„Hosen runter und Kante zeigen!“

„Hosen runter und Kante zeigen!“

von Ute Schroeter

Wer sich bewirbt, möchte sich von seiner besten Seite präsentieren. Doch das Motto „Mehr Schein als Sein“ führt nach Erfahrungen von Dr. Bernd Slaghuis selten zum Erfolg. Der Kölner Karrierecoach plädiert schon seit vielen Jahren für mehr Ehrlichkeit auf beiden Seiten im Bewerbungsprozess. Wir fragten ihn inmitten der Corona-Krise, warum Bewerber „Kante zeigen“ sollten.


Dr. Bernd Slaghuis, Karrierecoach

Kontakt: www.bernd-slaghuis.de

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Herr Dr. Slaghuis, während wir miteinander telefonieren, hat ein kleiner Winzling namens „Corona“ das Arbeitsleben im Griff. Lohnt es sich derzeit überhaupt, sich zu bewerben?

Dr. Bernd Slaghuis: Die Unternehmen führen durchaus Bewerbungsgespräche, trotz Corona-Krise, zwar nicht persönlich, aber doch über Video-Call. Einige meiner Klienten haben erst während der Krise angefangen, sich zu bewerben und berichten mir von positiven Vorstellungsgesprächen, einzelne haben jetzt schon einen Arbeitsvertrag in der Tasche. Es lohnt sich also, weiterhin in Stellenportalen nach interessanten Angeboten zu suchen und sich zu bewerben. Ich höre allerdings auch von Fällen, bei denen der Bewerbungsprozess auf Eis gelegt wurde und sich Arbeitgeber überlegen, die Stelle vielleicht gar nicht mehr zu besetzen.

Sie beraten seit über neun Jahren Klienten bei der Bewerbung und beruflichen Neuorientierung. Ist das Interesse mit der Krise an diesen Themen gestiegen?

Dr. Bernd Slaghuis: In den ersten Wochen der Krise sind die Anfragen fast auf null heruntergegangen, doch seit Ostern beobachte ich einen massiven Anstieg, teilweise höher als im Januar, der mit den Neujahrsvorsätzen erfahrungsgemäß immer ein hohes Interesse an diesen Themen bewirkt. Ich sehe, dass jetzt im Homeoffice viele zur Ruhe gekommen sind und sich bewusst gemacht haben, was im Beruf und im Leben wirklich zählt. Für viele fühlt es sich plötzlich fremd an, nach wochenlangem Arbeiten im Homeoffice wieder ins Büro zu gehen und wieder inmitten der alten Routinen zu sein. Und dem einen oder anderen kommen dabei Zweifel, ob der aktuelle Job für die Zukunft noch passt. Einige spielen sogar mit der Idee einer Kündigung, was man sich allerdings in der derzeitigen Situation gut überlegen sollte.

Wird das Virus den Bewerbungsprozess verändern?

Dr. Bernd Slaghuis: Vorstellungsgespräche über Video-Calls waren auch schon vor der Krise üblich, gerade bei größeren Unternehmen und Konzernen. Dort gehört auch das Telefoninterview vorab häufig zum Standardprozess. Meines Erachtens wird es immer normaler, sich auf diese Weise zum ersten Mal zu beschnuppern. Ich bin jedoch der Meinung, dass auch in Zukunft wieder persönliche Gespräche geführt werden sollten, um auf beiden Seiten einen echten Eindruck zu bekommen. Schließlich lässt sich im Video-Call durch das kleine Bildschirmfenster nicht immer alles so transportieren, wie es im direkten Kontakt möglich ist. Daher hoffe ich doch sehr, dass persönliche Gespräche bald wieder stattfinden können.

Um das Thema Bewerbung ranken sich viele Mythen. Welche begegnen Ihnen in Ihrer Praxis immer wieder?

Dr. Bernd Slaghuis: Es sind vor allem formale Vorschriften, die Bewerber meinen erfüllen zu müssen, zum Beispiel dass ein Lebenslauf nur maximal zwei Seiten lang sein darf oder sie sich nur auf Jobs bewerben dürfen, die zu hundert Prozent auf ihr Profil passen. Auch im Vorstellungsgespräch bis zum Ende warten zu müssen, bis man Fragen stellen darf, ist ein Mythos, der so heute nicht mehr gilt. Viele glauben, dass sie bestimmten Erwartungen gerecht werden müssen, und vergessen dabei, auf sich selbst zu schauen. Mein Motto lautet ja „Bewerber, zeigt Kante“. In meinem Blog habe ich es mal etwas plastischer mit „Bewerber, lasst die Hosen runter“ dargestellt. Ich habe diesen Grundsatz selbst lange hinterfragt und spüre jedes Mal im Coaching harten Gegenwind von Bewerbern: „Ist das nicht zu gefährlich?“, fragen mich viele. Doch meine Erfahrungen über die Jahre zeigen eindeutig, dass es genau diese Klarheit ist, die die Einladungsquote von Bewerbern erhöht. Je greifbarer sie sich gegenüber Arbeitgebern und ihren Recruitern machen, umso größer die Chance, dass es am Ende wirklich passt, und umso entspannter sind die Gespräche. Schließlich ist „Hosen runter lassen“ auch ein erster Vertrauensbeweis. Aus diesem Grund bin ich ein totaler Verfechter des Anschreibens, von dem ja auch viele glauben, dass es überflüssig sei. Sowohl Bewerber als auch Arbeitgeber würden sich keinen Gefallen tun, das Anschreiben abzuschaffen. Jeder Lebenslauf ist Vergangenheit, erst das Anschreiben kann Klarheit über eine gemeinsame gute und gesunde Zukunft schaffen.

Was muss ich tun, um mich zeitgemäß zu bewerben?

Dr. Bernd Slaghuis: Im ersten Schritt sollten Sie für sich selbst Klarheit schaffen. Was ist Ihnen im Job wirklich wichtig? Was sind Ihre Ziele, sowohl im Privatleben als auch im Beruf? Welche Ihrer persönlichen Werte müssen erfüllt sein und was ist für Sie ein passendes Arbeitsumfeld bei einem Arbeitgeber? Erst wer diese eigene Klarheit hat, kann auch mit der Bewerbung Klarheit schaffen und sich greifbar machen. Nach dieser wichtigen Vorarbeit lässt sich sehr viel leichter der Lebenslauf ausarbeiten und eine gute Story mit dem Anschreiben vermitteln. Dabei finde ich es wichtig, dass der Leser den Lebenslauf schnell erfassen und sich ein gutes Bild von dem beruflichen Werdegang der letzten Jahre machen kann. Neben der Aufzählung von beruflichen Stationen sollte der Lebenslauf auch Erfahrungswissen enthalten, also über die Darstellung der operativen Tätigkeiten hinausgehen.

Was meinen Sie genau mit „Erfahrungswissen“?

Dr. Bernd Slaghuis: Ich meine damit zum Beispiel die Beschreibung von Sonderthemen, die man beim alten Arbeitgeber bearbeitet hat. Wichtig ist auch zu verdeutlichen, auf welchen Ebenen man sich bewegt hat, also ruhig auch reinschreiben, wer mit einem am Tisch gesessen hat. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob ein Projektmanager das Bild vermittelt, einsam im Büro Exceltabellen bearbeitet zu haben, oder ob klar wird, dass derjenige hin und wieder auf Geschäftsführerebene Themen präsentiert oder bei Entscheidungsprozessen einbezogen worden ist. Neulich habe ich einen Klienten – einen Mathematiker – darauf hingewiesen, dass ich beim Lesen seines Lebenslaufes kein Wort verstanden habe und, was noch schlimmer ist, kein Bild im Kopf hatte. Ich habe ihm geraten, den Lebenslauf so zu schreiben, dass ich ihn dort arbeiten sehen kann. Mit dem Umstellen des Lebenslaufes hat er es geschafft, ein konkreteres Bild zu vermitteln.

Wie geht man am besten mit Lücken bzw. problematischen Stationen im Lebenslauf um?

Dr. Bernd Slaghuis: Natürlich macht es auf den ersten Blick keinen guten Eindruck, wenn man die Probezeit dreimal nicht geschafft hat, so wie es bei einer meiner Klientinnen der Fall war. Wer aber mit sich und seinem Lebenslauf im Reinen ist und sich eingesteht, dreimal den falschen Arbeitgeber ausgewählt zu haben, wird beim nächsten Mal besser aufpassen. Ein offener und souveräner Umgang mit so einem Makel zahlt sich meiner Erfahrung nach dahingehend aus, dass dies im persönlichen Gespräch mit dem Arbeitgeber plötzlich gar kein Thema mehr ist. Auch meine Klientin hat auf diese Weise wieder eine Stelle gefunden. Die Haltung entscheidet darüber, ob ich als kleiner Bittsteller oder als starker, selbstbewusster Mensch wahrgenommen werde, der so frei ist, sich seinen Arbeitgeber selbst auszusuchen.

Welche Rolle spielt in Deutschland das Foto in einer Bewerbung?

