Sicher planen: Was Berufseinsteiger wissen müssen

Sicher planen: Was Berufseinsteiger wissen müssen

von Rechtsanwalt Bernhard Bartmann, AIA AG

Als Hochschulabsolvent und Berufsanfänger macht man sich in der Regel noch keine großen Gedanken darüber, was im Beruf schieflaufen kann. Im Berufsleben angekommen, verlässt man sich dann oft einfach auf die Berufshaftpflichtversicherung. Es gibt jedoch zahlreiche Konstellationen, in denen der Architekt bzw. Ingenieur für eigene Fehler haftet, aber auch für die Fehler anderer mithaftet. Einige davon werden im Folgenden beispielhaft besprochen.

In der Baubranche kann viel schiefgehen. Architekten und Ingenieure müssen dafür gerade stehen.

Foto: lutz6078/pixabay.com

Planungsfehler 

Besteht der Auftrag des Architekten bzw. Ingenieurs in der Erstellung einer Planung, so ist dieser verantwortlich für die Richtigkeit der Pläne. Sind die Pläne dagegen unvollständig oder falsch, sei es durch eine bloße Unachtsamkeit oder Außerachtlassen der Vorgaben des Bauherrn, können aus dieser falschen Planung bei der Realisierung des Bauvorhabens Schäden auftreten. Denkbar sind beispielsweise Fälle, in denen Dachfenster aufgrund einer falschen Maßangabe nicht den Anforderungen an einen Fluchtweg genügen oder in denen z.B. Fensterrahmen in einem Farbton geplant werden, der zwar baurechtlich nicht zu beanstanden ist, jedoch dem Farbwunsch des Bauherrn nicht entspricht. In solchen Fällen haftet der Planersteller für den Schaden und muss dem Bauherrn diesen ersetzen. Im Fall der falschen Farbwahl kann der Schaden deutlich höher sein als auf den ersten Blick gedacht. Nimmt man als Beispiel ein Mehrfamilienhaus, in dem sämtliche Fenster ausgetauscht werden müssen, kann schnell ein sechsstelliger Betrag als Schaden herauskommen.

Eine Haftung kann auch für einen fehlerhaften Plan bestehen, den zwar ein anderer erstellt hat, der Architekt bzw. Ingenieur diesen allerdings zur weiteren Grundlage der eigenen Planung macht. In dem Fall ist der Architekt verpflichtet, den Ursprungsplan zumindest grob zu prüfen, und darf jedenfalls offensichtliche Fehler nicht einfach so in die eigene Planung übernehmen.

TIPP: Auch fremde Pläne sollten also immer sorgfältig überprüft werden.

Bauleitungsfehler 

Ist der Architekt mit der Objektüberwachung beauftragt, haftet er bei Bauausführungsfehlern als Bauleiter in der Regel gesamtschuldnerisch mit den ausführenden Unternehmern. Dichtet der Dachdecker das Dach nicht nach den anerkannten Regeln der Technik ab und kommt es dadurch zu einem Feuchteschaden, ist natürlich zunächst einmal der Dachdecker für den Schaden verantwortlich, schließlich hat dieser seine Arbeit nicht ordnungsgemäß ausgeführt. Der bauleitende Architekt hat jedoch die Aufgabe, die Arbeiten der jeweiligen Unternehmer zu überwachen, und gegenüber dem Bauherrn die Verantwortung für das mängelfreie Entstehen des Bauvorhabens. Dies stellt im konkreten Fall den Dachdecker zwar nicht von der Pflicht frei, ordnungsgemäß zu arbeiten, jedoch wird davon ausgegangen, dass der Architekt den Fehler hätte bemerken müssen und mit entsprechendem Hinweis den später entstehenden Feuchteschaden hätte verhindern können. Daher trifft den Architekten eine Mitschuld und löst eine sogenannte gesamtschuldnerische Haftung aus.

TIPP: Es sollte darüber nachgedacht werden, ob Aufträge, die nur die Bauleitung umfassen, angenommen werden. Vergütet wird in dem Fall vom Bauherrn nur die Leistungsphase 8, die Objektüberwachung. Die Haftung erstreckt sich unter Umständen aber auf alle Leistungsphasen.

Gesamtschuldnerische Haftung

Gesamtschuldnerische Haftung bedeutet, dass für einen Schaden mehrere Personen gemeinsam haften. Im obigen Beispiel mit dem Feuchteschaden haften der Unternehmer und der Architekt. Die rechtliche Besonderheit ist, dass der Gläubiger, also derjenige, der Schadensersatz verlangt, sich aussuchen kann, von welchem Gesamtschuldner er den Schadensersatz haben möchte. Der Bauherr kann den Feuchteschaden also entweder nur gegenüber dem Dachdecker, nur gegenüber dem Architekten oder gegenüber beiden geltend machen.

Wählt er nur einen der beiden Gesamtschuldner, kann er von diesem unabhängig davon, wer von beiden eine größere Schuld an dem Schaden trägt, die gesamte Schadensumme verlangen. Zwar hat der in Anspruch genommene Gesamtschuldner die Möglichkeit, seinerseits vom anderen Gesamtschuldner Schadensersatz zu verlangen, ist dieser aber zum Beispiel insolvent, bleibt er allein auf dem Schaden sitzen.

Da hinter einem Architekten oder Ingenieur in der Regel eine Versicherung steht, wird dieser als Gesamtschuldner in eigentlich allen Fällen, in denen der Bauherr die Möglichkeit hat, neben dem ausführenden Unternehmer in Anspruch genommen.

Haftung für Andere

Beauftragt der Architekt oder Ingenieur für einen Teil seiner Leistungen einen Subunternehmer, so ist zunächst zu prüfen, ob dies die Vertragsbeziehung zwischen Bauherr und Architekt überhaupt erlaubt. Ist diese Konstellation nicht vertraglich ausgeschlossen, muss sich der Architekt im Klaren darüber sein, dass er auch für Fehler des Subunternehmers haftet. In einem Fall aus der Praxis hat der Architekt die Rechnungsprüfung an einen Subunternehmer ausgelagert. Dieser hat in betrügerischer Absicht zu hohe Rechnungen freigegeben. Da es sich um ein großes Projekt handelte, war der Schaden entsprechend hoch, es stehen ca. 800.000 EUR im Raum. Der Subunternehmer hat mittlerweile Insolvenz angemeldet. Es bleibt nur der Architekt übrig, weil der Bauherr den Subunternehmer mangels Vertrag gar nicht direkt in Anspruch nehmen könnte und der Architekt mangels Liquidität den Schaden nicht vom Subunternehmer ersetzt bekommen wird.

Haftungssummen

Solche Schäden können für den Architekten existenzbedrohend sein. Denn zu beachten ist stets: Eine Versicherung deckt nur bestimmte Haftungssummen ab. Oft sind nur die geforderten Mindestsummen versichert. Diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und hängen darüber hinaus von der gewählten Gesellschaftsform (z.B. Einzelarchitekt oder Partnerschaftsgesellschaft) ab. Bei Einzelarchitekten liegen die Deckungssummen z.B. in Nordrhein-Westfalen für Sachschäden bei 250.000 EUR pro Jahr, für Personenschäden bei 1,5 Mio. EUR pro Jahr. In Bayern dagegen betragen die Deckungssummen für Sachschäden lediglich 200.000 EUR pro Jahr.

In obigem Beispiel hat der Architekt mit Mindesthaftungssumme ein Problem: Selbst wenn die Versicherung eintritt, wird diese, sofern der Architekt aus Nordrhein-Westfalen stammt, lediglich 250.000 EUR bezahlen. Die restlichen 550.000 EUR muss der Architekt aus eigener Tasche zahlen.

Sofern Zweifel an der Forderung des Bauherrn bestehen, genießt der Architekt jedoch in jedem Fall Abwehrschutz durch den Versicherer. Das bedeutet, die Anwalts- und Prozesskosten werden vom Versicherer getragen, so dass der Architekt sich nicht selbst um seine Verteidigung kümmern muss.

Es ist also wichtig, sich mit dem Risiko der übernommenen Projekte auseinanderzusetzen. Hierbei unterstützt der entsprechende Versicherungspartner. Für Berufsanfänger reichen die Mindestdeckungssummen in den allermeisten Fällen aus. Einige Versicherungspartner, wie z.B. die AIA AG, bieten Berufsanfängern hohe Rabatte für den Einstieg an.

Rechtsanwalt Bernhard Bartmann, AIA AG

Foto: AIA AG

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LIEBER DEN EXPERTEN FRAGEN

Auch wenn der Architekt gegenüber dem Bauherrn auch rechtlich beraten darf, sollte im Zweifelsfall lieber einmal mehr als einmal weniger auf die Beratung eines Rechtsanwaltes hingewirkt werden. Ein rechtliches Grundwissen ist jedoch stets von Vorteil. Hierfür werden Seminare und Fortbildungsveranstaltungen angeboten, die auf die Bedürfnisse von Architekten bzw. Ingenieuren zugeschnitten sind.

Als Selbständiger oder Freiberufler kommt man um Verträge nicht herum. Zu Beginn eines jeden Auftrages mit dem Bauherrn wird ein Architekten- oder Ingenieurvertrag geschlossen. Dabei kann und sollte – sofern auf anwaltliche Beratung verzichtet wird – auf Musterverträge aus geeigneten Quellen zurückgegriffen werden, die an den aktuellen Stand der Rechtsprechung angepasst sind. Wird ein Vertrag vom Bauherrn vorgelegt, kann dieser auf versicherungsrechtliche und haftungsrechtliche Probleme überprüft werden. Solch eine Prüfung ist wichtig, damit keine Vereinbarungen getroffen werden, die den Versicherungsschutz gefährden.

Services wie Musterverträge, Vertragsprüfungen oder Seminarveranstaltungen werden von verschiedenen Experten, wie z.B. der AIA AG (www.aia.de), zur Verfügung gestellt. Gerade in der Anfangszeit sind diese für Ihre berufliche Zukunft essentiell.

