant.nl
• Algemeen Dagblad, arbeitet zusammen mit www.jobtrack.nl

Die Wochenzeitschrift „Intermediair“ richtet sich gezielt an Hoch­schul­ab­sol­venten und enthält neben vielen Stellen­anzeigen auch Artikel zu Be­wer­bungs­themen und Gehalts­übersichten (www.intermediair.nl).

Die Möglichkeiten zur Suche nach einem geeigneten Arbeits­platz sind in den Nieder­landen außerordentlich vielfältig. Die öffentliche Arbeits­vermittlung UWV WERKbedrijf (www.werk.nl) bietet ein umfangreiches Stellen­angebot in nieder­ländischer Sprache. Daneben stehen über 200 lokale Arbeits­ämter (arbeidsbureaus) mit regional aus­gerichtetem Angebot zur Ver­fügung (www.nederland-web.nl/r/Arbeidsbureaus/). Zusätzlich gibt es vor Ort weitere 18 „Jobcenters“ sowie so genannte „Topcenters“ speziell für Hochschulabsolventen.
Der Zeitarbeitsmarkt spielt in den Niederlanden eine wesentlich größere Rolle als bei uns. Entsprechend groß sind die Angebote der „Uitzendbureaus“, die selbst als Arbeitgeber in Erscheinung treten und ihre Mitarbeiter an andere Unternehmen ausleihen (www.uitzendbureau.nl). Ebenfalls im Zeitarbeitssektor tätig sind die so genannten „Bemiddelingsbureaus“, die als reine Vermittlungsagenturen auftreten.
Basierend auf dem Netzwerkgedanken werden an den Hochschulen gegenwärtig die „Careers Services“ stark ausgebaut. So organisiert die Studentenorganisation AIESEC (www.aiesec.nl) jedes Jahr zwischen Dezember und April Firmenkontaktmessen in verschiedenen Städten. Auch der „Intermediair Carrieredag“ (im Februar/März in Amsterdam) der Wochenzeitschrift „Intermediair“ bietet gute Möglichkeiten, berufliche Kontakte zu knüpfen (www.intermediair.nl).
Um keine böse Überraschung zu erleben, sollte man vor Beginn der Jobsuche prüfen lassen, ob das deutsche Diplom in den Niederlanden voll anerkannt wird. Auskunft erteilt unter anderem die Netherlands Organization for International Cooperation in Higher Education (www.nuffic.nl).

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Foto: pixabay/PublicDomainPictures

Praktika

In den Niederlanden sind Praktika außerhalb der Berufs- beziehungsweise Hochschulausbildung eher unüblich. Trotzdem ist es mit entsprechender Eigeninitiative möglich, eine entsprechende Stelle zu ergattern. Wertvolle Hilfe leistet dabei das Portal http://stage.startpagina.nl: Es bietet einen zentralen Zugang zu über 30 niederländischen Praktikumsdatenbanken und Unternehmen, die regelmäßig Praktikumsplätze anbieten. Für besonders qualifizierte Fachkräfte gibt es auch Praktikumsangebote unter www.roc.nl.

Bewerbung
Jobbörsen

(Stellenangebote überwiegend in niederländischer Sprache):
www.askjim.nl
www.internetvac.nl
www.backinjob.nl
www.jobstoday.nl

Viele Unternehmen und Institutionen veröffentlichen zudem Stellenanzeigen auf ihren Websites.

Die Niederlande sind eines der wenigen Länder, in denen man auch ohne Kenntnisse der Landessprache gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, da in größeren Unternehmen meist Englisch als Arbeitssprache gepflegt wird. Entsprechend ist auch die Bewerbung nicht unbedingt auf Niederländisch abzufassen, sondern in (korrektem) Englisch.
Eine Reihe von Tipps zur Bewerbung im Ausland hat die Bundesagentur für Arbeit unter www.ba-auslandsvermittlung.de in der Rubrik „Arbeitnehmer“ zusammengestellt.

