Ein Date mit dem Traum-Chef

Einen Job zu finden, der wirklich Spaß macht und der zu einem passt, ist auch für Architekten und Bauingenieure oft gar nicht so einfach. Die Internetplattform „Talents Connect“ funktioniert wie eine Art „Partnervermittlung“.

Vorteile von Talents Connect für Bewerber

  • Schnelle Job-Empfehlungen
  • Direkter Kontakt zu Unternehmen
  • Unternehmen bewerben sich beim Bewerber
  • Volle Kontrolle über die eigenen Daten
  • Empfehlungen nach persönlichen Wünschen, passend zur Persönlichkeit
  • Auch auf Smartphone

Bewerber-Profil kostenlos erstellen unter www.talentsconnect.com

Jenny hat ihren Master in Architektur in der Tasche, mit ziemlich guten Noten sogar. Jetzt geht es an die Jobsuche. Jenny weiß noch gar nicht so recht was sie will, sie fängt ja grad erst an. Bei Ausschreibungen mitmachen oder sich als Bauleiterin versuchen? Jenny würde gern kreativ sein, sie ist gut darin, ihre Ideen umzusetzen, sie kann sehr hartnäckig sein. Wo aber findet man einen Job, bei dem genau diese Stärken gefordert sind?

Jenny, eine junge Absolventin, die unserer Phantasie entsprungen ist, die es aber draußen in Wirklichkeit zu Hunderten gibt, wusste nicht, dass möglicherweise eine Immobilienfirma eine Stelle zu vergeben hat, die Kreativität und Biss erfordert. Umgekehrt hatte eben diese Immobilienfirma keine Chance, von Jennys Stärken zu erfahren, denn die junge Frau las ja nur die klassischen Jobangebote von Architekturbüros und Bauunternehmen. An dieser Stelle setzt die im Juni 2013 gegründete Internetplattform „Talents Connect“ an. Diese neuartige Jobbörse hat etwas von einer Partnervermittlung. Im Beruflichen ist es ist ja tatsächlich ähnlich wie in der Liebe – die Partner müssen zueinander passen. Der Ansatz von Talents Connect lautet: Der Job muss zum Bewerber passen, nicht umgekehrt. Umgekehrt daher auch die Reihenfolge: Bei Talents Connect ist zuerst der Bewerber dran, sich und seine Fähigkeiten in Form eines Bewerberprofils darzustellen und dabei völlig unvoreingenommen die eigenen Wünsche zu äußern. Da Absolventen wie Jenny ja oft gar nicht so recht wissen, was sie eigentlich wollen, werden bei der Profilerstellung Fragen gestellt, z.B. Wie verhältst du dich in bestimmten Situationen? Bist du ein Teamplayer? Und wie gehst du mit Druck um? Ist dir Geld wichtiger als Teamwork? Die klassischen Bewerberfakten, wie Noten oder Schulbildung, werden natürlich auch erhoben, in erster Linie aber geht es bei Talents Connect um das, was eine Person gerne tut und machen möchte. Über einen Algorithmus zeigt die Plattform Jenny später nur Angebote an, die zu ihren Stärken passen. „Kaum ein Bewerber weiß wirklich, bei welchem Unternehmen er gut aufgehoben ist und bei welchem eher nicht“, so Talents Connect Geschäftsführer Robin Sudermann. „Wir sind uns sicher, dass wir das ändern können.“

Arbeitgeber bewerben sich beim Bewerber

Es zeichnet sich ab, dass der Bewerbungstrend gerade seine Richtung ändert: Besonders in Branchen, in denen ein Fachkräftemangel droht, bewerben sich jetzt schon zunehmend die Arbeitgeber bei potentiellen Mitarbeitern. Talents Connect ist ein Hilfsmittel für das Bewerben beim Bewerber. Dazu stellt die Kölner Firma Unternehmen einen Filter auf der Plattform zur Verfügung, über den sie nach geeigneten Kandidaten suchen können, z.B. nach jungen Leuten mit Interesse an Technik, die Führungsqualitäten mitbringen oder die in der gleichen Umgebung wohnen wie der Firmensitz.