Fazit

Nach alledem können aus unserer Erfahrung viele Fehler schon durch sorgfältige Vorbereitung und Sensibilisierung im Vorfeld verhindert werden. Der Versicherungspartner unterstützt den Kunden dabei von Beginn an. Einem erfolgreichen und schadenfreien Berufsstart steht damit nichts im Wege.

Website selber machen mit WordPress

Website selber machen mit WordPress

von Günther A. Biebl

Jedes Geschäft, jedes Büro braucht seine eigene Website. Als Berufseinsteiger können Sie punkten, wenn Sie das Büro bei der Pflege bzw. Einrichtung der Seite unterstützen können. Unser Autor beschreibt das System WordPress, mit dem sich relativ kostengünstig der Webauftritt professionell realisieren lässt.

Präsenz im Netz mit einer eigenen Homepage ist vor allem für Existenzgründer wichtig.

Foto: kreatikar/pixabay.com

Damit die Suchmaschine von einem Notiz nimmt, muss der eigene Firmenname irgendwo im Web auftauchen. Ohne eigene Webpräsenz werden bei der Suche sonst entweder ein Namensvetter oder veraltete Einträge aus Verzeichnissen und Veröffentlichungen an die Oberfläche gespült. Verlässt man sich nur auf soziale Netzwerke, unterwirft man sich vollständig deren Vorgaben und Regeln.

Mit einer eigenen Website kann man im Rahmen der Gesetze seine Geschäftstätigkeit nach Lust und Laune präsentieren. Durch die Veröffentlichung von beliebig vielen Seiten und Bildern sind Sie in der Lage, die eigene Botschaft ins rechte Licht zu rücken. Letztlich geht es darum, beim potenziellen Auftraggeber oder Geschäftspartner einen professionellen Eindruck zu vermitteln.

Da sich im Geschäftsleben immer etwas ändert, ist es hilfreich, ein System zu benutzen, das Sie selbst aktuell halten können. So können Sie einfach Ihre Webseite selbst um neue Projekte, Referenzen, Themen und Netzwerkpartner erweitern. Weiterer Vorteil: Google erkennt, dass die Seite laufend gepflegt wird und honoriert das mit besserem Ranking.

WordPress – was ist das?

Bei WordPress handelt es sich um ein Content Management System (CMS). Inhalte – Texte, Bilder, Videos – werden hier unabhängig vom Look der Seite gepflegt und aktualisiert. Als Open Source System hat es eine große Nutzer- und Entwicklerbasis, die zu allen relevanten Themen Funktionen und Features beisteuern. Da der Programmcode offen zugänglich ist, können jederzeit eigene Erweiterungen ergänzt oder von unabhängigen Dritten beauftragt werden. Trotz dieser großen Community ist das System sehr stabil und zuverlässig. Sollten dennoch Fehler bekannt werden, spielt das System die wichtigsten Updates selbst ein.

Was braucht man für WordPress?

Mit WordPress benötigen Sie einen Hosting-Provider, bei dem Sie die Software installieren können. Sie läuft vollständig im Web, und Sie benötigen nach der Installation nur noch einen Browser zur Bedienung. Es genügen meist schon die kleinen Pakete für um die 5 Euro/Monat. Ein paar Mailadressen und 1-3 Webadressen (Domains) sind dabei häufig schon enthalten. Sie sind nicht für immer an den Anbieter gebunden: Finden Sie einen besseren, können Sie eine Kopie der Webseite machen und anderswo installieren.

WordPress selbst ist relativ genügsam: Es benötigt etwas Speicherplatz und eine Datenbank. Vor der Installation sollte Ihre Domain schon freigeschaltet sein. Das geht bei .de-Domains recht flott, kann sonst aber schon mal ein paar Tage dauern. Ist die Domain dann aktiv – meist erkennt man das daran, dass auf der Domain jetzt eine Baustellenseite des gewählten Providers angezeigt wird –, kann die Installation beginnen. Die Software zum Download und alle Infos dazu gibt es hier:
https://de.Wordpress.org/ (Wichtig: Nicht bei https://de.wordpress.com/ – das ist ein Webservice mit dem gleichen Namen, davon spreche ich im Folgenden nicht). Aber meistens muss man den dort beschriebenen Weg gar nicht gehen, sondern der Provider bietet eine Funktion zur geführten Installation an. Meist findet man das nach Vertragsabschluss im Loginbereich unter „Software-Installation“ oder „Web-Apps“ oder Ähnlichem. Hier einfach WordPress anklicken, die Domain auswählen und die Maschine arbeiten lassen. Danach kann man sich in der Verwaltung (= Backend) seines WordPress anmelden, indem man seine Adresse um „/wp-admin“ verlängert im Adressfeld des Browsers einträgt. (Wichtig: nicht in der Google-Suche, die Suchmaschinen wissen zu dem Zeitpunkt noch nichts von der Existenz der Seite.)

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Führender und zukunftsorientierter Anbieter für LVT-Designbodenbeläge

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Wie wird WordPress konfiguriert?

Grundsätzlich gibt es vom einfachen Blog zum voll ausgewachsenen Shop alle Möglichkeiten, WordPress auszubauen. Im Folgenden gehe ich auf grundsätzliche Überlegungen für kleine Büros und Gewerbe ein.

Wie soll das Kind nun heißen?

Unter dem Menüpunkt Einstellungen / Allgemein im Backend wird der Name der Seite – also des Geschäfts – eingestellt. Es gibt eine Unterzeile für einen Slogan oder Ähnliches. Was davon wie angezeigt wird, entscheidet später die Designvorlage (= Theme).

wordpress_Einstellungen_Titel

Blog oder kein Blog?

Da WordPress seine Wurzeln in der Bloggerszene hat, haben wir jetzt bereits ein Blog voreingestellt. Das Blog wird den Titel und den Texteinstieg des neuesten Artikels oben anzeigen und die älteren Artikel-Anfänge werden jeweils darunter chronologisch sortiert. Auch die Kommentarfunktion ist bereits eingeschaltet und ein Testkommentar hinterlegt. Dieses Verhalten können wir ändern. Arbeiten wir ohne Blog, dann wird einfach eine neue Startseite (z. B. Home) erstellt. Wie das geht, erkläre ich im nächsten Abschnitt. Diese Seite wird dann im Backend unter dem Menüpunkt Einstellungen / Lesen als „Homepage“ eingestellt, wie im Bild gezeigt.

wordpress_Einstellungen_Lesen

Damit die Seite auch in dieser Auswahl erscheint, muss sie vorher bereits veröffentlicht worden sein. Ein „Speichern“ alleine genügt nicht. Ist das erfolgt, haben wir zunächst kein Blog mehr und die Startseite zeigt die Seite „Home“.

Soll es doch ein Blog geben, das über einen eigenen Menüpunkt angezeigt wird, geht das wie folgt: Man legt eine weitere Seite an – im Beispiel eine Seite mit dem Titel „Blog“ – und veröffentlicht diese ohne weiteren Inhalt. Jetzt kann man im Menü „Einstellungen“ / „Lesen“ unter Beitragsname die Seite auswählen und WordPress wird seine Artikel künftig dort anzeigen. Wir können dann diese Seite später im Menüeditor an den richtigen Platz setzen (siehe weiter unten). Um die Einstellungen zu speichern, scrollen Sie auf der Seite nach unten und klicken Sie „Änderungen speichern“.

Quasselstrippe

Im Menüpunkt Einstellungen / Diskussion legen wir fest, ob kommentiert werden darf und, wenn ja, zu welchen Regeln. Diese Einstellungen gelten in erster Linie für das Blog. Gibt es keines, ist es nicht relevant. Zum Deaktivieren der Kommentarfunktion bei neuen Artikeln die ersten drei Haken rausnehmen.

wordpress_Einstellugnen_Diskussion1

Sind Kommentare gewünscht, die Haken drin lassen und die für die Detailkonfiguration weiter nach unten scrollen. Wichtig ist noch dieser Absatz: Bei dieser Konfiguration ist sichergestellt, dass wir informiert werden, wenn ein Kommentar geschrieben wurde, und dass der Kommentar vorher gelesen werden kann, bevor wir ihn freischalten.

Theme

Das Theme, auch Template genannt, definiert das Aussehen Ihrer Webseite. Wenn Sie frisch installieren, werden 2-3 Standard-Designs von WordPress mitgeliefert. Diesen Look können Sie anpassen (Customizer, nächster Abschnitt) oder komplett austauschen. Die erste Ansicht, die Sie sehen, ist der Vorrat an bereits in Ihrem WordPress installierten Themes. Wenn Sie ein Vorschaubild mit der Maus berühren, erscheint ein Knopf „Aktivieren“, mit dem Sie auf dieses Theme umschalten können. Das Aussehen der Webseite ändert sich sofort.

worpress_Themes

Wollen Sie zusätzliche Themes installieren, klicken Sie auf den Knopf „Hinzufügen“ auf dieser Seite oben. Hier finden Sie zusätzliche kostenlose Designs und eine Suchfunktion. Bei der Auswahl ist es vor allem wichtig, dass Sie sich Folgendes klarmachen:

  • Struktur der Seite (Abstände, Navigation, Spalten, Bildergrößen)
  • Funktionen, die benötigt werden: Feld für Logo, Slider (= Bilder mit oder ohne Beschriftung, die durchwechseln), Shop
  • Titelseite als Blog oder als normale Seite (manche Themes sehen nur dann so schick aus wie in der Vorschau, wenn auch gebloggt wird = Blogger-Theme im Gegensatz zu einem Business-Theme)

Kostenlose Themes gibt es häufig ohne weitere Veränderungsmöglichkeit der Schriftarten oder Hintergrundfarben. Auch ist meist ganz unten auf der Seite ein Verweis auf den Hersteller vorhanden, der nicht (so leicht) entfernt werden kann.