Dr. Bernd Slaghuis: Das Foto ist in Deutschland größtenteils noch Standard, auch hier gab es Überlegungen, es abzuschaffen. Ein Verzicht widerspricht jedoch meinem Ansatz, Klarheit zu schaffen und Kante zu zeigen. Da gehört ein gutes Foto einfach dazu. Wichtig ist, sich zu überlegen, welche Botschaft das Foto übermitteln soll. Will ich wie ein knickeriger Spießer rüberkommen oder will ich eine gewisse Dynamik ausstrahlen? Mein Tipp ist, sich immer einen guten Fotografen zu suchen. Lassen Sie sich in verschiedenen Outfits fotografieren, um für verschiedene Arbeitgeber ein paar Fotos in der Hinterhand zu haben. Bei einem Start-up würde ein steif-konservatives Foto etwas komisch rüberkommen, anders als bei der Deutschen Bank. Sehr hilfreich ist auch, eine vertraute Person zum Fotografen mitzunehmen, die einen gut kennt. Beim Anblick des Bildes müssen Sie sich sagen: „Ja, das bin ich.“ Viele Bewerber lassen sich extrem verbiegen. Ich erlebe das oft bei Frauen, die sich mit verschränkten Armen vorm Körper ablichten lassen und sich dann aber im Gespräch total locker und zugänglich geben. Ich denke mir dann immer: „Die auf dem Foto, das ist sie ja gar nicht.“

Ist Ihrer Meinung nach die sogenannte „dritte Seite“ noch zeitgemäß?

Dr. Bernd Slaghuis: Die dritte Seite ist selten geworden, bei vielen Bewerbungen wird ein Deckblatt mit einer floskelhaften Kurzzusammenfassung à la „Ich bin jung, dynamisch und erfolgreich“ verwendet. Ich würde auf beides verzichten, da die Gefahr besteht, dass man früh in eine Schublade gesteckt wird. Besser ist es, den Lebenslauf ganz klassisch mit Foto oben rechts oder links – je nach Blickrichtung – zu gestalten. Für die eigene Motivation, Werte und Ziele haben wir das Anschreiben. Wichtig ist nur, dass das Anschreiben gegenüber dem Lebenslauf einen echten Mehrwert schafft und der Leser Lust bekommt, diesen Menschen hinter der Bewerbung kennenzulernen.

Wie wichtig ist das Gehalt im Berufsleben?

Dr. Bernd Slaghuis: Ich spreche mit meinen Klienten oft über das Thema Werte und stelle fest, dass Geld dabei nicht an oberster Stelle steht. Natürlich ist das Gehalt wichtig, um sich einen gewissen Lebensstandard zu sichern. Die Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber machen viele Jobwechsler jedoch nicht an 3.000 Euro mehr oder weniger Jahresgehalt fest. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitet es meinen Klienten, wie sie mit der Frage nach der Gehaltsangabe in der Bewerbung umgehen sollen. Meiner Meinung nach sind solche Gehaltsangaben im Anschreiben viel zu früh, da die Beschreibung der Stelle, ihrer Aufgaben sowie des Verantwortungsbereichs in der Ausschreibung oft zu rudimentär ist. Trotzdem sollten Bewerber das Spiel mitspielen, wenn nach dem Gehaltswunsch gefragt wird. Ich kenne Personaler, die Bewerbungen rigoros aussortieren, wenn diese Angabe fehlt. Mein Tipp also: Nennen Sie einen Wert plus eventuell variabler Anteile, den Sie vorher gut recherchiert haben. Die Position, der Verantwortungsbereich und die Region spielen bei der Höhe des Gehalts auch eine große Rolle.

Woran erkennen Bewerber einen guten Arbeitgeber?

Dr. Bernd Slaghuis: Daran, dass ihre Werte und Ziele in einer Position und bei diesem Arbeitgeber weitgehend und dauerhaft erfüllt sind. Eigentlich ganz einfach und doch so schwer: Denn wir müssen uns erst einmal darüber bewusst werden, was uns in den nächsten Jahren wichtig ist, mit welcher Art Menschen wir zusammenarbeiten möchten, wie wir geführt werden wollen und unter welchen Bedingungen sowie in welchem Umfeld wir unsere Stärken in vollem Umfang einbringen können. Diese ganze Vorarbeit ist wichtig für die eigene Klarheit, einen Arbeitgeber bewerten und als „gut“ erkennen zu können. Die meisten wünschen sich Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten, um bei der Arbeit glücklich zu sein. Es ist ganz wichtig, diesen Aspekt schon im Anschreiben dem Arbeitgeber mitzugeben.

Unter den TALIS-Leserinnen und -Lesern sind viele Berufsanfänger, die sich zum ersten Mal im Leben bewerben. Wie stellt man sich mental auf ein Vorstellungsgespräch ein?

Dr. Bernd Slaghuis: Wer sich zum ersten Mal bei einem Arbeitgeber vorstellt, ist natürlich unsicher und ängstlich. Ich habe es auf meinem Blog einmal so formuliert, dass ein Vorstellungsgespräch ein Gespräch über gegenseitige Vorstellungen ist, also bitte keine Bittstellerposition einnehmen, sondern sagen: O. k., ich darf Fragen stellen, die mir wichtig sind, auch wenn einen der Personaler erst einmal schräg anguckt. Und in der Vorbereitung sollte man alles tun, was einem Sicherheit gibt, sich zum Beispiel Antworten auf Standardfragen überlegen oder Informationen über das Unternehmen sammeln. Allerdings meine ich, dass man bei Letzterem nicht allzu sehr ins Detail gehen sollte. Manche lernen Fakten oder Zahlen auswendig. Ich finde alles Auswendiggelernte im Vorstellungsgespräch schlecht.

Worauf sollte man bei einem Vorstellungsgespräch per Video-Call achten?

Dr. Bernd Slaghuis: Bei der Vorbereitung gibt es keine Unterschiede. Allerdings ist der Video-Call ein anderes Format und da ich dem Gesprächspartner nicht persönlich gegenübersitze, kann ich dessen Körpersprache weniger gut wahrnehmen. Auch das In-die-Augen-Schauen fällt weg, da als Blickrichtung ja nur die Kamera oder der Bildschirm bleiben. In Videokonferenzen muss man außerdem mehr Pausen machen, und es dürfen nicht alle durcheinanderreden. Mehrere Konferenzteilnehmer sollten sich mit Namen ansprechen, damit jeder weiß, wer nun gemeint ist. Viele Bewerber machen in der Videosituation den Fehler, ihr Gegenüber ungefragt „vollzutexten“, in der Hoffnung, damit ein gutes Bild abzugeben. Das macht keinen guten Eindruck, besser darauf achten, dass es ein gutes Gespräch wird. Wer am Schluss sagen kann: „Wir haben uns gut unterhalten, es war ein guter Austausch“, hat sein Ziel erreicht.

Sie plädieren für Ehrlichkeit und Hosen runter. Hat die Ehrlichkeit im Vorstellungsgespräch auch Grenzen?

Dr. Bernd Slaghuis: Natürlich. Es gibt Fragen, die nicht gestellt werden dürfen und die der Bewerber nicht beantworten muss. Bestes Beispiel ist die Frage nach der Familienplanung: „Sagen Sie mal, wie sieht denn das aus, mit Mitte dreißig?“ Auf der anderen Seite steckt hinter jeder Frage eine bestimmte Motivation, so abgedroschen sie auch sein mag, zum Beispiel die nach den größten drei Stärken und Schwächen. Keiner mag diese Frage mehr hören, aber sie kommt trotzdem. Wer an dieser Stelle mit Floskeln aus Bewerbungsratebern nach dem Motto „Ich bin ungeduldig, perfektionistisch und hab einen Hang für Schokolade“ antwortet, hat die Intention der Frage nicht verstanden. In Wahrheit möchte ein Arbeitgeber wissen, wie fit man schon für die Aufgabe ist und was man noch lernen muss. Es gibt aus meiner Sicht keine Schwächen, die Bewerber in einem Vorstellungsgespräch nicht zugeben dürfen.

Gibt es Besonderheiten bei der Bewerbung von Architekten und Bauingenieuren?

Dr. Bernd Slaghuis: Von dieser Zielgruppe wird akkurate und sorgfältige Arbeit erwartet. Diesen Ansatz sollten Architekten und Bauingenieure in ihrer Bewerbung transportieren, sie geben im Grunde schon eine erste Arbeitsprobe ab. Bei Architekten spielt auch das Design der Bewerbung eine große Rolle. Ich habe ab und zu Architekten hier in der Beratung, die oft in inhabergeführten, kleinen Büros arbeiten. Hier besteht eine sehr enge Zusammenarbeit und es gilt daher, besonders intensiv zu prüfen, ob das Umfeld stimmt. Bei Architekten kann auch eine Initiativbewerbung sinnvoll sein, wenn Sie etwa wissen, dass ein Büro ein neues Projekt gewonnen hat oder dort bestimmte Kenntnisse fehlen, die Sie mitbringen.

Was muss man Ihrer Meinung nach tun, um im Beruf erfolgreich und zufrieden zu sein?

Dr. Bernd Slaghuis: Um es kurz zu machen: Das Wichtigste ist, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich immer wieder bewusst zu fragen: Wie kann ich als Chef meines eigenen Lebens zu mehr Zufriedenheit beitragen und in meinem Umfeld etwas positiv verändern? Viele Arbeitnehmer sind heute zu fremdgesteuert unterwegs oder fühlen sich als Opfer der Umstände. Wer sein Leben in die Hand nimmt, wird überrascht sein, was alles geht. Und mein Tipp für junge Berufseinsteiger: Vernetzt euch, tauscht euch in und außerhalb eures Umfelds aus und probiert Dinge aus. Verstärkt, was gut läuft und verändert, was euch nicht guttut.