Was die Quantität angeht, ist die klassische Art des Personalrecruitings, z.B. über Stellenanzeigen, klar im Vorteil – die Qualität aber leidet. Wer einen teamfähigen, zuverlässigen Mitarbeiter sucht, wird viele Bewerbungen erhalten von jungen Leuten, die sich als genau das beschreiben, nicht aber, weil sie tatsächlich so sind, sondern weil sie glauben, sich gemäß Stellenausschreibung so darstellen zu müssen. Oft sprechen Unternehmen und Bewerber nicht die gleiche Sprache, man versucht gegenseitig Erwartungen zu erfüllen, um dem anderen zu gefallen. Anders bei Talents Connect: Ohne das Wissen darüber, welcher Job nun der Richtige ist und was in diesem verlangt wird, können sich Bewerber so geben, wie sie sind, mit ihren Vorlieben und Stärken und – anders als in der klassischen Bewerbung – dürfen sie auch zeigen, was ihnen nicht so liegt. Die Spielregeln sind natürlich ähnlich wie bei einer Dating-Plattform. Die hübsche Blonde bekommt mehr Post als die kumpelhafte Durchschnittsfrau, genauso wie der Absolvent mit Maschinenbaustudium und Auslandserfahrung vermutlich mehr Aufmerksamkeit erhält als unsere Jenny mit Architekturstudium, die gegen hohe Konkurrenz antreten muss. Und doch bekommt ja auch der nette Typ von nebenan, der zwar keinerlei Ähnlichkeit mit George Clooney vorweisen kann, dafür aber hammermäßig kocht, Zuschriften von Frauen, für die die Liebe eben durch den Magen geht, genauso wie Jenny für eine Immobilienfirma interessant wäre. Nach Meinung von Talents Connect-Geschäftsführer Lars Wolfram gehören Bewerbungsmappen ohnehin bald der Vergangenheit an: „Wir sind in der Lage, schon vor dem Vorstellungsgespräch eine valide Aussage darüber zu treffen, ob ein Bewerber zum Unternehmen passt“, sagt er.

Mit Talents Connect steigen die Chancen auf ein Date mit dem Traumchef
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Foto: pixabay

„Mir gefällt die Möglichkeit zu sehen, welches Unternehmen vielleicht „den“ Job für mich hat. Außerdem ist der sonst so starre, herkömmliche Bewerbungsprozess viel lockerer, so dass es auch jungen und unerfahrenen Bewerbern leichter fällt, auf die Unternehmen zuzugehen“, sagt Talents Connect-Nutzerin Lea aus Köln. Alle Jennys dieser Welt – natürlich auch in der männlichen Variante – können ihr Glück versuchen unter www.talentsconnect.com

Wege zum Job

Sie kennen Ihre Fähigkeiten, Sie wissen, was Sie wollen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, einen potenziellen „Kunden“ zu finden, dem Sie Ihr „Angebot“ unterbreiten können. Das Reagieren auf Stellenangebote scheint für viele die einzige Option zu sein, dabei sollten Sie auch andere Wege nutzen. Dazu zählen „Vitamin B“ und „Mund-zu-Mund-Propaganda“.

Jobbörsen im Internet

Das Internet stellt das bedeutendste Medium zum Aufspüren freier Stellen dar. Viele Angebote werden ausschließlich in den Internet-Jobbörsen ausgeschrieben. Fast alle Stellenbörsen bieten Suchmasken, in die verschiedene Kriterien, wie Region, Altersgruppe oder gewünschte Position, eingegeben werden können. Ein regelmäßiger Blick in die TALIS-Jobbörse lohnt sich für alle Architekten und Bauingenieure, die auf der Suche nach ihrer ersten Stelle sind. Wir durchforsten dazu für Architekten und Bauingenieure relevante Jobbörsen und stellen die entsprechenden Links alle 14 Tage zusammen. Wenn Sie regelmäßig über diese Stellenangebote informiert werden möchten, dann bestellen Sie doch einfach unseren TALIS-Newsletter.