Kostenpflichtige Themes

Diese Themes werden nicht im WordPress selber angezeigt. Dafür können Sie im Web nach geeigneten Themes suchen. Vor dem Kauf gibt es meist eine Preview-Möglichkeit. Sie könnten also sehen, wie das Theme aussieht, wenn es optimal eingestellt ist. Für den Preis gibt es häufig auch zeitlich begrenzten Support und Aktualisierungen.

Eine Google-Suche, z.B. nach „wordpress theme architecture“, fördert einige Listen mit Themes zutage. Ist auf diese Weise ein Theme gefunden, wird es vom Hersteller als .zip-Datei ausgeliefert. Diese .zip wird dann über den Knopf „Theme hochladen“ auf der Seite „Themes hinzufügen“ in das WordPress integriert. Das Hochladen dauert einen Moment – je nach Größe der Datei. Nach der Installation kann es wieder über den Knopf „Aktivieren“ als aktuelle Vorlage eingestellt werden. Hinweis: Sind die Themes besonders „fancy“, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bedienung auch kompliziert werden kann. Sind Sie eher der Lego-Typ „Block für Block“, dann ist vielleicht ein „Pagebuilder-Theme“ etwas für Sie. Ganze Arbeit leistet z.B. „Divi-Builder“ von elegantthemes.com.

wordpress_themes hinzufuegen

Customizer – Theme-Einstellungen mit Preview-Funktion

Wenn Sie Änderungen am Layout vornehmen möchten, nutzen Sie den Customizer, den Sie über das Menü Design erreichen. Sobald aktiviert, schaltet sich Ihre Ansicht um und Sie sehen die Frontseite Ihrer Webseite im aktuellen Look. Links stehen jetzt die Einstelloptionen des Themes und ein paar WordPress-Standards wie der Menüeditor, den wir uns noch separat anschauen. Sind Sie zufrieden mit den Einstellungen, dann klicken Sie oben auf „Veröffentlichen“ und das neu konfigurierte Design ist für die Besucher sichtbar. Haben Sie sich „verkonfiguriert“? Kein Problem: Über das „X“ oben links werden die noch nicht gespeicherten Änderungen verworfen. Um eine häufige Frage vorwegzunehmen: Gibt es hier keine „Einstellungen“ zu „Fonts / Schriften“, können Sie die Schriften nicht weiter anpassen. Wenn das aber der einzige Makel des Themes ist: WordPress-Experten können das für Sie per Code oder Erweiterung meist recht einfach anpassen.

Wo kann ich das noch mal …?

Fehlen Ihnen nach der Arbeit im Customizer noch Einstellmöglichkeiten, die aber in der Preview des Herstellers vorhanden waren? Überprüfen Sie doch mal Folgendes:

  • Hat das Theme weitere Menüpunkte im Backend eingefügt? Der Name des Themes oder der Herstellername als Menüpunkt wären ein Anhaltspunkt
  • Fehlen Plugins? Wenn Sie in den Menüpunkt „Plugins“ schauen, kann es sein, dass es oben einen Hinweis auf vom Theme empfohlene Plugins gibt. Diese bitte installieren. Danach könnten weitere Menüpunkte zur Konfiguration erscheinen.
  • Seiten-Design-Vorlage: Wenn Sie unter „Seiten“ eine einzelne Seite aufrufen: Gibt es rechts neben dem Texteingabefeld im Feld „Seiten-Attribute“ noch eine neue Liste mit Seitenvorlagen? Vielleicht eine für die besondere Startseite?
  • Ergänzen Sie die Seiten und Beiträge doch mal um „Beitragsbilder“. Die Funktion finden Sie rechts unterhalb des Texteingabefeldes.
  • Manche Hersteller liefern auch Demo-Inhalte mit. Wenn Sie diese importieren, müssen Sie nicht bei null anfangen.

  • Ein paar Seiten und Blogbeiträge anzulegen, ist generell eine gute Idee. Wie das geht, beschreibe ich im nächsten Abschnitt.
  • Notfalls hilft das Studium der Anleitung oder der Support. Gibt es evtl. sogar Videos, die Ihre Frage beantworten?

Hilft alles nichts, ist das Theme vielleicht ungeeignet und Sie probieren ein anderes aus. Eine kleine, feine Auswahl finden Sie auch hier: https://themememe.com/themes/category/business. Oder hier: https://www.elmastudio.de.

Inhalte erstellen: Seiten und Beiträge

WordPress unterscheidet zwei Arten von Inhalten. Im Businessbereich ist meist die „Seite“ der Standard. Hier können Sie über Ihr Geschäft sprechen, Ihre Referenzen teilen und ein Kontaktformular anbieten. Auch das Impressum und die Datenschutzerklärung sind im Normalfall „Seiten“.

Im Gegensatz dazu sind „Beiträge“ typischerweise Informationen mit einem Nachrichtengehalt oder aktuellen Bezug: Sie berichten von der Messe, erzählen Branchennews und begleiten Entwicklungen. Also alles, was in einem Blog oder Newsbereich vorstellbar ist. Als Besonderheit haben die Beiträge zusätzlich eine Übersichtsseite, die die letzten Blogbeiträge chronologisch auflistet und mit Titel und Texteinstieg zum Lesen des Blogbeitrags einlädt. Die Übersichtsseite ist entweder auf der Startseite oder über die Seite „Blog“ im Menü erreichbar – je nach Konfiguration. Blogseiten erkennen Sie auch daran, dass unter der Überschrift häufig noch der Autor, das Datum und ggf. noch Kategorien und Schlagworte stehen.

Seite erstellen

Über den Menüpunkt „Seiten“ bekommen Sie eine Übersicht über alle bereits bestehenden Seiten. Standardmäßig ist hier die „Beispiel-Seite“ enthalten.

wordpress_Seiten_erstellen

Berühren Sie einen Listeneintrag mit der Maus, so erscheinen die Optionen zum Bearbeiten, Anschauen oder Löschen. Der Zusatz „Entwurf“ heißt hier, dass diese Seite zwar gespeichert, aber noch nicht veröffentlicht ist. Oben auf der Seite finden wir auch einen Knopf zum Erstellen neuer Seiten. „Erstellen“ oder „Bearbeiten“ bringt uns in den Seiten-Editor.

Hier wird zunächst der Titel der Seite – also die Text-Überschrift – eingegeben. Danach wechselt man in das große Feld, um den Text einzugeben. Die Menüpunkte erklären sich, wenn Sie mit der Maus darüberfahren, weitgehend von selbst – einfach ausprobieren. Vielleicht aber so viel:

  • Der Knopf „Medien hinzufügen“ fügt an die Stelle, an der die Schreibmarke (Cursor) im Text steht, eine Datei ein. Nativ kann WordPress mit Bildern in den Formaten .gif, .jpg und .png umgehen, darüber hinaus mit m3-Audio oder mp4-Video. Denken Sie hier daran, dass große Bilddateien auch lange Ladezeiten für die User nach sich ziehen.
  • Die Reiter „Visuell / Text“ schalten zwischen der optischen Darstellung des Textes und der zugehörigen HTML-Programmierung hin und her.
  • Mit der Taste „Enter“ fügen Sie einen Absatz in den Text ein.
  • Wollen Sie eine Zwischenüberschrift korrekt formatieren, setzen Sie sie auf einen separaten Absatz und markieren Sie sie mit dem Cursor. Wenn Sie jetzt im ersten Feld „Absatz“ anklicken, erhalten sie eine Auswahl von Überschriftarten, die hierarchisch aufgebaut sind.
  • Am Ende der Leiste finden Sie den Knopf „Werkzeugleiste umschalten“. Nach Betätigen werden weitere Schaltflächen darunter freigeschaltet.
  • Dort in der zweiten Zeile finden Sie „Als Text einfügen“: Wenn Sie Texte aus einer Textverarbeitung kopieren, kommen meist zusätzliche Formatierungsinformationen mit, mit denen aber der Browser nichts anfangen kann. Nach Aktivierung der Taste wird nur noch der Text übernommen.

Speichern, Vorschau, Veröffentlichen

Rechts neben dem Text finden Sie einen Kasten „Veröffentlichen“. Ist die Seite neu angelegt worden, gibt es drei Knöpfe: „Speichern“, „Vorschau“ und „Veröffentlichen“. Oben steht außerdem der „Status: Entwurf“. Solange Sie nicht auf „Veröffentlichen“ klicken, ist die Seite von außen noch nicht sichtbar. Trotzdem können Sie den Entwurf über diese Buttons speichern oder eine Vorschau betrachten.

Ist die Seite dann veröffentlicht, ändern sich die Buttons. Jetzt haben Sie nur noch die Knöpfe „Vorschau der Änderungen“ und „Aktualisieren“. Über Letzteren werden die Änderungen für die Besucher der Seite sichtbar gemacht und gleichzeitig die Seite gespeichert.

wordpress_Seite_bearbeiten

Zusatzfunktionen für den Beitragseditor

Der Menüpunkt „Beiträge“ ist ganz ähnlich aufgebaut. Im Editor gibt es aber rechts unten, neben dem Texteingabefeld, zusätzliche Möglichkeiten der Sortierung: Schlagwörter und Kategorien. Damit können Sie ihre Blogbeiträge genauer sortieren und der Leser findet einfacher seine relevanten Artikel. Hier wird jetzt der „Weiterlesen-Tag“ aus der Menüleiste über dem Textfeld relevant. Sie finden ihn in der ersten Zeile fast ganz rechts – genau vor der Umschalttaste für die zweite Menüleiste. Mit diesem Knopf legen Sie fest, welcher Teil des Textes in der Blog-Übersichtsseite und welcher Teil erst, nachdem der User auf „Weiterlesen“ geklickt hat, angezeigt wird. Den Effekt sehen Sie natürlich nur auf der Blog-Übersichtsseite. Also auf der Startseite oder auf der Seite „Blog“ – je nach Konfiguration. Wenn Sie schon im Artikel sind, hat es ja auch keinen Sinn. Am einfachsten machen Sie einen Absatz, setzten den Cursor dort hin und klicken den Knopf an. Fertig.

