Manuel Schupp Niederlande architekt

Wie arbeitet es sich in den Niederlanden, Herr Schupp?

TALIS fragte Manuel Schupp, Geschäftsführender Gesellschafter bei Wilford Schupp Architekten, Zürich, wie es sich als Architekt in den Niederlanden arbeiten lässt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ins Ausland zu gehen?

Manuel Schupp: Wir sind ein deutsch-englisches Architekturbüro und haben daher schon immer internationale Projekte realisiert. Interessante Projekte in aller Welt reizen uns, da sie den persönlichen Horizont erweitern und zeigen, dass in der Welt mit sehr unterschiedlichen Herangehensweisen geplant und gebaut wird.

Warum haben Sie sich gerade die Niederlande ausgesucht, um dort zu arbeiten?

Manuel Schupp: Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den Niederländern und uns. Insbesondere sind die hohen Erwartungen an ausgeprägte architektonische Qualität etwas, das die generelle gebaute Qualität in diesem Land sehr hoch macht. Nach dem Wettbewerbserfolg für die Erweiterung des „Friedenspalasts“ in Den Haag war dies ein besonderer Ort, mit einer besonderen Aufgabe, die eine außergewöhnliche Architektur erlaubte.

Was gefällt Ihnen besonders an den Niederlanden?

Manuel Schupp: Hohes Qualitätsbewusstsein gepaart mit einer hohen Innovationskraft. Die Niederlande scheinen mir eines der modernsten und tolerantesten Länder in Europa zu sein, die zudem den Blick für die Zukunft nie aus den Augen verlieren.

Woran mussten Sie sich erst gewöhnen?

Manuel Schupp: Dass uns in den Niederlanden ähnlich wie in England und Polen erst einmal nicht die größten Sympathien entgegengebracht werden. Dies ist begründet in unserer Geschichte, hat aber bis heute noch emotionale Auswirkungen, die man nicht unterschätzen darf. Es bedarf deshalb besonderer Diplomatie, im Planungsprozess zu führen, ohne besserwisserisch deutsch dazustehen.

Welchen Tipp geben Sie jungen Architekten, die in den Niederlanden arbeiten möchten?

Manuel Schupp: Offen zu sein für die Denkweise der anderen und zu bemerken, dass es auch Unterschiede in der Ausbildung zwischen beiden Ländern gibt. Die jungen Kollegen dort sind wesentlich experimenteller und unabhängiger von Sachzwängen. ■

www.wilfordschupp.de

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