Einige Seiten sind auf Berufseinsteiger und Absolventen spezialisiert, dazu gehört www.berufsstart.de mit über 40.000 Stellenangeboten. Empfehlenswert auch die Seite www.yourfirm.de, hier finden Sie Stellenangebote ausschließlich vom Mittelstand und Familienbetrieben. Auf www.baunetz.de gibt es Jobangebote für Architekten und Bauingenieure. Während die Internetseite www.competitionline.com auf Architekten spezialisiert ist, richtet sich www.bauingenieur24.de vor allem an Bauingenieure.

Wer seinen Master in der Tasche hat, aber bei der Suche nach einem passenden Job noch etwas planlos durch die Gegend irrt, sollte mal bei Talents Connect sein Glück versuchen. Die 2013 gegründete „etwas andere“ Jobbörse funktioniert wie eine Art Partnervermittlung und macht einen auf Arbeitgeber aufmerksam, an die man niemals denken würde, die aber durchaus einen erfüllenden ersten Job anzubieten haben.

Da Vater Staat ja bekanntlich recht gut bezahlt und zudem sichere Posten bietet, sollten Sie regelmäßig nach offenen Stellen im Öffentlichen Dienst fahnden. Die Jobbörse Interamt ist der Stellenmarkt des Öffentlichen Dienstes. Auch die Architektenkammern des jeweiligen Bundeslandes ermöglichen ihren Mitgliedern, offene Stellen auszuschreiben, zum Beispiel die Architektenkammer Nordrheinwestfalen, die Bayerische Architektenkammer, die Architektenkammer Baden-Württemberg, Architektenkammer Thüringen oder Architektenkammer Hessen.

Einen guten Überblick über das aktuelle Angebot unterschiedlicher Jobbörsen erhält man mit Hilfe von Metajobsuchmaschinen. Sie haben den Vorteil, dass sie per Mausklick alle Stellenangebote von denjenigen Jobbörsen zusammenstellen, die der Suchmaschine angeschlossen sind. So braucht nicht jede Seite einzeln nach Beschäftigungsmöglichkeiten abgesucht zu werden. Architekten und Bauingenieure sollten außerdem den Homepages von Architektur- und Ingenieurbüros sowie von Baufirmen und Bauproduktherstellern regelmäßig einen Besuch abstatten. Hier werden häufig freie Stellen und Praktika angeboten. Ein lohnendes Ziel sind außerdem die Homepages der Verbände. In Deutschland gibt es für jede Baufachrichtung und nahezu jedes Bauprodukt eine oder mehrere Interessengemeinschaften. Oft suchen die Verbände selbst Fachpersonal oder veröffentlichen Stellenanzeigen ihrer Mitgliedsunternehmen auf ihrer Internetseite. Eine Auswahl relevanter Verbände der Baubranche finden Sie unter „Gut zu wissen“.

Bundesagentur für Arbeit

Hochschulabsolventen sollten sich zudem an die Hochschulteams der Bundesagentur für Arbeit wenden. Sie sind in zahlreichen Universitätsstädten vertreten und bieten Beratung beim Berufseinstieg, pflegen Kontakte zu Arbeitgebern und leisten Vermittlungsarbeit. Die meisten Hochschulteams bieten, außer in den Agenturen für Arbeit, auch Sprechzeiten an den Hochschulen an. Eine weitere Anlaufstelle für Akademiker ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Zu den Aufgaben der ZAV gehört die Vermittlung von Fach- und Führungskräf- ten. Sie hat eine eigene Auslandsabteilung, die internationale Stellen vermittelt. Wer sich über die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung für Architekten und Bauingenieure informieren möchte, wendet sich am besten an die Arbeitsmarktberichterstattung der BA.

Psst: Top Secret!!!

Casual businesswoman whispering secret to her colleagueAktuelle Jobangebote, die sich ausdrücklich an Absolventen, AIPs, Berufsanfänger und Berufseinsteiger in Architektur und Bauingenieurwesen richten, können nur unsere TALIS-Newsletter-Abonnenten sehen. Neben Jobs von verschiedenen Jobportalen‬ und aktuellen News gibt´s alle 14 Tage neu wertvolle Bewerbungstipps.