Umschaltung zur Webseite (= Frontend)

Wenn Ihre Seite langsam wächst, können Sie das Ergebnis aus Sicht des späteren Benutzers einmal ausprobieren, indem Sie auf das Frontend umschalten. Dazu haben Sie oben links ein Symbol in Form eines Hauses. Ein Klick befördert Sie auf die Startseite Ihrer Webseite. Dabei müssen Sie sich den oberen schwarzen Balken wegdenken – der ist nur für Sie sichtbar. Ein Klick an dieselbe Stelle – jetzt ist hier ein kleiner Tacho – bringt Sie wieder zurück in das Backend (= die Verwaltungsebene). Das Aufklappende können Sie dabei getrost ignorieren.

Günther A. Biebl

Foto: Sandra Birkner Photography

Über den Autor

Günther A. Biebl ist mit über 15 Jahren Branchenerfahrung ein echter Spezialist für die Übersetzungarbeit zwischen intelligenten Webtools und ihrer einfachen Anwendung. Er macht seine Kunden fit für die selbständige Erstellung, Verwaltung und Optimierung individueller WordPress-Webseiten.

Mehr zu Beratung und Seminarangeboten: https://collaborato.de.

Menü anlegen

Wenn Sie jetzt festgestellt haben, dass das Menü noch nicht dem entspricht, das sie haben wollen, gehen Sie wie folgt vor:

• Stellen Sie sicher, dass die Seiten, die das Menü bilden sollen, veröffentlicht sind. Sonst gehen Sie zum Editor der Seite und klicken Sie auf „Veröffentlichen“. Klicken Sie dazu auf den Menüpunkt „Seiten“: Steht hier noch an den relevanten Dokumenten „Entwurf“? Falls ja, veröffentlichen Sie wie oben beschrieben.

• Navigieren Sie zum Menü „Design“ / „Menüs“. Dort erstellen Sie ein neues Menü, falls noch nicht vorhanden: das Feld bei „Name des Menüs“ ausfüllen und „Menü erstellen“ klicken.

• Jetzt machen Sie Häkchen auf der linken Seite und wählen Sie diejenigen Seiten aus, die im Menü erscheinen sollen. Fehlt eine Seite, gibt es den Punkt „Alle anzeigen“ oder „Suchen“ direkt darüber. Danach bitte unter der Auswahlbox „Zum Menü hinzufügen“ klicken.

• Jetzt sortieren Sie auf der rechten Seite die neu erschienenen Menüpunkte. Wenn Sie einen Menüpunkt nach rechts ziehen, wird er eingerückt und ist fortan ein Untermenüpunkt. Weitere Optionen sowie Löschen des Menüpunktes erreichen Sie über den Dreieck-Pfeil auf der rechten Seite des jeweiligen Menüpunktes. Jetzt zwischenspeichern über den „Menü speichern“-Knopf.

• Zum Schluss muss das Theme noch erfahren, was es mit dem Menü anfangen soll. Dazu blendet das jeweilige Theme auf dieser Seite unterhalb des eben erstellten Menüs in den „Menü-Einstellungen“ die „Position im Theme“ ein. Wählen Sie hier den Punkt, der nach Hauptmenü klingt. Bitte nur je ein Menü mit einer Menüposition belegen. Wenn Sie das Theme später noch mal wechseln, kann es gut sein, dass Sie diesen letzten Punkt wiederholen müssen. Jetzt sollten Sie wieder speichern – fertig.

Widgets

Hier handelt es sich um kleine Module, für die das Template verschiedene Darstellungsbereiche vorgesehen hat. Klassisch sind hier die rechte Seitenleiste (= Sidebar) oder der Fußbereich (= Footer). Es gibt eine Reihe von fest vorgegebenen Widgets und andere können als Plugin nachgerüstet werden. Die Klassiker sind die Suchfunktion, ein Bereich über die letzten Artikel, letzte Kommentare, zusätzliches Menü als Verlinkung, ein Bild oder einen HTML-Code für eine Newsletter-Anmeldung von einem separaten Dienstleister.

Den Bereich erreichen Sie über den Menüpunkt „Design“ / „Widgets“. Links sehen Sie die vorhandenen, möglichen Widgets und rechts die vom Template vorgegebenen Widget-Bereiche. Sollte sich in der Seitenleiste noch das Widget „Meta“ befinden, können Sie dieses jetzt löschen. Das dient dem WordPress-Neuling zur Orientierung und hat keine Bedeutung für die späteren Besucher. An die Löschfunktion kommen Sie, wenn Sie bei dem Widget den Dreieckspfeil auf der rechten Seite anklicken. Dort finden Sie auch zusätzliche Einstellmöglichkeiten.

Plugins

Plugins sind Funktionserweiterungen. Also etwas, das Ihnen noch am WordPress und dem aktuellen Theme fehlt, kann hier nachgerüstet werden. Es gibt hier tausende von Erweiterungen, alle von verschiedenen Autoren geschrieben. Je mehr Plugins, desto langsamer wird allerdings die Seite und desto mehr Updates müssen gemacht werden. Mehr zum Update im letzten Abschnitt.

Plugins werden wieder in zwei Stufen im System integriert. Über „Plugins“ / „Installierte Plugins“ finden Sie die bereits vorhandenen Erweiterungen. Daran, ob ein blauer Balken vorangestellt ist oder nicht, erkennen Sie, ob das Plugin aktiviert ist oder nur installiert, aber nicht aktiv. Nur die Funktionen von aktivierten Plugins können Sie nutzen.

Über den Button oben kommen Sie auf die Seite „Plugins hinzufügen“. Jetzt können Sie nach neuen Plugins suchen, diese installieren und aktivieren. Achten Sie dabei auf die Bewertungen unter der Beschreibung. Ein 2 Jahre altes Plugin sollten Sie nicht mehr verwenden und ein Plugin, das schlecht bewertet ist, auch nicht.

wordpress_Plugins

Folgende Plugins sind vielleicht interessant für Sie:

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Updates

Die WordPress Community ist sehr aktiv. Der Vorteil ist, dass auf Veränderung oder erkannte Sicherheitslücken schnell reagiert wird. Das führt auch schon zum Nachteil: Es gibt reichlich Updates von WordPress selbst, den installierten Themes und Plugins. Selbst nicht aktive Plugins und Themes werden aktualisiert. Es macht also Sinn, diese zu löschen, sollten sie wirklich nicht mehr benötigt werden.

Die Updates erreichen Sie über „Dashboard“ / „Aktualisierungen“. Hier finden Sie schon eine Zahl in einem roten Kreis, sollte hier etwas zu tun sein.

Es gibt vier Gruppen von Aktualisierungen: WordPress selbst, Plugins, Themes und Übersetzungen. Das Vorgehen ist recht trivial: Haken setzen und z.B. „Plugins aktualisieren“ drücken. Meine Empfehlung: Die Aktualisierungen regelmäßig machen, spätestens alle 2-3 Monate. Im Idealfall haben Sie vorher ein Backup gemacht – oder wissen zumindest, dass Ihr Webhoster das für Sie gemacht hat. Danach können Sie die Updates durchführen. Sind es sehr viele, hat es sich bewährt, nicht alles auf einmal, sondern besser in Etappen upzudaten. Der Vorteil ist: Im Fehlerfall wissen Sie noch, welche Module der Auslöser für den Fehler waren.

Trotz der letzten Worte erweist sich WordPress in der Praxis als sehr ausgereift und recht stabil. Das erlaubt ein „Learning by doing“ – einfach mal ausprobieren. Sollten Sie mal nicht weiterkommen, gibt es viele Experten und Seminare, die Ihnen gerne weiterhelfen. Wenn Sie in der Lage sind, eine ansprechende Seite selbst zu verwalten, gibt Ihnen das eine große Flexibilität für Ihren Webauftritt und spart gerade in der Anfangszeit auch Kosten. Wenn Sie mal nicht wollen, dass die ganze Welt zusehen kann, wie Sie experimentieren, dann verwenden Sie z.B. das Plugin Maintenance Mode von Lukas Juhas – das sperrt unliebsame Besucher einfach aus – und zeigt Ihnen stattdessen eine Hinweisseite, die Sie selbst konfigurieren können.

Ordnung ist das halbe Berufsleben

Ordnung ist das halbe Berufsleben

von Ute Schroeter und Nicole Puscz

Die meisten Architekten und Bauingenieure starten als Angestellte ins Berufsleben. Damit bleibt ihnen – anders als bei Selbständigen – ziemlich viel Bürokratie erspart. Dennoch müssen auch Angestellte den einen oder anderen „Papierkram“ meistern.

Aufräumen!

Foto: Marisa_Sias/pixabay.com

ORDNUNG

Die Verzettelungsgefahr ist groß, denn das Finanzamt, die Bundesagentur für Arbeit oder die Versicherungen schicken wichtige Unterlagen immer noch auf Papier per Post. Auch die monatlichen Gehaltsabrechnungen, die man unbedingt aufbewahren sollte, um beispielsweise Rentenansprüche nachweisen zu können, werden in Papierform an Angestellte und Mitarbeiter ausgehändigt. Anfangs mögen die Stapel an unsortierten Bescheiden und Policen noch wenig Eindruck erwecken, können aber spätestens beim Erstellen der ersten Einkommensteuererklärung zum unbezwingbaren Gegner werden. Wo ist der Versicherungsschein für die Berufsunfähigkeit und wo verflixt der letzte Bescheid vom Finanzamt, aus dem die Steuernummer hervorgeht? Deshalb: Halten Sie Ordnung, und zwar konsequent von Anfang an. Ordnung halten ist eigentlich ganz einfach und fällt vielen von uns dennoch schwer: Jeder Zettel, jedes Dokument braucht seinen Platz. Die erste Herausforderung besteht darin, jedem Stück Papier einen solchen Platz zuzuweisen, und zwar so, dass man alle Dokumente später schnell wiederfindet. Bewährt haben sich ordnende Systeme, wie Aktenordner mit Trennblättern. Im Ordner „Versicherungen“ können Sie beispielsweise sämtliche Versicherungsunterlagen abheften. Da Sie es mit ziemlich vielen Versicherungen zu tun bekommen werden, sollten Sie jeden Vorgang mit beschrifteten Trennblättern unterteilen, auch dann, wenn Sie bei einem Anbieter mehrere Verträge haben. Achten Sie auf einen übersichtlich beschrifteten Ordnerrücken mit Angaben zu Inhalt und Jahreszahl. Beschriften Sie ruhig mit der Hand – das geht schneller als gedruckt. Wer dazu immer denselben Stift verwendet und die Beschriftung immer gleich anordnet, schafft auch rein äußerlich einen ordentlichen Eindruck im heimischen Regal.