Allgemein richten sich niederländische Bewerbungsunterlagen eher nach amerikanischem Vorbild, das heißt ein kurzes, schnörkelloses Anschreiben, in dem das Interesse an der ausgeschriebenen Stelle bekundet wird, sowie ein maximal zweiseitiger Lebenslauf ohne Datum und Unterschrift. Zeugnisse und Bewerbungsfotos werden üblicherweise nicht verlangt. Das Anschreiben kann ruhig etwas lockerer formuliert sein, allerdings nicht zu flapsig. Im Lebenslauf werden detaillierte Angaben zum Ausbildungsverlauf (auch besondere Kurse, Zusatzqualifikationen, spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten) erwartet. Auf die Nennung von Hobbys und Freizeitaktivitäten wird großer Wert gelegt. Bewirbt man sich um einen höher qualifizierten Posten, sollten Referenzen beigefügt werden.
Oft geht der Einladung zum Bewerbungsgespräch ein telefonisches Interview voraus. Im eigentlichen Gespräch will man nämlich lieber testen, wie aktiv sich der Bewerber einbringt. Rückfragen sind gerne gesehen und auch sinnvoll, zum Beispiel wenn es um die betriebliche Altersvorsorge geht, die angesichts der niedrigen gesetzlichen Renten in den Niederlanden eine wichtige Rolle spielt.

Einreiseformalitäten

Bundesbürger unterliegen als Angehörige eines EU-Staates keinerlei Beschränkungen auf dem niederländischen Arbeitsmarkt, eine Arbeitserlaubnis wird automatisch erteilt. Will man in den Niederlanden auch wohnen, ist gleich nach der Einreise eine Registrierung bei der niederländischen Fremdenpolizei (Vreemdelingenpolitie) erforderlich. Eine Aufenthaltsberechtigung kann, auch wenn sie nicht zwingend benötigt wird, in bestimmten Fällen von Nutzen sein: Manchmal fragen Arbeitgeber danach, bevor sie einen Vertrag mit einem Arbeitnehmer abschließen, aber auch Banken, wenn ein Konto eröffnet werden soll. Sie kann bei der Einwanderungsbehörde des Bürgeramtes (Burgerzaken) der Wohngemeinde beantragt werden.

Die niederländische „Architektenkammer“
Nützliche Links

• Portal der niederländischen Botschaft
in Berlin, www.niederlandeweb.de
• Deutsch-niederländische Industrie- und
Handelskammer, www.dnhk.org
• Niederländische „Architektenkammer“,
www.bna.nl
• Königlich-Niederländischer Ingenieur-
verein KIVI NIRIA, www.kiviniria.net

Der „Bond van Nederlandse Architecten (BNA)“ (www.bna.nl) fungiert ähnlich wie der BDA als Interessenverband der niederländischen Architekten und übernimmt eine wichtige Rolle bei den Tarifverhandlungen. Aufnahmevoraussetzung ist ein gebührenpflichtiger Eintrag in das Architektenregister (www.architectenregister.nl). Dieser lohnt sich schon deshalb, weil nur registrierte Architekten bei öffentlichen Bauaufträgen berücksichtigt werden.
Ungeachtet dessen hat in den Niederlanden jeder Bürger das Recht, einen Bauplan einzureichen, um ihn baupolizeilich prüfen und genehmigen zu lassen, wobei zahllose Interessenvertreter ein Mitbestimmungsrecht besitzen und Architekten bei der Ausführung ihrer Entwürfe vergleichsweise wenig Einflussmöglichkeiten haben. Planungssicherheit wie in Deutschland ist daher eher die Ausnahme.

Der Königlich-Niederländische Ingenieurverein KIVI NIRIA

Mehr als 25.000 Ingenieure und Ingenieurstudenten sind im „Koninklijk Instituut Van Ingenieurs (KIVI NIRIA)“ (www.kiviniria.net) zusammengeschlossen. Der Berufsverband ist in 38 technische Abteilungen untergliedert sowie in eine Abteilung für Jungingenieure, eine für Studenten und 16 Regionalgruppen. Die Mitgliedschaft in bis zu zwei Abteilungen ist kostenlos und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten zur Netzwerkbildung, unter anderem bei einer der über 600 jährlichen Veranstaltungen und Tagungen des Vereins. Außerdem bietet KIVI NIRIA Beratung und Hilfe für ausländische Ingenieure, die sich in den Niederlanden beruflich orientieren möchten. Dank eines Partnerschaftsabkommens können auch Mitglieder des VDI die Angebote des Königlich-Niederländischen Ingenieurvereins in vollem Umfang nutzen.■

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