Vielen Dank für das Gespräch und bleiben Sie gesund!

Kontakt zu Karriercoach Dr. Bernd Slaghuis: www.bernd-slaghuis.de

Generalprobe fürs Vorstellungsgespräch

Generalprobe fürs Vorstellungsgespräch

von Ute Schroeter

Ein schönes Gefühl, wenn man eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommt. Dann steigt aber auch die Aufregung vor dem großen Auftritt. Mit unseren Tipps können Sie ganz locker bleiben.

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Warum Sie mit diesen Fragen rechnen müssen:

„Haben Sie gut hergefunden?“
Hintergrund: Eröffnung eines Smalltalks, Sie sollen sich willkommen fühlen. Steigen Sie auf jeden Fall darauf ein und berichten Sie kurz
vom Stau auf der Autobahn oder vom überfüllten Bahnhof.

„Erzählen Sie uns etwas über sich.“
Hintergrund: Mit dieser Frage möchte man herausfinden, ob Sie ein interessanter Gesprächspartner sind, der sich selbstbewusst
präsentieren kann. Überlegen Sie sich also vorher, was Sie zu solch einer Frage sagen möchten. Sie können beispielsweise schildern,
warum Sie Architektur bzw. Bauingenieurwesen studiert haben.

„Warum haben Sie sich bei uns beworben?“
Hintergrund: Ein Arbeitgeber möchte wissen, welche Motivation hinter der Bewerbung steckt und ob er gezielt ausgesucht wurde.
Gibt es Punkte in der Stellenausschreibung, in denen Sie besonders gut sind oder die Ihnen besonders viel Spaß machen?
Stellen Sie anhand dieser Details Ihre Motivation dar.

„Wissen Sie, was wir machen?“
Hintergrund: Achtung – Stolperfalle. Wer diese Frage mit „Nein“ beantwortet, legt die Karten für mangelnde Vorbereitung auf den
Tisch. Deshalb: Schauen Sie nach, welche Leistungsphasen das Büro anbietet oder welche Projekte das Bauunternehmen bearbeitet hat.

„Warum sollen wir ausgerechnet Sie einstellen?“
Hintergrund: Ein Arbeitgeber erwartet für das Gehalt, das er Ihnen zahlt, entsprechende Gegenleistungen. Mit dieser Frage klopft er
ab, welchen Nutzen Sie der Firma bieten. Stellen Sie an dieser Stelle Ihre Stärken dar, beispielsweise Ihr Organisationstalent, Ihre Genauigkeit
oder besondere Computerkenntnisse.

„Wo liegen Ihre Schwächen?“
Hintergrund: Wer seine Stärken schildern kann, muss auch in der Lage sein, zu seinen Schwächen Stellung zu beziehen. An dieser Stelle
aber keinen Seelen-Striptease hinlegen. Denken Sie sich eine kleine Schwäche aus, die Sie wiederum sympathisch wirken lässt.

„Wo liegen Ihre beruflichen Ziele, was möchten Sie in unserer Firma erreichen?“
Hintergrund: Jeder erfolgreiche Mensch hat ein Ziel, das er anstrebt, ganz gleich, ob es weit in der Ferne oder sehr nah liegt. Wer kein
Ziel hat, rennt planlos in die Zukunft. Es kommt also gut bei Arbeitgebern an, wenn Sie wissen, was Sie wollen. Schildern Sie ruhig völlig
utopische Träume nach dem Motto: „Die nächste Elbphilharmonie entwerfe ich.“

„Was tun Sie in Ihrer Freizeit?“
Hintergrund: Auf den ersten Blick haben Ihre Hobbys nichts mit Ihrer Arbeit zu tun. Und doch sagen sie viel über Ihre Persönlichkeit
aus, die für den Arbeitgeber eine hohe Aussagekraft hat. Sportler beispielsweise kommen zielstrebig rüber.

„Haben Sie schon mal etwas von der VOB, dem Gesetz XY oder der Verordnung Z gehört?“
Hintergrund: Mit diesen und anderen Fragen wird Ihr Fachwissen getestet. Es kann durchaus vorkommen, dass Ihnen eine Frage zu
einem Praxisbeispiel gestellt wird oder Sie eine Rechenaufgabe lösen sollen. Hier zählt weniger das Ergebnis, sondern eher die
Herangehensweise an bestimmte Problemfälle.

Es dauert in der Regel eine bis zwei Wochen, bis Sie eine Reaktion auf Ihre Bewerbungsunterlagen erhalten, bei größeren Unternehmen meist in Form einer schriftlichen Mitteilung, dass die Unterlagen angekommen sind. Bei kleineren Unternehmen tauscht man sich aber auch telefonisch oder per E-Mail aus. Wenn dann nach weiteren zwei bis drei Wochen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch folgt, heißt es, sich gut vorzubereiten.

Was ziehe ich an?

Korrekte Kleidung ist immer ein Zeichen der Wertschätzung, deshalb ist eine gepflegte Garderobe ein absolutes Muss, wenn man sich einem potenziellen Arbeitgeber präsentiert. Beim ersten Vorstellungsgespräch sollte man daher überlegen, ob man sich neue Kleidung anschafft. Wer sich das nicht leisten kann, sollte auf Feinheiten wie aufgetrennte Nähte achten und sich unbedingt von hinten im Spiegel betrachten, bevor es zum Vorstellungsgespräch geht. Eine gepflegte Frisur sowie saubere Hände und geputzte Schuhe sind natürlich eine Selbstverständlichkeit.

Arbeitgeber stellen gerne Leute ein, die zu ihnen passen. Aus diesem Grund sollten sich beide Berufsgruppen am Stil des Unternehmens orientieren und die Kleidung danach auswählen. Auf der Homepage finden sich meist Fotos der Geschäftsführer. Allein die Art und Weise, wie die Homepage gestaltet ist, lässt Rückschlüsse zu, ob die Firma zum Beispiel eine eher klassisch-konservative oder kreative Linie fährt. Da kann man sich ruhig auf sein Gefühl verlassen. Allerdings sollte man sich unbedingt treu bleiben. Sich absolut anzupassen, wäre im Vorstellungsgespräch kein gutes Signal.

Outfit für Architekten

Da im Architekturbereich allgemein Kreativität gefragt ist, könnte man schnell auf die Idee kommen, dies durch die Kleidung im Vorstellungsgespräch zum Ausdruck zu bringen. Nur bitte nicht in Form von Gag-Motiven à la Micky Maus auf der Krawatte. Stattdessen könnten Architekten gerne mutiger in Sachen Form und Farbe sein. Erfahrungsgemäß ist die Berufsgruppe meist komplett schwarz gekleidet. Es fällt angenehm auf, wenn zum Beispiel das Hemd in einer Modefarbe getragen wird. Generell sollte die Basisgarderobe, also das Jackett und die Hose, in gedeckten, dunkleren Farben wie Dunkelblau, Anthrazit, Dunkelbraun oder Olivgrün getragen werden. Für das Kombiteil wie Hemd oder Bluse kann ruhig eine hellere Farbe gewählt werden.

Foto: Daniel Kummer

Outfit für Bauingenieure

Bei Bauingenieuren verhält es sich etwas anders: Als Führungskraft bewegen sie sich im späteren Berufsleben überwiegend auf Baustellen. In einer praxisorientierten Branche gilt das Motto: Weniger ist mehr. Wer sich mit Hochglanzschuhen und Armani bei einer Baufirma vorstellt, signalisiert, dass er seine zukünftige Aufgabe offenbar nicht verstanden hat. Das heißt wiederum nicht, sich nachlässig zu kleiden. Eine Führungskraft sollte sich – auch auf einer Baustelle – von den Mitarbeitern dadurch unterscheiden, dass die Kleidung nicht nur praxistauglich, sondern ebenfalls repräsentativ ist. Empfehlenswert sind pragmatische und pflegeleichte Sachen, die man nicht dauernd zur Reinigung bringen muss. Im Vorstellungsgespräch ist man beispielsweise mit einem Jackett gut beraten. Dieses Kleidungsstück steht wie kein zweites für Sachlichkeit und Professionalität. Dazu würden eine gute dunkle Jeans – ohne Löcher – sowie ein Hemd, auch ohne Krawatte, oder ein Polopullover passen.

No-Goes für weibliche Führungskräfte

Wenngleich die Tendenz steigend ist – Frauen sind in der Baubranche nach wie vor rar gesät. In einer männerdominierten Branche sollten sie ganz besonders darauf achten, durch ihre Kleidung ihre Professionalität zu unterstreichen und nicht ihre Weiblichkeit. Frauen, die mit tiefem Ausschnitt, Minirock oder bauchfrei zur Arbeit gehen, dürfen sich nicht wundern, wenn sie nicht ernst genommen werden. Auch schulterfreie Tops im Sommer können der Karriere schaden, denn unbedeckte Achselhöhlen gehören in den Privatbereich, nicht ins Geschäftsleben. Das heißt nicht, dass sich Architektinnen und Bauingenieurinnen kleiden und geben müssen wie ihre männlichen Kollegen. Es sollte aber alles in einem professionellen Rahmen bleiben.