Die zweite Herausforderung liegt darin, sich die Zeit zum Aufräumen zu nehmen. Nach der Arbeit hat man verständlicherweise wenig Lust, Papierberge zu bändigen. Am besten lassen sich diese zähmen, wenn man sie erst gar nicht wachsen lässt. Briefe also immer sofort öffnen, gegebenenfalls den Vorgang erledigen und danach gleich abheften.

VERSICHERUNGEN

Krankenversicherung

In Deutschland gilt Krankenversicherungspflicht, das heißt, jeder – egal ob abhängig beschäftigt oder selbständig – muss sich selbst ausreichend krankenversichern. Das ist gesetzlich
vorgeschrieben. Die studentische Krankenversicherung endet mit dem Ende des Semesters, in dem man exmatrikuliert wurde. Dann meldet sich normalerweise die Krankenversicherung und bietet eine „freiwillige Versicherung“ an. Der Beitrag errechnet sich grundsätzlich aus den aktuellen Einnahmen. Hat der Betroffene keine oder nur geringe Einnahmen, wird der Beitrag nach der sogenannten Mindestbemessungsgrenze berechnet, die jedes Jahr vom Gesetzgeber einheitlich für alle Krankenkassen festgesetzt wird.

Wer in einem Anstellungsverhältnis steht, wird normalerweise gesetzlich versichert. Die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung haben nur Beamte, Selbständige – Freiberufler oder Gewerbetreibende – und Angestellte, deren Einkommen über der „Versicherungspflichtgrenze“ von 52.200 Euro im Jahr liegt. Für die anderen, die „Pflichtversicherten“, ist grundsätzlich die gesetzliche Krankenkasse zuständig. Den Anbieter darf man selbst auswählen, Sie müssen nur Ihren Arbeitgeber über Ihre Wahl in Kenntnis setzen. Den Beitrag teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Höhe richtet sich nach Ihrem Bruttogehalt, momentan liegt der Arbeitnehmeranteil zur Krankenversicherung bei 7,3 Prozent.

Da die gesetzlichen Krankenversicherungen in der Gestaltung der Leistungen an das Sozialgesetzbuch gebunden sind, fallen rund 95 Prozent der Leistungen bei allen Kassen gleich aus, dazu zählen unter anderem Behandlungen im Krankenhaus, Behandlungen beim Zahnarzt, Leistungen für Kinder sowie Heilmittel und Hilfsmittel. Seit 2015 erheben die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag zwischen 0 und 1,3 Prozent. Die Höhe darf jede Kasse selbst festlegen. An dieser Stelle stehen die Kassen also im Wettbewerb, daher lohnt sich ein Vergleich auch bei der gesetzlichen Versicherung. Denn der Arbeitgeber muss sich lediglich am gesetzlichen Krankenkassenbeitrag von 14,6 Prozent zur Hälfte beteiligen. Für den Zusatzbeitrag kommt der Versicherte selbst auf.

Haftpflichtversicherung

Bei der Haftpflichtversicherung muss man unterscheiden zwischen der privaten und der Berufshaftpflichtversicherung. Die private Haftpflichtversicherung zahlt, wenn der Versicherte einen anderen schädigt. Fachleute halten sie für absolut notwendig, weil beispielsweise die Kosten eines Personenschadens den Verursacher finanziell ruinieren können: Schmerzensgeld, Behandlungs- und Pflegekosten sowie der behindertengerechte Umbau einer Wohnung können sich auf Millionen summieren. Die Stiftung Warentest rät dringend zur privaten Haftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden. Die Berufshaftpflichtversicherung für Architekten und Ingenieure ist nur für Selbständige relevant. Angestellte sind automatisch über ihren Arbeitgeber mitversichert, müssen sich also darum nicht kümmern. Ein Sonderthema, das für viele Absolventen eine Rolle spielen kann, ist die „freie Mitarbeit“. Sonderklauseln, dass freie Mitarbeiter unter die Versicherung des Büros „unterschlüpfen“ können, existieren zwar, bergen aber auch Gefahren. Wenn Sie eine freie Mitarbeit planen, lesen Sie dazu unbedingt unser Kapitel „Existenzgründung“.

Unfallschutz

Ein Teil des deutschen Sozialversicherungssystems ist die gesetzliche Unfallversicherung – getragen durch die verschiedenen Berufsgenossenschaften. Angestellte sind über ihren Betrieb automatisch in der Berufsgenossenschaft pflichtversichert. Sie sind dann bei allen betrieblichen Tätigkeiten gegen die Folgen von Arbeitsunfällen, Wegeunfällen (auf dem Weg von und zur Arbeit) und Berufskrankheiten abgesichert. Behandlungskosten nach einem Unfall werden von der Krankenversicherung bezahlt, aber nicht alle Maßnahmen übernehmen die Krankenkassen, im Gegensatz zu den Berufsgenossenschaften, die normalerweise alle medizinisch nötigen Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen tragen. Im schlimmsten Fall zahlen die Berufsgenossenschaften auch Invaliditäts- bzw. Hinterbliebenenrente. Sie decken allerdings ausschließlich Unfälle und Erkrankungen ab, die direkt mit der Arbeit zusammenhängen – Freizeitunfälle natürlich nicht.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer aufgrund einer beruflich bedingten Krankheit oder eines Unfalls berufsunfähig wird und in der Berufsgenossenschaft (freiwillig) versichert ist, bekommt eine Invaliditätsrente. Die Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung kommt nur in ganz seltenen Fällen zum Tragen und reicht meistens kaum aus, um den Lebensstandard zu halten. Berufsunfähigkeit ist über die gesetzliche Rentenversicherung seit 2001 gar nicht mehr abgedeckt. Private Versicherungsunternehmen bieten Berufsunfähigkeitsversicherungen an, die unabhängig vom Grund der Berufsunfähigkeit, also beispielsweise auch nach Freizeitunfällen, zahlen. Sie sind für Angestellte wie für Selbständige interessant. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift, wenn man nicht mehr im erlernten oder vorwiegend ausgeübten Beruf arbeiten kann, und das unabhängig davon, ob in einem anderen Beruf gearbeitet wird – es sei denn, im Vertrag gibt es eine Klausel über die „abstrakte Verweisung“, denn das würde bedeuten, dass die Versicherung die Leistungen verweigern kann, wenn man in einem anderen Beruf arbeitet. Nur noch wenige Versicherungen haben diese – für den Versicherungsnehmer ungünstige – Klausel, die Vertragsbedingungen sollten also genau gelesen werden. Die Höhe der Leistungen kann individuell festgelegt werden, hat aber Auswirkungen auf die Beitragshöhe, die auch risiko- und altersabhängig ist. Weil die Beitragshöhe sich auch nach dem Eintrittsalter richtet, ist es besonders für junge Menschen sinnvoll, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Sie sollte so abgeschlossen werden, dass im Schadensfall die Rente bis zum Eintritt in das Rentenalter gezahlt wird. Auch hier ist es sinnvoll, vergleichbare Angebote verschiedener Versicherungsunternehmen einzuholen und zu vergleichen.

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Die Berufshaftpflichtversicherung ist ein wichtiger Baustein für Ihre Karriere. Wir unterstützen Sie von Beginn an mit dem höchsten Berufseinsteiger-Bonus und langsam anpassenden Beiträgen. Wir geben Ihnen aber noch weitere wichtige Hilfestellungen.

www.aia.de

DIE ERSTE STEUERERKLÄRUNG

Müssen Arbeitnehmer eine Steuererklärung abgeben? In vielen Fällen sind sie nicht dazu verpflichtet, es sei denn, sie gehören beispielsweise einer bestimmten Steuerklasse an oder beziehen Nebeneinkünfte wie Mieten oder Honorare. Selbständige müssen grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben. Aber auch Arbeitnehmer, Studenten oder Jobsuchende sollten sich freiwillig die Mühe machen, denn häufig winkt eine Rückerstattung vom Finanzamt, natürlich nur, wenn man bereits Steuern gezahlt hat. Wer Einkünfte unter dem gesetzlichen Freibetrag erzielt hat (2017: 8.820 EUR), bekommt bereits gezahlte Steuern auf jeden Fall zurück. Höhere Einkünfte können durch Abzug von beispielsweise Werbungskosten gesenkt werden. Wichtig: Sie müssen dem Finanzamt gegenüber belegen können, dass Ihnen die Rückerstattung zusteht. Deshalb gewöhnen Sie sich gleich zu Anfang des Berufslebens an, relevante Belege zu sammeln, um sie beim Finanzamt einreichen zu können.