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Social Media: Xing, das berufliche Netzwerk

Xing ist ein börsennotiertes deutsches Unternehmen. Im Gegensatz zu Facebook, das sich stärker auf der privaten Ebene abspielt, dreht sich bei Xing alles ums Berufliche. Mit 14 Millionen Mitgliedern ist es das größte berufliche Netzwerk im deutschsprachigen Europa. Vieles funktioniert ähnlich wie bei Facebook: Als Mitglied kann man eine eigene Seite mit einem Foto und Informationen über den Werdegang und die beruflichen Ziele einstellen. Im „Newsstream“ – also dem Nachrichten-Pool – erscheinen Meldungen anderer Xing-Mitglieder, mit denen man sich vernetzt hat oder deren Gruppe man angehört. Es gibt recht viele Interessengruppen bei Xing. Die offene Architektur-Gruppe, der jeder beitreten kann, hat mehr als 18.000 Mitglieder, der geschlossenen Gruppe „Bauingenieure“ gehören gut 2.500 Mitglieder an. Bei geschlossenen Gruppen entscheidet der Moderator über die Aufnahme neuer Mitglieder. Wer sich als „jobsuchend“ registriert, bekommt stets die aktuellen und branchenspezifischen Stellenangebote auf seiner Profil-Startseite angezeigt. Was bei Facebook die Freundschaftsanfrage ist, das ist bei Xing die Kontaktanfrage. Will man sich mit einem interessanten Arbeitgeber vernetzen, muss der erst die Kontaktanfrage bestätigen. Die Mitgliedschaft ist in der Basis-Version kostenlos. Die Drei-Monats-Premium-Version kostet knapp 25 Euro und hat den Vorteil, dass einem die Besucher seines Profils angezeigt werden.

Stellenmarkt in Printmedien

Stellensuche Architekt Bauingenieur_2Stellenangebote finden sich in den Wochenendausgaben der überregionalen Tageszeitungen. Dazu gehören zum Beispiel Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) oder Süddeutsche Zeitung (SZ). Wer in einer bestimmten Stadt oder Region sucht, sollte sich zudem die entsprechenden Lokalzeitungen besorgen, die meist einen regionalen Stellenmarkt abdrucken. Die Zeit veröffentlicht verhältnismäßig viele Anzeigen für den öffentlichen Dienst sowie für Wissenschaft und Forschung.

Architekten und Bauingenieure sollten zudem regelmäßig einen Blick in Fachzeitschriften und in die Veröffentlichungen der Berufsverbände werfen. Längst nicht alle, aber einige veröffentlichen Stellenanzeigen. In der Regel liegen aktuelle Fachpublikationen in technischen Universitätsbibliotheken aus, so dass man sich den Kauf der Zeitschriften sparen kann, die ohnehin meist nur im Abonnement erhältlich sind. Einige Verlage stellen den Stellenmarkt für alle zugänglich ins Internet, insofern ist auch ein Blick auf die Website empfehlenswert. Und last but not least: Schauen Sie in TALIS nach.

Wenn Sie sich auf eine Stellenanzeige bewerben, lesen Sie die Anzeige gründlich durch. Prüfen Sie, ob Sie wenigstens die meisten genannten Anforderungen erfüllen, und gehen Sie bei Ihrer Bewerbung deutlich darauf ein. Eine Firma, die bestimmte Eigenschaften will und nicht durch Zusätze wie „möglichst“ oder „erwünscht“ Kompromissbereitschaft signalisiert, wird Ihre Bewerbung sonst vermutlich sofort aussortieren.

Selbst aktiv werden über Direktkontakte

Persönliche Kontakte sind das A und O in der Baubranche, je mehr man davon hat, desto besser. Gerade für Berufseinsteiger ist ein gut funktionierendes Netzwerk bei der Suche nach einem Arbeitsplatz Gold wert. Doch das Fach „Kontaktanbahnung“ wird an keiner Universität gelehrt. Da hilft nur eines: selbst aktiv werden. Auf andere zuzugehen erfordert für die meisten von uns Überwindung. Gegen das Lampenfieber gibt es aber probate Mittel, wie eine gute Vorbereitung und vor allem Übung. Berufsstarter sind daher gut beraten, sich dieser Disziplin kontinuierlich zu stellen.