Die richtige Vorbereitung fürs Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch kommt den meisten vor wie eine Prüfung. Es gibt Fragen und Antworten, man möchte einen guten Eindruck, sprich eine gute „Zensur“, machen, möchte auch gutes Geld verdienen. Alles in allem sind es negative Gefühle, die wir mit einem Vorstellungsgespräch verbinden. Versuchen Sie es mal von einer anderen, positiven Seite zu betrachten. Nicht umsonst werden Sie zum Vorstellungsgespräch „eingeladen“. Das ist eine sehr freundliche Geste. Man möchte Sie kennen lernen und will Sie in keinem Fall vorführen oder lächerlich machen. In der Tat gibt es Stressinterviews, in denen Bewerber bewusst in die Enge getrieben werden. Sollte Ihnen so etwas widerfahren, dann haken Sie es unter Negativerfahrung ab und überlegen Sie sich gut, ob Sie für eine Firma, die derart rüde mit ihren künftigen Mitarbeitern umgeht, arbeiten wollen. Die einzige Parallele zu einer Prüfung, die Sie ziehen sollten, ist die intensive Vorbereitung. Sicherlich werden Sie bei einem Vorstellungsgespräch auf Fragen antworten müssen, nur gibt es im Gegensatz zu einer Prüfung kein Richtig oder Falsch. Der Einstieg „Erzählen Sie mal ein bisschen was über sich“ müsste in Wahrheit lauten: „Sind Sie in der Lage, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, oder muss man Ihnen alles aus der Nase ziehen?“ Wichtig ist an dieser Stelle, dass man Ihnen gut zuhören kann und dass Ihre kleine Selbstpräsentation nicht öde und langweilig ist.

Lernen Sie Ihren Vortrag nicht auswendig. Es macht nichts, wenn Sie mal ins Stocken geraten oder kurz überlegen müssen, um den roten Faden wieder aufzunehmen. Auch wenn Sie eine Generalprobe machen, erzählen Sie immer in Ihren Worten, was Sie bisher gemacht haben, als ob Sie es einem Freund erzählen würden. Ihr Gesprächspartner muss später das Gefühl haben, dass Sie einen Dialog mit ihm führen und nicht einen einstudierten Text herunterrattern.

Zu einer optimalen Vorbereitung gehört, möglichst viel über den Arbeitgeber, bei dem Sie sich vorstellen werden, zu wissen. Selbst kleine Büros sind im Internet vertreten, insofern haben Sie leichtes Spiel, an Informationen zu kommen. Diese Vorarbeit wird von Ihnen erwartet. „Was wissen Sie über uns?“ ist eine häufig gestellte Frage. Ihre Antwort zeigt, ob Sie recherchiert haben und wirklich an der Firma interessiert sind.

Architekten und Bauingenieure müssen zudem immer mit Fachfragen rechnen. Auch hier geht es weniger um die richtige Antwort. Man möchte herausfinden, wie intensiv Sie sich mit dem jeweiligen Fachgebiet schon beschäftigt haben, ob Sie beispielsweise bestimmte Normen kennen oder schon mal etwas von der VOB, der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, gehört haben. Bleiben Sie in jedem Fall ehrlich. Die gängige Literatur kennen Sie aus dem Studium, und den Mumm, zuzugeben, dass Sie von einer Sache keine Ahnung haben, aber selbstverständlich bereit sind, sich fehlende Informationen anzueignen, wird man Ihnen hoch anrechnen.

Bühne frei: Ihr Auftritt kann beginnen

In der Regel werden Sie vor dem Raum, in dem das Vorstellungsgespräch stattfindet, eine Weile Platz nehmen. Je nachdem, wie groß die Firma ist, bei der Sie sich vorstellen, erwarten Sie meist eine bis drei Personen. Einzig im öffentlichen Dienst ist der Kreis größer. Das Anfangsprozedere ist häufig gleich: Sie werden aufgerufen, es folgt die Begrüßung.

Im deutschen Geschäftsleben ist folgendes Ritual allgemein üblich: Der Eintretende grüßt die anwesenden Personen immer zuerst und zwar mit dem in Deutschland gängigen Tagesgruß wie „Guten Tag“. Danach folgen die Anrede, gegebenenfalls der Titel und der Name der Person, die das Gespräch leitet. Der Name des Ansprechpartners muss unbedingt vorher recherchiert werden. Schließlich stellt sich der Bewerber selbst vor, und zwar mit Vor- und Zunamen. Besonders wichtig ist: Lächeln. Das ist nicht nur sympathisch, sondern auch professionell. Ein Willkommensgruß in Form eines Händedrucks geht immer vom Ranghöheren aus. Daher sollten Bewerber ihrem Gesprächspartner nie mit ausgestreckter Hand entgegengehen und den Händedruck nur dann erwidern, wenn er als Geschenk angeboten wird.

Nach der Begrüßung wird man Ihnen einen Platz sowie eventuell ein Getränk anbieten. Sie können ruhig etwas trinken, sollten nur darauf achten, dass Sie nichts verschütten. Nehmen Sie eine präsente Haltung ein, das heißt nicht stocksteif, aber aufrecht, auf keinen Fall rumlümmeln wie im Fernsehsessel. Machen Sie sich ansonsten bitte keine Gedanken über Ihre Körpersprache. Manche Bewerbungsratgeber meinen, es sei sinnvoll, eine bestimmte Handhaltung einzustudieren. Wir halten das schlichtweg für Quatsch – geben Sie sich lieber so, wie Sie sind. Reden Sie gerne mit den Händen, dann tun Sie es. Durch Ihre Körpersprache zeigen Sie Ihrem Gegenüber einen Teil Ihrer Persönlichkeit, und das ist gut und richtig so.

Die Gesprächsleitung übernimmt Ihr Interviewpartner, er wird Ihnen Fragen stellen. Meist bittet er Sie zunächst, sich vorzustellen und Ihren Werdegang zu schildern. Sie sind ja bestens vorbereitet, es kann also gar nichts schiefgehen. Nur noch mal zur Erinnerung: Führen Sie keinen Monolog, sprechen Sie Ihr Gegenüber direkt an. Alle weiteren Fragen lassen Sie einfach auf sich zukommen. Vertrauen Sie sich. Es wird Ihnen zu jeder Frage etwas einfallen, genauso wie bei jeder anderen Unterhaltung auch. Zum Schluss bekommen Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Es wird positiv gewertet, wenn Sie diese Möglichkeit nutzen. Ihre vorherige Recherche schützt Sie davor, unkluge Fragen zu stellen. „Was macht die Firma eigentlich so?“ wird mit Sicherheit Stirnrunzeln bei Ihrem Gesprächspartner verursachen, denn das hätten Sie im Internet nachschauen können. Fragen zu Ihren künftigen Aufgaben oder ob es Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, sind hingegen erlaubt. 

Erfolgreich bewerben im Öffentlichen Dienst

Wer sich für eine Stelle im öffentlichen Dienst entscheidet, der sucht in der Regel ein langfristiges und sicheres Beschäftigungsverhältnis. Die in der Privatwirtschaft gelebte und häufig auch geforderte Wechselbereitschaft gibt es hier kaum. „Es ist eher selten, dass Mitarbeiter gehen, um an einem anderen Ort eine neue Stelle anzunehmen“, bestätigt Dr. Detlef Kron, Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart. Eine Fluktuation ergebe sich hauptsächlich durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter.

Ein weiterer Unterschied zu Architektur- und Ingenieurbüros oder Bauunternehmen liegt darin, dass es im öffentlichen Dienst wenig sinnvoll ist, Initiativbewerbungen zu verschicken. Der Verwaltungsaufwand, der benötigt werde, um sie zu sammeln, habe sich als viel zu hoch erwiesen, erläutert Heinz-Georg Leuer, Stadtbaurat bei der Stadt Braunschweig, zum Zeitpunkt des TALIS-Gesprächs noch Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr. Unaufgefordert eingehende Bewerbungen würden daher postwendend zurückgeschickt. Es sei also angebracht, sich nur auf konkrete Stellenangebote zu bewerben.

"Ein deutliches Interesse an der Aufgabe und eine denkbare Identifikation mit dem zukünftigen Arbeitgeber sollte deutlich spürbar sein." Ulrike Willms, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau der Stadt Köln

„Ein deutliches Interesse an der Aufgabe und eine denkbare Identifikation mit dem zukünftigen Arbeitgeber sollte deutlich spürbar sein.“
Ulrike Willms, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau der Stadt Köln

Im Fachbereich Tiefbau und Verkehr sind insgesamt rund 130 Mitarbeiter angestellt, 40 von ihnen in den Bereichen Verkehrs­planung und Verkehrsmanagement sowie Entwurf und Bau. Eine Hauptaufgabe der Abteilung Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement ist es, generelle Lösungen zum Verkehr der Zukunft zu gestalten. „Dabei geht es nicht darum, neue Flächen zu schaffen, sondern Bestandsflächen optimal zu nutzen“, beschreibt Leuer. In der Abteilung Entwurf und Bau entstehen die Ausführungspläne, werden in Zusammenarbeit mit der Vergabestelle die Maßnahmen ausgeschrieben und sind Brückenbau sowie konstruktiver Ingenieurbau angesiedelt. Die Mitarbeiter sind auch zuständig für Bauüberwachung und Baumanagement.

Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe, nennt Zahlen und Fakten, die veranschaulichen, wie umfassend und vielschichtig der Berufsalltag ist. 140 Mitarbeiter, davon 125 Vollzeitkräfte, sind zuständig für 690 kommunale und 100 angemietete Gebäude; daneben gibt es weitere angemietete Immobilien. Der Zuständigkeitsbereich umfasst Errichtung, Bauunterhaltung, Reinigung, Versorgung, Bewirtschaftung und das Flächenmanagement. „Wir sind für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zuständig“, erläutert Sick. 25 Architekten sind hier für die Leitung und Steuerung aller Maßnahmen verantwortlich.

Stellenausschreibungen werden hauptsächlich in der lokalen und überregionalen Presse, den gängigen Onlinebörsen, Fachzeitschriften und natürlich den Portalen der jeweiligen Stadt veröffentlicht. In den Ausschreibungen der Stadt Braunschweig heißt es: „Die Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden in schriftlicher Form (keine E-Mail) erbeten.“ Dr. Michael Schlemmer, Abteilungsleiter Personalmanagement im Amt für Management und Controlling der Stadt Rostock, benennt den Vorteil dieser Variante: „Da am Auswahlverfahren mehrere Mitarbeiter beteiligt sind, können die Unterlagen problemlos gesichtet werden.“ Daraus aber zu schließen, dass im öffentlichen Dienst generell die Bewerbungsmappe erwartet würde, wäre falsch. Die verschiedenen Präferenzen zeigt das Beispiel der Stadt Köln: Während Ulrike Willms, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau, es für unerheblich hält, „ob die Bewerbung online oder in der klassischen Variante gestellt wird“, sagt ihr Kollege Herbert Thelen vom Bauaufsichtsamt: „Die Bewerbung online per Mail (mit PDF-Anlagen) ist zwar zulässig, wird aber von uns nicht bevorzugt.“ Als Gründe nennt er, dass noch keine digitale Sachbearbeitung erfolgt und daher Unterlagen in erheblichem Umfang auszudrucken sind. „Zudem hat das Bauaufsichtsamt die Erfahrung gemacht, dass die Bewerbungen in der klassischen Bewerbungsmappe oft eine höhere Qualität haben als Mail/PDF-Bewerbungen.“ Es gilt also, in der Ausschreibung nachzulesen, welche Variante gewünscht ist.

Anforderungen aufmerksam lesen

"Wenn jemand nur ein Jahr im Büro xy gearbeitet hat und uns einen Bebauungsplan, eine Rahmenplanung und einen gewonnenen Wettbewerb präsentiert, dann wissen wir, dass dies nur als Teamleistung möglich war. “ Dr. Detlef Kron, Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart

„Wenn jemand nur ein Jahr im Büro xy gearbeitet hat und uns einen Bebauungsplan, eine Rahmenplanung und einen gewonnenen Wettbewerb präsentiert, dann wissen wir, dass dies nur als Teamleistung möglich war. “
Dr. Detlef Kron, Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart

An das Anschreiben hat Britta Wisch vom Sachgebiet Personal und Organisation der Stadt Braunschweig klare Ansprüche: „Es muss fehlerfrei sein und ich möchte einen Satz lesen wie ,Ich will bei der Stadt Braunschweig arbeiten, weil …‘“ Wer mit pauschalen Formulierungen komme, der erwecke nicht den Eindruck, sich mit dem Unternehmen befasst zu haben. „Wer sich bei uns bewirbt, der sollte wissen, wie wir organisiert sind und dass die Kommunalpolitik Einfluss auf unsere Arbeit hat“, sagt die Personalerin. Die Mappe muss zudem den Lebenslauf, Zeugniskopien und ein Lichtbild enthalten. Was die Art der Anrede oder die Gestaltung der Bewerbungsmappe angeht, empfiehlt sie Bewerbern, immer im Auge zu behalten, wo man sich bewirbt. Während eine künstlerisch gestaltete Bewerbung im Kulturbereich sicher gut ankomme, sei im Fachbereich Tiefbau und Verkehr eher „Kreativität in begrenztem Umfang“ angebracht.

Auch Anne Sick wünscht, dass Stellenangebote aufmerksam gelesenund Bewerbungen nicht nach dem Gießkannenprinzip verschickt werden: „Wenn wir einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für die Bauunterhaltung suchen, dann muss er bzw. sie eine Affinität zum Handwerklichen und Praktischen haben. Wer lieber im stillen Kämmerlein Entwürfe zeichnet, als draußen zu sein, sollte sich auf eine solche Stelle nicht bewerben.“ Von einem Anschreiben erwartet sie, dass es „plausibel und knapp formuliert“ ist. Auch Dr. Michael Schlemmer schätzt es nicht, wenn Bewerber vom Hundertsten ins Tausendste kommen: „Das Bewerbungsschreiben sollte nicht länger als eine Seite und nicht mit Angaben aus dem Lebenslauf ,überfrachtet‘ sein. Wichtig ist, dass die Motivation des Bewerbers und seine Überzeugung von der Eignung für die Stelle glaubhaft zum Ausdruck kommen.“

„In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt. “ Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe

„In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt. “
Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe

Wie viele Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, hängt in erster Linie von der Anzahl der Bewerbungen ab. Um einen guten Vergleich zu haben, sind es laut der TALIS-Gesprächspartner zwischen fünf und zehn. „Wir bemühen uns, es an einem Tag zu schaffen, denn wir müssen ja einige Leute für die Vorstellungsrunde freihalten“, erläutert Dr. Detlef Kron. Bei Bewerbungsgesprächen im öffentlichen Dienst sitzen dem Bewerber im Normalfall der zuständige Abteilungsleiter sowie Vertreter der Personalabteilung, des Personalrats, teils auch die Gleichstellungsbeauftragte und ein Schwerbehindertenvertreter gegenüber. Haben sich auch interne Mitarbeiter auf die vakante Stelle beworben, werden sie generell gehört. Externe Bewerber werden dadurch aber nicht ausgeschlossen.

Das fachliche Wissen wird durch praktische Fallbeispiele, etwa eine Straßenbaumaßnahme, abgefragt. „Wir geben dem Bewerber Unterlagen und nach einer Vorbereitung beschreibt er, wie er vorgehen und das Projekt bearbeiten würde“, erklärt Britta Wisch. Anhand dieser Beschreibungen sei auch abzulesen, ob der Kandidat ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer ist. Anne Sick berichtet, dass die Aufgabenstellung manchmal bereits eine Woche vorher ausgegeben wird, um eine Vorbereitung zu ermöglichen. „Uns interessiert, was die Leute wissen, nicht, was sie nicht wissen“, erläutert Sick. Vor allen Dingen wolle man niemanden in Verlegenheit bringen oder auflaufen lassen.

Nicht als Alleskönner auftreten

Dr. Detlef Kron rät Bewerbern davon ab, im Vorstellungsgespräch aufzuschneiden und sich als Alleskönner darzustellen: „Wenn jemand erzählt, dass er nur ein Jahr im Büro xy gearbeitet hat und uns dann einen Bebauungsplan, eine Rahmenplanung und einen gewonnenen Wettbewerb präsentiert, dann wissen wir als Kenner der Materie, dass dies nur als Teamleistung möglich war.“ Spätestens an dieser Stelle sei Ehrlichkeit gefragt, denn „wer trotz Nachfrage dabei bleibt, dass er das alles allein gemacht hat, der macht es uns schwer, überhaupt etwas zu glauben, was er sagt“.

„Niemand erwartet von Bauingenieuren, dass sie im Designer-Anzug daherkommen, Hemd und Jacket sollte ein Mann aber schon tragen. “ Heinz-Georg Leuer, Leiter des Fach­bereichs Tiefbau und Verkehr der Stadt Braunschweig

„Niemand erwartet von Bauingenieuren, dass sie im Designer-Anzug daherkommen, Hemd und Jacket sollte ein Mann aber schon tragen. “
Heinz-Georg Leuer, Leiter des Fach­bereichs Tiefbau und Verkehr der Stadt Braunschweig

Laut Anne Sick glauben einige Leute noch immer, dass es im Amt gemächlicher zuginge als anderswo oder dass die Arbeit im öffentlichen Dienst niederschwelliger sei. „Dem ist nicht so“, widerspricht sie vehement. Die Mitarbeiter würden gefordert und gefördert. „In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt.“ Ein weiterer Vorteil sei, „dass wir keine ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse haben“, so Sick. Reine Bauchentscheidungen für oder gegen einen Bewerber gibt es im öffentlichen Dienst nicht. Die verschiedenen Bereiche des Gesprächs werden bepunktet und so schließlich ein Ranking festgestellt. Das Verfahren wird dokumentiert, da die Möglichkeit einer Konkurrentenklage besteht. Meist sei bereits nach der ersten Gesprächsrunde entschieden, welcher Bewerber sich durchgesetzt habe, sagt Dr. Detlef Kron. Sollte das Gremium einen Kandidaten ausgewählt haben, der jedoch absagt, bedeute das nicht automatisch, dass der zweite nachrückt. In diesem Fall sei sowohl eine weitere kleine Vorstellungsrunde möglich als auch eine erneute Ausschreibung der Stelle.