Über „Elster“ (www.elster.de), das offizielle Programm der Finanzverwaltung von Bund und Ländern, erhalten Sie sämtliche Formulare. Sie können Ihre Steuererklärung nach Registrierung bei Elster auch elektronisch abgeben, meist wird diese sogar schneller bearbeitet. Mittlerweile gibt es auch vereinfachte Steuererklärungsbögen für Arbeitnehmer. Bei der ersten Steuererklärung das Feld „Steuernummer“ freilassen. Die Steueridentifikationsnummer finden Sie später auf dem Lohnsteuerbescheid. Zur Erstellung Ihrer Steuererklärung brauchen Sie:

  • Persönliche Daten: Name, Adresse, Geburtsort,
  • Steuernummer, Steueridentifikationsnummer etc.
  • Einkommensnachweise (Lohnsteuerbescheinigung,
  • Bescheinigung über Arbeitslosengeld, Kindergeld,
  • Elterngeld, Abfindungen, Insolvenzausfallgeld etc.)
  • Eventuell Bescheinigungen für Anlage Kind (Schulgeld,
  • Kinderbetreuungskosten, Kranken- und Pflegeversicherungs- beiträge, Ausbildungsbescheinigung, BAföG-Bescheid etc.)
  • Belege für Werbungskosten (Fortbildung, Arbeitsmaterial,
  • Reise- und Umzugskosten, Bewerbungskosten etc.)
  • Belege für Sonderausgaben (Unfall-, Haftpflicht-, Lebens- und Rentenversicherungsbeiträge, Kranken- und
  • Pflegeversicherung, Spenden etc.)
  • Belege für außergewöhnliche Belastungen
  • (Krankheitskosten, Haushaltshilfe etc.)

Diese Kosten lassen sich absetzen:

Werbungskosten:

Alle Kosten, die mit dem Beruf oder der Ausbildung zusammenhängen, von Kosten für Bewerbung über Fahrtkosten und Umzugskosten bis hin zu Fortbildungen. Vom Finanzamt werden jährlich 1.000 Euro automatisch als Arbeitnehmerpauschbetrag berücksichtigt. Bei höheren Kosten lohnt es sich, die entsprechenden Belege zu sammeln und einzureichen.

Sonderausgaben:

Dazu zählen Beiträge für die Altersvorsorge, Beiträge zu der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, zur Rentenversicherung, aber auch Spenden. Wenn Sie keine genauen Angaben zu der Höhe der Ausgaben machen, rechnet das Finanzamt pauschal 36 Euro an.

Außergewöhnliche Belastung:

Krankheitskosten (Arztkosten, Zuzahlung für Medikamente, Brille etc.), Unterhaltskosten und Katastrophenschäden fallen unter den Begriff der außergewöhnlichen Belastung. Wie viel davon angerechnet wird, hängt von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab.

Steuerermäßigungen:

bekommen Sie für alle Handwerksarbeiten und Dienstleistungen, die rund um den Haushalt anfallen. Dazu gehören beispielsweise Kosten für Maler, Heizungswartung, aber auch Kosten für Haushaltshilfen. Bei einem Umzug summieren sich die Kosten für Handwerker und Dienstleistungen enorm. Hier also unbedingt die entsprechenden Nachweise sammeln.

Interview: Als Architekt früh selbstständig

Interview: Als Architekt früh selbstständig

von Özlem Özdemir

Bastian Sevilgen, Nikolas Savić und Maximilian Niggl sind ihr eigener Chef, doch bei der Gründung des Architekturbüros „dreigegeneinen“ hatten sie noch nicht einmal die Bauvorlageberechtigung von der Architektenkammer. Ihr Beispiel zeigt, dass es dennoch klappen kann mit der frühen Selbstständigkeit.


Die Drei von dreigegeneinen: Bastian Sevilgen, Maximilian Niggl und Nikolas Savić (v.l.)

Foto: dreigegeneinen
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Museum der bayerischen Geschichte
dreigegeneinen für wörner traxler richter, Frankfurt (Main) 

Foto: dreigegeneinen

Sie haben sich bereits im Studium an der Bauhaus Universität, ein Jahr vor Ihrem Diplom (2010), selbstständig gemacht. War das schon immer Ihr Traum gewesen

Bastian Sevilgen: Max und ich hatten sogar vorher schon unter einem anderen Label zusammengearbeitet, womit wir unsere Studentenentwürfe gekennzeichnet haben (Idealstand_ART, Anm. d. A.). An der Bauhaus Uni gibt es auch diese “Kultur”, dass recht viele Produkt- und Graphikdesigner ihre Firmen schon im Studium gründen. Es war dort also relativ normal, dass manche Studenten aus anderen Studiengängen im 8. oder 10. Semester oder zumindest nach dem Diplom eine Firma hatten. Bei den Architekten war und ist das aber eher die Ausnahme.

Wie betrachten Sie den Standort Deutschland für die frühe Selbstständigkeit?

Bastian Sevilgen: Von der Gründung her ist es in Deutschland sehr gut. Es gibt Förderprogramme und man wird ernst genommen. Ich glaube nur in Österreich ist es noch einfacher.
Nikolas Savić: Dort hatten wir auch Praktika gemacht und einige Büros kennengelernt, die sich aus dem Studium heraus gegründet haben. Das war noch zusätzlich inspirierend.

Stichwort Förderprogramme, was haben Sie in der Richtung in Anspruch genommen?

Maximilian Niggl: Den Existenzgründungszusschuss z.B., das gibt es für jedes Bundesland. Dabei gab es zu unserer Zeit 7000 € für ein Jahr, wenn man eine Firma gegründet hat. Das war für die Anfangsbasis sehr wichtig. Wir konnten uns davon einen Rechner kaufen, eine Kreissäge für Modelle und weitere Büroausstattung.
Bastian Sevilgen: Außerdem bietet die IHK Beratungen für Gründer an und wir hatten von der GFAW, der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaates Thüringen, zusätzlich einen Existenzgründerpass für Beratungen, z.B. im Bereich Webdesign. In Deutschland rennt man offene Türen ein, wenn man sagt, dass man eine Firma gründen will.

Eine Unterstützung ganz anderer Art sind ja Mentoren. Sie hatten schon während des Studiums eine solche Förderung genossen. Wie wichtig war das für Sie?

Nikolas Savić: Ja, bei uns war das damals ein Assistent an der Bauhaus Universität, Jürgen Hauck, der heute Professor an der FH in Giessen ist (auch Geschäftsführer bei hjp architekten, einer der Partnerbüros von 3G1, Anm. d. A.). Er hat uns den Start in die Selbstständigkeit ermöglicht. Ein weiterer Mentor ist unser Diplomprofessor Walter Stamm-Teske, mit dem wir auch heute noch in Kontakt stehen.

Würden Sie Studierenden dazu raten, solche unterstützenden Leute zu finden?

Maximilian Niggl: Absolut, das ist existentiell! Anders geht’s nicht.

Sie arbeiten oft für andere Büros. Wie entstehen eigentlich solche Kontakte?

Nikolas Savić: Wenn man es bis zum Ende zurückverfolgt, steht bei uns am Anfang immer irgendetwas mit Weimar. Auch den Kontakt zu wörner traxler richter fanden wir über Weimar und Jürgen Hauck.

In den letzten vier Jahren waren Sie bei etwa 50 Wettbewerben dabei und haben diverse 1. und 2. Preise und Anerkennungen bekommen. Trotzdem sagt man, dass Wettbewerbe gerade für junge Büros ein Leidensweg ist. Wie sehen Sie das?

Maximilian Niggl: Bei den Wettbewerben gibt es oftmals 20-40 Teilnehmer und da muss man erst einmal dazu gehören, was für ein junges Büro fast unmöglich ist, weil die Referenzen fehlen. Wenn man aber das Glück hat und trotzdem daran teilnehmen darf, arbeitet man zwei Monate zu dritt an einem Wettbewerb, der nicht bezahlt wird. Nur wenn man gewinnt bekommt man einen adäquaten Lohn. Aber genau deshalb haben wir noch nicht so viele Wettbewerbe unter eigenem Namen gemacht. Wir können uns das nicht leisten. Die Wettbewerbe in Partnerschaften hingegen werden ja vergütet, selbst wenn wir nicht gewinnen. Ansonsten hätten wir auch gar nicht so viele machen können.

Im Zusammenhang mit Ihrer Arbeitsweise stößt man auf den Begriff Subunternehmen. Identifizieren Sie sich damit?

Maximilian Niggl: Also grundsätzlich ist es schon ein Subunternehmen. Man ist gerade in den ersten Jahren abhängig davon, da man ja noch nicht einmal in der Architektenkammer ist und an Wettbewerben gar nicht erst teilnehmen kann. Was macht man also? Man muss im Endeffekt für jemanden arbeiten, der den Architektentitel hat.

Ist man dann nicht einfach eine Art von Freelance-Team für Architekturbüros?

Bastian Sevilgen: Es ist viel freier und autarker als bei Freelancern, die z.T. in den Büros sitzen, Anweisungen bekommen und den Stil des Büros treffen müssen …

Maximilian Niggl: Was wir eben nicht tun. Die Leute, die mit uns arbeiten, die wollen den Stil, den wir machen.

Sammeln sich über diese Wettbewerbsarbeiten neben dem Entwurf auch Erfahrungen an, die Sie bei späteren Bewerbungen für Wettbewerbe als Referenzen angeben können?

Bastian Sevilgen: Die Partnerschaften gehen ja auch weiter. Die Projekte, die wir gewonnen haben, bei denen es – für den Auftraggeber – einen ersten Preis gab, die bearbeiten wir bis in die höheren Leistungsphasen. Wenn wir uns in einer ArGe für einen Wettbewerb bewerben und den gewinnen, dann bauen wir ihn natürlich in unserem Namen. Oder wir bearbeiten eigene kleine Sachen, solche Um- und Ausbauprojekte wie unser OS’ Kitchen . So bekommen wir auch eigene Referenzen.

Maximilian Niggl: Vor allem mit unserem Partner hjp architekten führen wir die Entwürfe weiter. Da kommt es vor, dass man Projektleiter ist und damit dieses Projekt die ganze Zeit betreut. Auch diese Projekte können wir in Zukunft als Referenz angeben.