Firmenkontaktmessen

Gute Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme mit Unternehmen bieten Hochschul- oder Firmenkontaktmessen, so genannte Recruitment-Messen. Hier präsentieren sich Unternehmen, die auf der Suche nach gut ausgebildetem Fachpersonal sind. Bei einigen Recruitment-Veranstaltungen ist eine vorherige Bewerbung oder Anmeldung erforderlich, viele Veranstaltungen wie der „Absolventenkongress“ sind jedoch frei zugänglich. Sie richten sich gezielt an den akademischen Nachwuchs aller Fachrichtungen. Der Vorteil: Die Unternehmen sind auf ein unerfahrenes junges Publikum eingestellt, geben beispielsweise bereitwillig Auskunft zu Praktika oder Traineeprogrammen. Das heißt allerdings nicht, dass sie ihre hohen Erwartungen an ihr zukünftiges Personal herunterschrauben. Die Zeiten, in denen Firmenkontaktmessen einen sicheren Pool an lukrativen Jobs boten, sind längst vorbei. Unabhängig von den Unternehmen halten die Veranstaltungen meist zahlreiche Informationen zum Thema Bewerbung und Berufseinstieg bereit – vom Bewerbungsmappencheck bis zur Stilberatung. Nachteilig für Architekten und Bauingenieure ist, dass selbst bei Veranstaltungen mit technischem Schwerpunkt verhältnismäßig wenige Firmen aus der Baubranche vertreten sind. Ob ein interessanter Arbeitgeber dabei ist, sollte vorher geklärt werden.

Der heiße Draht zur Baubranche: Baufachmessen

Stellensuche Architekt Bauingenieur_4Was den Direktkontakt zur Baubranche angeht, sind Architekten und Bauingenieure auf Baufachmessen weitaus besser aufgehoben. Die Firmen präsentieren sich hier vornehmlich, um neue Kunden zu gewinnen, sind aber auch zu Gesprächen mit Bewerbern bereit. Wenngleich die Chancen gering sind, noch am selben Tag einer Messe einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben – wertvolle Erfahrungen nehmen Berufseinsteiger allemal mit nach Hause. Gehen Sie jedoch auf keinen Fall planlos über die Messe. Sobald Sie einen Firmenvertreter in ein Gespräch verwickeln, sind Sie mitten in einer Testsituation. Die Vorbereitung für einen Direktkontakt sollte ähnlich intensiv wie zu einem Vorstellungsgespräch sein. Dazu gehören Recherchen über den Wunsch-Arbeitgeber, das passende Outfit und ein Konzept, was man konkret mit dem Unternehmensvertreter besprechen möchte. Die Zeit auf Messen ist rar, daher sollten Sie Ihr Anliegen kurz und prägnant vortragen können. Halten Sie auch Ihre Bewerbungsunterlagen bereit, die Sie Ihrem Gesprächspartner nach einem positiv verlaufenen Gespräch überlassen können. Ein vorheriger Anruf bei der Firma, um einen Termin zu vereinbaren, ist in jedem Fall vorteilhaft. Geben Sie jedoch auch dem Zufall eine Chance. Die interessantesten Gespräche entwickeln sich meist in lockerer, entspannter Atmosphäre. Die Bemerkung „Entschuldigen Sie – wir können uns nicht weiter unterhalten, ich habe mich gar nicht vorbereitet“ ist mit Sicherheit der Startschuss für das Aus einer großartigen Karriere.