Kununu – das Ar­beit­ge­ber­be­wer­tungs­portal

Wie tickt der Ar­beit­ge­ber, bei dem ich mich bewerben will? Das Ar­beit­ge­ber­be­wer­tungs­portal kununu gibt auch Archi­tekten und Bau­ingenieuren wert­volle Antworten.
Die kununu GmbH ist ein junges Team (Durchschnittsalter 30 Jahre) aus BWLern, Kreativen und ITlern, die im Herzen Wiens die Arbeitgeber Bewertungsplattform kununu.com betreibt. Die besondere Idee hinter kununu: Mitarbeiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden auf der Plattform zu Unternehmensbotschaftern und informieren andere Bewerber über Arbeitsverhältnisse, Lohnnebenleistungen und Betriebsklima bei ihrem (Ex)-Arbeitgeber. Getreu dem Motto „die jobs, die wir lieben“ liefert kununu.com auf positive Art und Weise Aufschluss über attraktive Arbeitgeber. Nachfolgend einige Antworten auf Fragen, die Architekten und Bauingenieure interessieren dürften:

Was war der Ausgangspunkt für Ihre Idee, ein Arbeitgeberbewertungsportal zu gründen, worauf ist der unverwechselbare Name „kununu“ zurückzuführen?

kununu stammt aus der afrikanischen Sprache Suaheli und bedeutet „unbeschriebenes Blatt“. Wir haben damals einen Namen gesucht, der knapp, innovativ und – wie Sie sagen -unverwechselbar sein sollte. Das ist uns mit „kununu“ gelungen. Die Marke ließ sich leicht schützen, ist bislang 100 Prozent imitationsfrei geblieben und im deutschprachigen Raum zum Synonym für Arbeitgeberbewertung im Internet geworden.
Die Seriosität von kununu wird einerseits durch die Bewertungsmethoden und andererseits durch die Kontrolle der Bewertungen gewährleistet. 1. Die Bewertungsmöglichkeiten beruhen (Kategorien in den Fragebögen der Express- und der Standardbewertung) auf dem EFQM (European Foundation for Quality Management) Modell zur qualitativen Bewertung von Unternehmen. Dies soll sicherstellen, daß auch ohne Abgabe von Kommentaren ein ganzheitliches Bild des Arbeitgebers entsteht. 2. Jede Bewertung wird auf die Einhaltung der kununu Regeln kontrolliert und bei Bedarf auf inaktiv gesetzt! Die Bewertungsregeln lauten:

1. Die Bewertung von Personen ist nicht erlaubt!
2. Die Veröffentlichung firmeninterner Informationen ist nicht erlaubt!
3. Diskriminierende, beleidigende, rufschädigende, rassistische und vulgäre Aussagen sind verboten!

Wie erfolgt die Kontrolle?

Jeder Besucher, der eine Bewertung abgeben möchte, muss sich mit einer ordnungsgemäßen Mailadresse registrieren. Trashmailadressen werden von uns nicht akzeptiert. Technische Filter verhindern zudem das Posten von Schimpfwörtern und namentliche Erwähnungen. Darüber hinaus hat jeder Arbeitgeber die Möglichkeit, unserem Support-Team Rückmeldung zu geben: Liegt eine Bewertung mit bedenklichen Inhalt vor, überprüfen wir diese umgehend. Entspricht diese weder den gesetzlichen als unseren freiwillig selbst auferlegten Kriterien, wird der User verständigt, seine Bewertung dahingehend zu korrigieren.
Können Sie konkrete Beispiele nennen, wie sich beispielsweise Arbeitnehmerbewertungen bei kununu auf das Employer Branding positiv oder negativ auswirken?

Unsere Erfahrungen zeigen durchgängig, dass Unternehmen, die aktiv mit kununu umgehen, besonders von unserer Plattform profitieren. Unternehmen wie die Deutsche Telekom, die Commerzbank, Bosch, Siemens, E.ON oder Bayer (um nur einige zu nennen) weisen Mitarbeiter und Bewerber explizit auf kununu hin und generieren dadurch auch Bewertungen von zufriedenen und tendenziell eher nicht mitteilungsbedürftigen Mitarbeitern.

Es ist für uns eine sehr wünschenswerte Entwicklung, dass durch Arbeitgeber-Bewertungsportale die „Guten“ unter den Arbeitgebern vom Imageschub profitieren und sich von den „Bösen“ abheben. Natürlich glauben wir daran, dass Unternehmen wandlungsfähig sind und durch Feedback – auf Plattformen wie kununu – Verbesserungspotentiale entdecken und nutzen.
Wie ist die Resonanz der Firmen?

Die Resonanz auf kununu ist tendenziell sehr positiv. Der Großteil der Firmen sieht kununu als was es ist: Eine zusätzliche Informationsquelle (neben den hausinternen Mitarbeiterbefragungen in großen Unternehmen), die Aufschluß darüber gibt, wie die eigenen Mitarbeiter über das Unternehmen denken und sich die Mühe machen, dies auch zu veröffentlichen.

www.kununu.com

Bewerbungsunterlagen: Die erste Arbeitsprobe

Bewerbungsunterlagen sind mehr als nur die möglichst schöne Verpackung Ihres „Angebotes“. Es ist Ihre erste Arbeitsprobe. Um zu signalisieren, dass Sie Führungsqualitäten und Kreativität besitzen und dass man sich 100-prozentig auf Sie verlassen kann, müssen Sie unbedingt sorgfältige Unterlagen abgeben. Eine Loseblattsammlung und Rechtschreibfehler im Anschreiben lassen negative Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu. Was die Gestaltung der Mappen angeht, gelten für Architekten und Bauingenieure unterschiedliche Regeln.

So bitte nicht …

Gründe für das Aussortieren von Bewerbungsunterlagen:

• Rechtschreib- und Grammatikfehler im Anschreiben/Lebenslauf

• Name der Firma oder des Ansprechpartners falsch geschrieben

• Unprofessionelles Foto

• Anschreiben aus einschlägigen Bewerbungshandbüchern übernommen

• Kein Bezug zur Firma erkennbar, Massensendung

• Loseblattsammlung, keine passende Mappe

• Fehlende Unterschrift im Anschreiben und im Lebenslauf

• Keine Schul-, Uni- oder Praktikumszeugnisse beigelegt

• Brief unzureichend oder gar nicht
frankiert

… besser so!

In eine vollständige Bewerbung gehören:

• Selbstverfasstes Anschreiben

• Tabellarischer Lebenslauf

• Professionelles Foto

• Praktikums- und Arbeitsbescheinigungen beziehungsweise -zeugnisse,aus denen fachbezogene Berufserfahrungen hervorgehen

• Abschlusszeugnisse, Gesellenbrief

• Bescheinigungen über Zusatzqualifikationen, zum Beispiel Sprach- und EDV-Kenntnisse

Architektur: Kreativität ist gefragt

„Es fällt fast auf, wenn sich Architekten mit einem schlichten Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen bewerben.“ Das sagte der Inhaber eines Architekturbüros in Lüneburg, der regelmäßig Bewerbungen von arbeitswilligen Hochschulabsolventen erhält. Diese Aussage macht deutlich, dass Architekten im Allgemeinen bei der Gestaltung ihrer Bewerbungsmappen kaum Wünsche offenlassen. Ganze Kunstwerke oder Bildbände entpuppen sich als Bewerbung. Fest steht – Kreativität im Architekturbereich wird erwartet. Arbeitgeber möchten auf den ersten Blick den Stil des Bewerbers ablesen können und prüfen, ob dieser zum Büro passt. Daher ist es auch wichtig, dass den Bewerbungen stets erste Entwürfe aus dem Studium oder – besser noch – aus einem konkreten Projekt beiliegen. Personalentscheider achten bei der Durchsicht Ihrer Unterlagen auch darauf, ob Sie ein gutes Gefühl für Formen und Farben haben. Berücksichtigen Sie daher bei der Gestaltung Ihrer Seiten solche Details. Bei aller Kreativität sollte die Bewerbungsmappe keine Fragen offenlassen. Der Werdegang und erste Berufserfahrungen müssen klar daraus hervorgehen, auch ein Bewerberfoto und Zeugnisse dürfen nicht fehlen.

Bauingenieurwesen: Hier ist der „Klassiker“ üblich

Bauingenieure geben mit ihren Bewerbungsunterlagen zwar keine Arbeitsprobe ihrer künstlerischen Kreativität ab, wohl aber die ihres Arbeitsstils. Ob Sie zuverlässig sind und Ihre künftige Aufgabe ernst nehmen, erkennt ein Personalentscheider anhand Ihrer Unterlagen auf einen Blick. Ausflüchte wie „Ich hatte einfach keine Zeit, das Anschreiben noch einmal auf Rechtschreibfehler zu überprüfen, in Wirklichkeit bin ich sehr zuverlässig“ zählen hier nicht. Eine Bewerbung, die keinerlei Sorgfalt erkennen lässt, bekommt keine zweite Chance. Natürlich ist das bereits tausendmal gesagt und geschrieben worden – trotzdem beklagen sich Arbeitgeber aus der Baubranche immer wieder aufs Neue über den akademischen Nachwuchs, der sich oftmals einfach keine Mühe zu geben scheint.