Besucherzentrum Römerforum in Waldgirmes |
dreigegeneinen mit hjp-architekten, Grafenrheinfeld

Foto: dreigegeneinen


OS’Kitchen – moderne arabische Küche, ein arabisches Restaurant in Neukölln |
dreigegeneinen mit Maximilian Schmahl, Fabian Schnippering + Christine Lange

Foto: Maximilian Schmahl

Die ersten 100 Tage

Die ersten 100 Tage im Job

Mit dem ersten Arbeitstag wird alles anders:

Vorbei die Studienzeit, in der man das Arbeitspensum überwiegend selbst bestimmen konnte. Nun gibt es Vorgesetzte, Kollegen, geregelte Arbeitszeiten und eine Menge neuer Aufgaben. Die ersten hundert Tage im neuen Job können ziemlich anstrengend sein, denn in dieser Zeit steht man unter besonderer Beobachtung. Während der Probezeit kann ein Arbeitgeber ohne Angabe von Gründen das Arbeitsverhältnis wieder kündigen. Doch kein Grund zur Sorge: Wer einige ungeschriebene Regeln beachtet, übersteht die Bewährungsprobe ohne Probleme.

Die Einarbeitung

Normalerweise genießen Berufsanfänger eine Art „Welpenschutz“. Dass Sie noch nicht alles können und wissen, gesteht Ihnen jeder Arbeitgeber zu. Im Gegenzug erwartet man von Ihnen, dass Sie alles dafür tun, um die Einarbeitungsphase kurz zu halten.

Erste wichtige Regel: Werden Sie selbst aktiv. Sie dürfen nicht darauf warten, dass Ihnen ein Kollege alle relevanten DIN-Normen, Gesetze und sonstige Literatur fein säuberlich kopiert auf den Schreibtisch legt. Gehen Sie selbst in die Bibliothek oder ins Internet und besorgen sich die notwendige Fachliteratur. Die zweite Regel könnte aus der Sesamstraße stammen: Das Motto „Wer nicht fragt, bleibt dumm“ sollten sich Berufsanfänger zu eigen machen. Wenn Sie etwas nicht richtig verstanden haben, haken Sie nach. Fragen ist kein Zeichen von Dummheit. Es zeigt, dass Sie Interesse haben und dass es Ihnen wichtig ist, Ihre Aufgaben sorgfältig zu erledigen. Das können Sie nur, wenn Ihnen alle Zusammenhänge klar sind.

Fragen ist elementar, aber fragen Sie so, dass Sie Ihren Chef oder Ihre Kollegen nicht nerven. Manchmal ist es besser, alle Unklarheiten, die einem während der Arbeit begegnen, zu sammeln und später gebündelt zu klären. Wer wegen Kleinigkeiten zum zehnten Mal beim Nachbarn anklopft, handelt sich schnell den Ruf einer Nervensäge ein. Einen guten Eindruck hinterlassen Sie besonders dann, wenn Sie zeigen, dass Sie sich selbst um die Beantwortung einer Frage bemüht haben. Wenn Sie beispielsweise ein Leistungsverzeichnis für eine Bauleistung aufstellen sollen und bei der Formulierung des Leistungstextes nicht weiter wissen, dann rufen Sie doch einfach mal beim Produkthersteller an und lassen sich beraten. Die Firmen stellen Ihnen Produktkataloge zur Verfügung, die meist auch entsprechende Leistungstexte enthalten. Doch Vorsicht: Das darf nicht zu lange dauern. Es kommt nicht gut an, wenn Sie stundenlang telefonieren, um hinterher festzustellen, dass ein Kollege die Frage in zwei Minuten beantwortet hätte.

Schreiben Sie mit!

Einige Gewohnheiten, die Sie noch aus der Uni oder aus der Schule kennen, sollten Sie im Berufsleben fortführen. Dazu gehört das Mitschreiben. Sie werden täglich telefonieren oder an Baubesprechungen teilnehmen. Um stets den Überblick zu behalten, sollten Sie kurze Gesprächsnotizen anfertigen, aus denen das Datum, der Gesprächspartner und wichtige Details des Gesprächs hervorgehen. Ob Sie das am PC oder handschriftlich machen, bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache, es geht schnell. Bauleiter sind sogar verpflichtet, ein Bautagebuch zu führen, in dem alle Bauleistungen und Geschehnisse des Tages dokumentiert werden.

 

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Telefonieren – aber richtig!

„Ans Telefon zu gehen ist doch kinderleicht“, werden Sie jetzt vermutlich denken. Der professionelle Umgang mit dem Kommunikationsmittel Nummer eins ist aber gar nicht so einfach. Die Art und Weise, wie Sie beispielsweise einem Auftraggeber am Telefon begegnen, wirkt sich direkt auf das Image der Firma aus. Freundlichkeit allein genügt nicht, um einen positiven Eindruck beim Anrufer zu hinterlassen. Die professionelle Begrüßung besteht aus drei Teilen: dem Firmennamen, dem eigenen Vor- und Zunamen und dem Tagesgruß. Beispiel: „Architekturbüro Müller, Schmidt und Partner. Elisabeth Krüger. Guten Tag.“Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie, wenn Sie selbst angerufen werden, auf jede Frage sofort eine Antwort parat haben. Allerdings müssen Sie Ihrem Gesprächspartner aktive Hilfe anbieten. Sagen Sie nicht: „Da kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen.“ Entweder Sie leiten den Anrufer an eine zuständige Person weiter oder schlagen einen Rückruf vor, zum Beispiel, wenn Sie erst passende

Unterlagen raussuchen müssen. Gleiche Spielregeln gelten bei der Vertretung eines Kollegen. Die Mitteilung, dass dieser unterwegs ist, nützt dem Anrufer wenig. Sagen Sie lieber:
„Herr Schmidt ist morgen wieder im Hause. Kann ich Ihnen helfen?“  Ein solches Angebot bleibt mit Sicherheit in positiver Erinnerung, selbst wenn Sie keine endgültige Lösung anbieten können. Fertigen Sie eine kurze Gesprächsnotiz mit Datum, Uhrzeit und Grund des Anrufes an, damit sich Ihr Kollege nach seiner Rückkehr um die Angelegenheit kümmern kann. Seien Sie diesbezüglich unbedingt zuverlässig.

Außerdem: Sprechen Sie niemals über firmeninterne Schwierigkeiten, wenn sich beispielsweise ein Auftraggeber bei Ihnen beschwert. Das gilt im Übrigen generell, nicht nur für das Telefon. Zeigen Sie sich Ihrem Arbeitgeber gegenüber unbedingt loyal. Aussagen wie „Bei uns herrscht Chaos“, „Unser Computer ist abgestürzt“ oder „Der neue Praktikant hat Mist gebaut“ schaden dem Ansehen der Firma und damit auch Ihnen, selbst wenn es tatsächlich so war.

Die professionelle Begrüßung

besteht aus drei Teilen:

  •  Firmennamen,
  • dem eigenen Vor- und Zunamen
  • und dem Tagesgruß.
Qualitätsmanagement (QM)

Viele größere Architektur- und Ingenieurbüros, der öffentliche Dienst oder Bauunternehmen verfügen über ein Qualitätsmanagementsystem, zum Beispiel das nach DIN EN ISO 9001 zertifizierte System oder ein vergleichbares. Das Ziel eines QM-Systems liegt darin, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu verbessern, indem zum Beispiel Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden. Das Zertifikat wird von einer Prüfstelle vergeben, zum Beispiel vom Technischen Überwachungsdienst (TÜV). Bei international tätigen Firmen ist das Qualitätszertifikat mittlerweile ein Muss. Aber auch bei deutschlandweit agierenden Firmen setzt sich die Einhaltung der Norm mehr und mehr durch. Das wichtigste Utensil eines Qualitätsmanagementsystems ist das QM-Handbuch, in dem das QM-System beschrieben wird. Neue Mitarbeiter finden hierin wichtige Informationen.

Es enthält beispielsweise genaue Arbeitsanweisungen für jeden Bereich, dieFestlegung von Verantwortungen, bestimmte Ordner- und Ablagestrukturen (auch für den PC), Vorgaben für die Ordnerbeschriftung oder Listen für den Qualitätscheck. Falls Sie in einem QM-zertifizierten Unternehmen arbeiten, müssen Sie sich an die Vorgaben der Norm halten und sollten sich keine eigene Ordnung schaffen. Die Einhaltung der Qualitätsstandards wird in regelmäßigen Abständen von der externen Prüfstelle kontrolliert. Verstöße gegen die Norm können zum Verlust des Zertifikats führen. Da das Verfahren recht aufwendig ist, sind die kleineren Architektur- oder Ingenieurbüros häufig nicht zertifiziert. Allerdings gibt es mittlerweile auch für diese Gruppe ein leicht handelbares Qualitätsmanagementsystem und zwar das TÜV-geprüfte „QualitätsZertifikat Planer am Bau“, mit dem sich im Gegensatz zu der allgemeinen Industrie-Norm ein speziell auf die Bedürfnisse

 

 

von Bauplanern zugeschnittener Qualitätsstandard herstellen lässt. Dieser wird nicht nur von öffentlichen, sondern auch von halböffentlichen Auftraggebern, wie zum Beispiel der Bahn, und natürlich auch von privaten Bauherrn anerkannt. Auch wenn kein Zertifikat im Unternehmen vorhanden ist, so gibt es in jedem Büro gewisse Ordnungsregeln, zum Beispiel ein bestimmtes Ablagesystem, dem sich neue Mitarbeiter anpassen sollten. Ordnung ist eine wichtige Grundlage für den beruflichen Erfolg. Führen Sie Ihre Unterlagen immer so, dass auch andere damit arbeiten können. Wenn Sie krank sind und Ihre Kollegen die Vertretung übernehmen, müssen sich diese anhand Ihrer Notizen problemlos einen Überblick über den Stand Ihres Projektes verschaffen können.