Kontakte knüpfen über Praktika

Ein Praktikum gilt seit jeher als Eintrittskarte in den Beruf. Auf den ersten Blick scheint es allen Beteiligten Vorteile zu bringen: Berufsstarter sammeln wichtige Erfahrungen und erhalten einen Einblick in die Praxis. Im Gegenzug kann sich das Unternehmen ohne finanzielles Risiko ein Bild über die Arbeitsweise eines potenziellen Mitarbeiters machen. Doch der Haken an der Sache ist, dass sich vor allem in der Architekturbranche eine für Hochschulabsolventen ungünstige Entwicklung abzeichnet. Leider hat sich die „Generation Golf“ längst zur „Generation Praktikum“ gewandelt. Als Student oder Studentin ein oder mehrere Praktika zu machen, ist schlichtweg eine Notwendigkeit und die beste Vorbereitung auf das Berufsleben. Viele Architekten mit abgeschlossenem Studium haben sich jedoch aus der Not heraus in den vergangenen Jahren von einem zum anderen Praktikum gehangelt – ohne soziale Absicherung, geschweige denn angemessene Entlohnung. Viele haben bereits ganze „Praktikakarrieren“ hinter sich, die ihnen kaum etwas nützen, denn im Lebenslauf wiegt eine Festanstellung oder zumindest eine freie Mitarbeit wesentlich schwerer. Nun – dieser Teufelskreis lässt sich kaum durchbrechen, dazu wäre ein geschlossener Praktikumsboykott notwendig. Arbeitslose Berufseinsteiger wären auch schlecht beraten, wenn sie anstelle eines Praktikums die Hände in den Schoß legen würden. Doch seien Sie in dieser Angelegenheit auf der Hut. Machen Sie sich klar, dass Sie ein abgeschlossenes Hochschulstudium haben und für die Arbeit, die Sie leisten, angemessen entlohnt werden müssen, auch wenn Sie Berufsanfänger sind. Nutzen Sie ein Praktikum wirklich nur zu dem, was es ist: ein Schnupperkurs in die Praxis, bei dem Sie Kontakte knüpfen, Erfahrungen sammeln und zeigen, was Sie bereits können – nicht mehr und nicht weniger. Das soll nicht heißen, dass Sie hinter jeder Verantwortung, die Ihnen übertragen wird, Ausbeutung vermuten sollten. Vergessen Sie nicht, sich eine Praktikumsbescheinigung oder wenn möglich ein Zeugnis geben zu lassen. Solche „Beweismittel“ gehören in jede Bewerbungsmappe. Kümmern Sie sich selbst darum, nicht jeder Arbeitgeber händigt es Ihnen unaufgefordert aus. Ein Praktikum darf Sie nur nicht von Ihren Bemühungen abhalten, sich einen Arbeitsplatz zu suchen. Wer monatelang Baupläne von einer Baustelle zur anderen trägt und dafür keinen Cent bekommt, sollte seine Zeit sinnvoller nutzen, zum Beispiel um über Alternativen nachzudenken.

Ein Freund, ein guter Freund …

Kontakte zur Branche sind das Eine – Freundschaften und persönliche Beziehungen das Andere. Letzteres ist beim Einstieg in den Beruf, aber auch im Geschäftsleben wichtiger, als man glaubt, vor allem der Kontakt zu ehemaligen Studienkollegen. Tatsächlich wird eine Vielzahl an Jobs durch „Mund-zu-MundPropaganda“ vergeben. Waren Sie während des Studiums ein Ass auf einem bestimmten Gebiet, konnten beispielsweise hervorragend mit einem CAD- oder Statikprogramm umgehen, so wird sich ein Kommilitone garantiert an Sie erinnern, wenn die Firma, bei der er arbeitet, händeringend einen softwarebeflissenen Bauingenieur sucht. Ihre Freunde kennen Ihre persönlichen Qualitäten. Wenn ein Freund über Sie sagt: „Der ist absolut zuverlässig“, dann wird niemand an seiner Aussage zweifeln, denn er kennt Ihr Verhalten aus dem privaten Bereich, ist mit Ihnen vielleicht sogar durch dick und dünn gegangen. Das wissen übrigens auch Arbeitgeber, die, wenn sie Personal suchen, meist zuerst ihre Mitarbeiter fragen: „Kennen Sie nicht jemanden?“

Außerdem durchschauen Freunde sehr schnell, wenn sie nur zum Zweck des beruflichen Fortkommens benutzt werden. Deshalb: Schaffen Sie sich ein Netzwerk an, wenn Sie noch keines brauchen. Die Fachhochschulen und Universitäten bieten hier vielfältige Möglichkeiten im Rahmen von Freundeskreisen oder Fördervereinen für Fachbereiche und Institute. Solche Freundschaften werden nur dann intakt bleiben, wenn sie gepflegt werden. Wer sich jahrelang nicht meldet und dann plötzlich mit einem ehemaligen Studienkollegen die berufliche Zukunft besprechen will, darf sich nicht wundern, auf Widerstände zu stoßen. ■