Das Anschreiben: Eine individuelle Botschaft finden

Nicht umsonst steckt in dem Wort „Bewerbung“ das Wort „Werbung“. In der Werbewirtschaft wird mit allen erdenklichen Tricks – wie mit einer kurzen prägnanten Sprache, mit Bildern und Gefühlen – gearbeitet, um die Botschaft „Kauf dieses Produkt“ an den Mann oder die Frau zu bringen. Das gelingt mal mehr, mal weniger, je nachdem wie überzeugend die Botschaft beim Empfänger ankommt.
Bewerber sollten sich bei Weitem nicht alles, was die Werbung tut, zum Vorbild nehmen. Sie sind kein Produkt, sondern eine Person, die mehr als „Quadratisch-Praktisch-Gut“ ist. Doch das Anschreiben sollte ähnlich wie ein Werbeprospekt klare Botschaften übermitteln, die einen positiven Eindruck hinterlassen. Der Empfänger möchte möglichst rasch bestimmte Informationen über Sie sammeln. Schildern Sie im Anschreiben nicht Ihren gesamten Werdegang, dazu ist der Lebenslauf gedacht, sondern beantworten Sie hier die Frage, warum ausgerechnet Sie die oder der Richtige für die Stelle sind. Können Sie bereits Erfahrungen vorweisen? Haben Sie eine handwerkliche Lehre gemacht? Welche der genannten Kriterien in der Stellenausschreibung erfüllen Sie? Welchen Nutzen bringen Sie der Firma?

bewerbungsunterlagen_2Die Vorarbeiten für die Formulierung Ihrer Botschaft haben Sie bereits geleistet. Durch die Analyse Ihrer Fähigkeiten, persönlichen Stärken und bisherigen Berufserfahrungen haben Sie schon so eine Art Angebot erarbeitet, das Sie nur noch in einen gut lesbaren Text umsetzen müssen. Vermeiden Sie Schachtelsätze, bevorzugen Sie kurze prägnante Formulierungen. Da Ihre Persönlichkeit einmalig ist, muss auch Ihr Text in Ihren eigenen Worten verfasst sein. Die Versuchung ist groß, aber schreiben Sie niemals aus Bewerbungsratgebern ab. Arbeitgeber kennen diese Bücher. Sie möchten Sie kennen lernen, nicht den Maschinenbauingenieur Herrn Müller aus K. aus einem Beispielanschreiben. Inhaltlich sollten Sie darauf achten, keine Behauptungen aufzustellen, sondern jedes Detail Ihrer Selbstpräsentation mit Fakten zu untermauern. Schreiben Sie nicht: „Ich bin zuverlässig, flexibel und belastbar.“ Schildern Sie möglichst fachbezogene Situationen in Ihrer Vergangenheit, in denen solche Eigenschaften gefragt waren. Das kann in einem Praktikum gewesen sein, vielleicht haben Sie in Forschung und Lehre als Tutor oder Tutorin an der Uni Verantwortung übernommen. Wenn Ihre Diplom- beziehungsweise Bachelor- oder Masterabschlussarbeit inhaltlich zur ausgeschriebenen Stelle passt, sollten Sie dies im Anschreiben erwähnen, denn das wird in jedem Fall als fachliche Erfahrung gewertet. Nehmen Sie auch inhaltlich Bezug zu der Firma, bei der Sie sich bewerben. Massensendungen kommen schlecht an und hinterlassen den Eindruck von Desinteresse. Sie sollten in jedem Fall beschreiben, wie Sie auf die Stelle aufmerksam wurden. Gehen Sie klar auf die in der Anzeige genannten Forderungen ein und lassen Sie den Personalchef nicht rätseln, ob Sie nun Auslandserfahrungen besitzen oder nicht. Am besten ist es, das Anschreiben an einen Ansprechpartner zu richten, mit dem Sie idealerweise im Vorfeld telefoniert haben. Ist in der Anzeige keine Telefonnummer genannt, sollten jedoch besser die Finger vom Telefon gelassen werden. Insgesamt raten Experten, das Anschreiben nicht länger als eine Seite werden zu lassen. Ideal sind fünf bis sechs Sätze. Und schließlich: Stellen Sie sich so dar, wie Sie sind. Ehrlichkeit zahlt sich aus, Schummeleien sind sehr riskant. Es kommt irgendwann ans Tageslicht, dass sich die „Projektverantwortung“, die Sie angeblich übernommen haben, bloß auf Botendienste im Rahmen eines Praktikums bezog.

Bewerbungsmappen-Check:

• Anschreiben: In eigenen Worten verfasst, kurz und prägnant formuliert, enthält keine Behauptungen, sondern Fakten, keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler, nicht gelocht, lose auf oder in die Bewerbungsmappe legen.

• Duplikat: Eine Kopie der Bewerbungsunterlagen zurückbehalten, im Vorstellungsgespräch müssen Sie wissen, was Sie geschrieben haben.

• Foto: Profi-Aufnahme, Bewerber sollte sympathisch rüberkommen.

• Lebenslauf: Lückenlos, übersichtlich, stimmig, führt alle für die ausgeschriebene Stelle relevanten Qualifikationen auf.

• Mappe: Preisschild ist entfernt, macht insgesamt einen sorgfältigen Eindruck.

• Umschlag: Ist ausreichend frankiert.

• Unterschriften: Lebenslauf und Anschreiben sind unterschrieben.

• Zeugnisse und sonstige Nachweise: Falls das Abschlusszeugnis noch nicht vorliegt, Vordiplom oder Notenspiegel beilegen, Unterlagen niemals im Original, gute Kopien genügen, Beglaubigung nur, wenn explizit gefordert.

Schwierig: Die Frage nach der Gehaltsvorstellung

Wird in der Stellenanzeige explizit nach Ihren Gehaltsvorstellungen gefragt, sollten Sie auf jeden Fall darauf eingehen. Wer zu viel verlangt, signalisiert Überheblichkeit und Arroganz, zu wenig wird als mangelndes Selbstbewusstsein interpretiert. Es lohnt sich, die goldene Mitte zu finden.Wie das geht, erfahren Sie im Beitrag „Was Architekten und Bauingenieure verdienen“.

Der Lebenslauf

bewerbungsunterlagen_3Der Lebenslauf ist ein entscheidendes Detail Ihrer Bewerbung. Bei der ersten Durchsicht schauen sich die Personalverantwortlichen meist nur dieses eine Dokument an. Welche Ausbildung und Berufserfahrung bereits vorliegen, lässt sich daran schnell und einfach ablesen – vorausgesetzt, die Gestaltung ist übersichtlich und klar. Allgemein üblich ist die tabellarische Form. Links steht das Datum, rechts das Ereignis. Den Lebenslauf sollten Sie in einzelne Themengebiete wie Arbeitserfahrung, Schul- und Berufsbildung und sonstige für die ausgeschriebene Stelle relevante Qualifikationen gliedern. Berufseinsteiger sind gut beraten, wenn sie die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge ordnen. Es gibt auch Formen, die das jüngste Ereignis zuerst nennen. Das bietet sich aber nur bei Bewerbern an, die bereits über langjährige Berufserfahrung verfügen und ihre letzte Stellung an den Anfang setzen wollen. Wichtig ist, dass Sie Ihren Werdegang lückenlos darstellen. Erziehungszeiten, Krankheit oder die Pflege eines Angehörigen dürfen nicht fehlen. Nennen Sie am Schluss des Lebenslaufes auch Aktivitäten neben dem Studium wie Gremien- oder Vereinsarbeit, damit zeigen Sie Engagement und Interesse auf anderer Ebene. Nicht vergessen: Versehen Sie den Lebenslauf mit Ort und aktuellem Datum und unterschreiben Sie das Schriftstück.

Das Foto

Personalentscheider schauen sich nicht jedes Detail einer Bewerbung an. Was aber in jedem Fall angeguckt wird, ist Ihr Foto. Daher: Sparen Sie nicht am falschen Ende, lassen Sie einen Profi ran. Sie sollten die Kleidung tragen, die Sie auch zum Vorstellungsgespräch anziehen würden und möglichst so aussehen, als sei es „Ihr Tag“. Das Foto kann auf den Lebenslauf oder auf eine Extra-Seite geklebt werden – das ist Geschmackssache. Schreiben Sie Ihren Vor- und Zunamen auf die Rückseite des Fotos. Hauptsache, das Bild wird nicht geklammert. Sie würden einer Person im wahren Leben auch niemals eine Heftklammer durch den Kopf jagen.

Die Anlagen

Der Lebenslauf und die Anlagen wie Zeugnis-se, Gesellenbrief und Arbeitsbescheinigungen sollten in irgendeiner Form gebunden werden, eine Loseblattsammlung hinterlässt einen schlechten Eindruck. Der Handel bietet eine Fülle an Möglichkeiten an. Es muss nicht unbedingt die teure, mit goldenen Lettern versehene Edel-Mappe sein, einfache Plastikhefter erfüllen ebenso ihren Zweck, nur besser nicht mit schweinchenrosa Punkten. Die Mappe sollte insgesamt einen sorgfältigen Eindruck machen, neuwertig sein und sich gut durchblättern lassen. Das Preisschild unbedingt entfernen. Die Zeugnisse und sonstigen Bescheinigungen dienen dazu, die im Anschreiben und im Lebenslauf erwähnten Fähigkeiten und Qualifikationen zu belegen. Sie dürfen niemals im Original verschickt werden, es reichen gute Kopien. Beglaubigungen sind heutzutage nicht mehr üblich, es sei denn, sie sind explizit gefordert.

Bevor die Post abgehtbewerbungsunterlagen_1

Schauen Sie sich die Bewerbungsunterlagen noch einmal in Ruhe an. Sind alle Rechtschreibfehler eliminiert? Wenn Sie die Möglichkeit haben, zeigen Sie Ihre Bewerbung einem Studienkollegen und fragen Sie ihn, ob ihn Ihre Unterlagen überzeugen. Falls nicht, haben Sie vielleicht zu umständlich formuliert? Seien Sie geduldig mit sich. Lassen Sie Ihren Text ruhig einige Tage liegen, ein wenig Distanz ist oft sehr hilfreich. Für die Entwicklung der ersten Bewerbungsmappe geht mindestens eine ganze Woche ins Land, es ist auch völlig normal, wenn Sie mehr Zeit benötigen. Bevor es zur Post geht, sollten Sie sich eine Kopie Ihrer Unterlagen machen. Bis zum Vorstellungsgespräch kann viel Zeit vergehen. Peinlich wird es, wenn Sie während des Gesprächs plötzlich nicht mehr wissen, was Sie eigentlich geschrieben haben.“

Initiativbewerbung

Im Architekturbereich ist die Initiativbewerbung bereits ein gängiges Instrument bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Architekturbüros erhalten oftmals täglich unaufgefordert mehrere Bewerbungen. Unter Bauingenieuren ist diese Form des „Marketings in eigener Sache“ noch nicht sehr weit verbreitet. Dabei hat sie mehrere Vorteile: Initiativbewerber warten nicht, bis ihr Wunsch-Arbeitgeber eine Stelle ausschreibt. Sie werden selbst aktiv, erhöhen damit ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz und vermitteln glaubhaft echtes Interesse an der Firma. Die Botschaft „Ich habe Lust, hier zu arbeiten, ich bin motiviert und engagiert“ kommt mit Sicherheit bei den Unternehmen an, allein aus der Tatsache heraus, dass jemand von sich aus recherchiert hat. Dabei sollten Sie auch hin und wieder ein Auge auf den öffentlichen Dienst werfen. Hier werden Stellen zum Teil ausgeschrieben, die für Sie selbst vielleicht nicht in Frage kommen, da bestimmte Berufserfahrungen vorausgesetzt werden. Bedenken Sie jedoch, dass diese Positionen oft mit Kandidaten aus dem eigenen Haus besetzt werden. In diesem Fall beginnt das „Stühlerücken“. Die freien Stellen werden unter Umständen auch mit Berufsanfängern besetzt. Fragen Sie doch einfach mal nach.

Entscheidend für den Erfolg ist der Griff zum Telefonhörer, bevor die Unterlagen losgeschickt werden. Es ist unhöflich, das ohnehin gut gefüllte Postfach Ihrer Wunsch-Firma ungefragt zu belasten. Halten Sie das Gespräch möglichst kurz. Ihr Ansprechpartner ist mitten bei der Arbeit, jeder Anruf unterbricht ihn dabei. Stellen Sie sich kurz vor und fragen Sie, ob er oder sie gerade einen Augenblick Zeit hat oder ob Sie lieber später anrufen sollen. Klären Sie, ob zurzeit neue Mitarbeiter gesucht werden. In vielen Fällen werden Sie eine negative Antwort bekommen, meist zeigen die Personalverantwortlichen trotzdem Interesse an einer Bewerbung, denn die Situation kann sich ändern. Versenden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen nur nach Aufforderung. Auch ein „Nein“ müssen Sie akzeptieren. Unterschiede zu einer Bewerbung auf eine Stellenanzeige gibt es kaum. Das Anschreiben sollten Sie an Ihren Ansprechpartner richten und sich auf das Telefonat beziehen. Die Fragen: Wer bin ich? Was mache ich? Was habe ich der Firma anzubieten?, sollten auch hier beantwortet werden. Beschreiben Sie, wie Sie ausgerechnet auf dieses Unternehmen aufmerksam wurden. Es kommt gut an, wenn Sie beispielsweise bereits Kontakt zu der Firma über einen Hiwi-Job oder ein Praktikum hatten. Vermeiden Sie unbedingt Gefühlsduselei. „Ihre Entwürfe haben mein Herz tief bewegt“ oder „Ihre Firma ist einfach die tollste“ würde einen Personalverantwortlichen allenfalls zum Schmunzeln bringen – Ihre Person ernst zu nehmen, ganz sicher nicht.

Kurzbewerbung

Wie der Name schon sagt – die Kurzbewerbung ist eine abgespeckte Version der Bewerbung. Sie besteht aus einem Anschreiben und dem Lebenslauf. Zeugnisse und sonstige Anlagen werden nicht beigelegt. Manchmal wird eine Kurzbewerbung ausdrücklich gefordert, häufig wird diese Form auch bei Initiativbewerbungen genutzt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Bewerbung nicht den Eindruck einer Massensendung hinterlässt. Daher sollten Anschreiben und Lebenslauf auf die Bedürfnisse der Firma zugeschnitten sein.

Bewerbung per Internet

Zumeist größere Unternehmen fordern Bewerber zunehmend auf, ein Bewerbungsformular auf der Firmen-Website auszufüllen. Dies soll vor allem Kosten und Zeit sparen. Nachteilig ist, dass für die Darstellung spezieller Interessen und Fähigkeiten nur ein begrenzter Raum zur Verfügung steht. Trotzdem sollte man nicht zusätzlich eine Bewerbung über den Postweg verschicken, sondern sich genau überlegen, wie sich die Botschaft „Ich bin der oder die Richtige“ einflechten lässt. Sorgen Sie für eine seriöse Absenderadresse. Prachtkerl@gmx.de bekommt der Empfänger garantiert in den falschen Hals. Die Bewerbung per E-Mail zu versenden, wird auch bei mittelständischen und kleinen Unternehmen zunehmend beliebter – allerdings sollte man das nur tun, wenn es ausdrücklich gefordert oder vorher abgesprochen ist. Blindbewerbungen auf diesem Wege gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit unter.

Checkliste Online-Bewerbung

• Absenderadresse: seriöse Adresse wie etwa vorname.zuname@anbieter.de benutzen

• Anhänge: Lebenslauf und Zeugnis möglichst in einer Datei (PDF-Format)

• Blindbewerbung per E-Mail: geht in den allermeisten Fällen unter

• Größe: insgesamt unter einem Megabyte

• Professionalität: Es gelten dieselben Regeln wie bei einer Bewerbung in Papierform, nur die Versandart ist anders.

In der Betreffzeile sollten das Wort „Bewerbung“ sowie gegebenenfalls der Titel der Stellenanzeige beziehungsweise der Bezug zu einem Telefonat mit Datum erscheinen. Im Anschreiben darf keinesfalls der allgemein übliche, lockere E-Mail-Jargon angeschlagen werden. Alle Regeln der Kunst einer seriösen Selbst-Präsentation gelten selbstverständlich auch hier. Es bietet sich an, den Lebenslauf, eventuell auch das Anschreiben und sonstige Anlagen als Anhang mitzuschicken. Machen Sie es dem Empfänger nicht unnötig schwer. Anhänge größer als ein Megabyte sind tabu. Architekten, die Entwurfszeichnungen oder Präsentationen mitschicken möchten, sollten darauf achten. Die schönsten E-Mail-Bewerbungen landen im virtuellen Papierkorb, weil sie zu groß sind oder sich nicht öffnen lassen. Der Empfänger hat wenig Lust, mehr als drei Anhänge anzuklicken und auszudrucken. Daher die Empfehlung: Konvertieren Sie die Anhänge in ein PDF–Format. Diese Dateien kann jeder lesen, sie sind nicht virenanfällig und in der Regel relativ klein. Sie brauchen auch keine Sorge zu haben, dass der Text verrutscht, wie es manchmal bei Worddokumenten passiert. Man kann übrigens die gesamte Bewerbung einschließlich Anschreiben mit Bild, Lebenslauf und ausgewählten Zeugnissen in einem einzigen Dokument zusammenfassen. Dazu benötigen Sie nur einen PDF-Konverter. Die Software gibt es von mehreren Anbietern kostenlos im Internet als Freeware (zum Beispiel „pdfcreator“). Unglücklich ist der Verweis auf eine Bewerberhomepage. Auch eine CD mit einer Präsentation – unter Architekten sehr beliebt – bedeutet für die Personalverantwortlichen Mehrarbeit, die sie oft nicht bereit sind zu leisten, denn manchmal fehlen bestimmte Programme, um die Dateien zu öffnen. Das allein kann das Aus einer eigentlich sehr gut vorbereiteten Bewerbung bedeuten.

„Bewerbungsunterlagen: Die erste Arbeitsprobe“ als pdf

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