 

Zeitmanagement:  In der Ruhe liegt die Kraft

Stress und Hektik sind im Berufsleben an der Tagesordnung, vor allem wenn ein Abgabetermin näherrückt. Neulinge stehen unter dem besonderen Druck, die Probezeit zu überstehen, und werden daher häufig von Stresssymptomen heimgesucht. „Wie soll ich das bloß alles schaffen?“, schießt es einem beim Anblick des riesigen Berges an Arbeit durch den Kopf. Eines ist sicher: In Panik zu geraten und sich ohne Sinn und Verstand in die Arbeit zu stürzen, hilft Ihnen nicht weiter, macht Sie schlimmstenfalls sogar krank. „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“, so lautet der Titel eines Buches von Prof. Lothar Seiwert, einem anerkannten Fachmann auf dem Gebiet des Zeitmanagements. Im Klartext heißt das: Machen Sie einen Schritt nach dem anderen. Lenken Sie den Blick nicht nach oben, sondern immer nur auf den nächsten Schritt. Andernfalls passiert nämlich das, was Beppo der Straßenkehrer aus Michael Endes Kinderbuch „Momo“ treffend beschreibt: „Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang, das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und am Schluss ist man außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“ Vielen Menschen geht die Puste vor allem deswegen aus, weil sie nicht in der Lage sind,

wichtige von unwichtigen Aufgaben zu unterscheiden. Sie „verzetteln“ sich im wahrsten Sinne des Wortes.

Daher: Planen Sie die einzelnen Schritte, die zur Bewältigung eines Projektes notwendig sind. Die erste Frage des Tages muss lauten: Was liegt heute an? Was ist besonders dringlich und muss zuerst bearbeitet werden? Was kann auch später erledigt oder delegiert werden? Hilfreich sind so genannte „To-do-Listen“, auf denen Sie alle anstehenden Aufgaben nach Prioritäten geordnet aufführen und nach und nach abarbeiten können. Viele Menschen behaupten, sie hätten zu viel zu tun, um zu planen. Das ist zu kurz gedacht, denn es kostet nur wenige Minuten, um eine Prioritätenliste aufzustellen. Eine gute Planung spart nicht nur Zeit und steigert die Qualität der Arbeit. Auch der „Spaß-Faktor“ bleibt erhalten, vorausgesetzt man macht es wie Beppo der Straßenkehrer, der zu seiner Freundin Momo sagt: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude, das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein […] Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht aus der Puste.“

… Last but not least

 

Achten Sie auf sich!

Es mag banal klingen, aber vergessen Sie nicht, auf Ihre Gesundheit Acht zu geben, auch bei der größten Hektik. Durch negativen Stress ausgelöste Krankheiten wie Tinnitus, Hörsturz, Rückenschmerzen oder Magenbeschwerden nehmen unter jungen Menschen zu. Dabei ist es ein Leichtes, ein Anti-Stress-Programm ganz nebenbei während der Arbeit zu fahren: Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Flüssigkeit, am besten stilles Wasser. Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und die Vermeidung von übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss verstehen sich von selbst. Kontrollieren Sie immer mal wieder Ihre Haltung. Sitzen Sie aufrecht oder „lümmeln“ Sie vorm PC rum? Ein krummer Rücken staucht die inneren Organe, besonders die Lungen, dadurch kann die Atmung nicht optimal ablaufen. Ziehen Sie Kleidung an, die bequem sitzt. Der wichtigste Atemmuskel, das Zwerchfell, sitzt in Bauchnähe und darf nicht eingezwängt werden. Gut für die Atmung und fürs Wohlbefinden ist herzhaftes Gähnen, Rekeln und Strecken. Das sollten Sie besonders bei sitzenden Tätigkeiten regelmäßig tun, vielleicht nicht unbedingt, wenn ein Vorgesetzter in der Nähe ist. Sorgen Sie außerdem für Ruhepausen, vor allem wenn Sie das Gefühl haben, nicht weiterzukommen. Nach einem kurzen Spaziergang lösen sich Denkblockaden meist recht schnell.

 

Und wenn Sie am Ende eines Tages doch völlig gerädert nach Hause kommen, obwohl Sie eigentlich die ganze Zeit am Schreibtisch gesessen haben, dann hilft nur eins: Bewegung. Stress ist eigentlich eine positive Reaktion des Körpers. Den Urmenschen sicherte er das Überleben. Stress bedeutet nichts anderes als die erhöhte Ausschüttung von Adrenalin und anderen Hormonen. Das wiederum sorgt für Spannung in der Muskulatur und Optimierung der Sauerstoffversorgung, beste Voraussetzungen für die Jagd auf Mammuts. Im Gegensatz zu unserer zivilisierten Welt haben die Urmenschen Stress in Bewegung umgesetzt, sie waren sogar dazu gezwungen, der Beute nachzustellen, sonst wäre die Küche kalt geblieben. Da wir keinen Mammuts mehr hinterherjagen, müssen wir uns eine Alternative suchen, um Stress abzubauen. Das kann jede Art der Bewegung sein, zum Beispiel Joggen, Fitness oder Fußball. Optimal wäre eine Sportart, die Ihnen Spaß macht. Auf diese Weise haben Sie am nächste Tag wieder genug Puste, um Schritt für Schritt die anstehenden Aufgaben zu lösen. 

Karriere als Bauingenieur im Ingenieurbüro

Arbeiten im Ingenieurbüro

Welche Aufgaben haben Bauingenieure im Ingenieurbüro? Welche Karrieremöglichkeiten und Aufstiegschancen hat man bei der Planung von Bauwerken? Und welche Chancen ergeben sich für Berufseinsteiger?

Aufgaben: Während Architekturbüros überwiegend im Entwurf von Hochbauten tätig sind, wickeln Ingenieurbüros meist Leistungen im Konstruieren von Ingenieurbauten im Hoch- und Tiefbau, im Wasserbau, in der Wasserwirtschaft und im Verkehrswesen ab. Neben Gutachter- und Beratungstätigkeiten bietet ein Großteil der Büros Planungsleistungen an, das heißt, deren Auftraggeber sind private oder öffentliche Bauherren, die den Entwurf, die Ausführungsplanung, Ausschreibung und manchmal auch die Bauüberwachung eines Bauwerkes oder von Anlagen sonstiger Art nicht selbst in die Hand nehmen, sondern die Leistungen fremdvergeben. Wer in einem Planungsbüro arbeitet, wird mit Sicherheit den Begriffen „Leistungsphasen 1 bis 9“ und „Honorarzonen“ begegnen. Letzteres ist eine Art Aufgabenkatalog für die Abwicklung eines Bauprojektes – von den Vorplanungen bis zur Dokumentation des fertigen Objektes. Welche Leistungen im Einzelnen zu erledigen sind, kann in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) nachgelesen werden.
Kompetenzen: Planungsingenieure müssen gut im Team arbeiten können und brauchen vor allem Organisationstalent und die Fähigkeit, mit einer Fülle an Informationen umzugehen, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Eine gute Planung setzt voraus, dass man sich über jedes Detail bis zur letzten Türklinke Gedanken macht, verschiedene Produkte und Preise vergleicht und dabei eine technisch saubere sowie für den Bauherrn wirtschaftliche und dauerhafte Lösung findet. Wichtig ist außerdem ein gutes Ausdrucksvermögen. Präzise Formulierungen sind bei Ausschreibungstexten wichtig, um Missverständnisse und Streitigkeiten zu vermeiden.
Aufgabengebiet Umweltschutz: Der Umweltschutz ist im Verkehrswesen, Abwasserwesen und in der Abfalltechnik wichtig, da die Öffentlichkeit auf sauberes Wasser, saubere Luft, Lärmverminderung und störungsfreie Abfallentsorgung angewiesen ist. Einzelne Planungsbüros haben sich darauf spezialisiert und führen Umweltverträglichkeitsprüfungen durch. Es ist aber vorteilhaft, wenn man bei Auftragsmangel in diesem Gebiet auch in anderen Ingenieurbereichen eingesetzt werden kann.
Aufgabengebiet Verkehrswege/Verkehrsanlagen: Hierzu zählen Anlagen und Bauwerke des Straßen-, Schienen-, Flug- und Wasserverkehrs sowie Anlagen zum Transport von Gütern in Rohrleitungen, zum Beispiel Gas, Mineralöl oder Fernwärme. Hierbei ist eine Zusammenarbeit unter anderem mit Fachleuten des Städtebaus, der Raumordnung, Landschaftspflege und des Naturschutzes erforderlich.
Chancen: In Planungsbüros wenden Sie alle Instrumente an, um ein Bauprojekt vom Plan in die Praxis zu übertragen. Sie werden sich manchmal wie ein Informations-Dompteur vorkommen, der den ganzen Tag mit Lösungen und Herausforderungen jongliert. Nehmen Sie das als Chance wahr; mit steigender Berufserfahrung sinkt die Übermacht der Informationsflut. Wenn ein Unternehmerherz in Ihnen schlägt, suchen Sie sich lieber ein kleineres Büro für den Einstieg, denn so haben Sie engeren Kontakt mit dem Büroinhaber. Schauen Sie sich so viel wie möglich bei ihm ab: Wie akquiriert Ihr Chef Aufträge? Wie kommuniziert er mit Auftraggebern? Wie führt er seine Mitarbeiter? Die Antworten dazu bilden einen guten Grundstein für ein eigenes Büro.
Aufgabengebiet Konstruktiver Ingenieurbau: Tragwerksplaner sind für die Sicherheit der Baukonstruktion verantwortlich. Daher sind genaues Arbeiten sowie gute EDV- und Mathematikkenntnisse erforderlich. Beim Hoch- und Wohnungsbau arbeiten Architekten und Tragwerksplaner eng zusammen, wobei der Tragwerksplaner eine Beratungsfunktion übernimmt. Beim Brücken- und Industriebau, bei Türmen und Antennen, Windkraftanlagen, Schornsteinen und ähnlichen Hochbauten kommt dem Tragwerksplaner und Konstrukteur die führende Rolle zu, der Architekt ist dagegen der Berater.  
Aufgabengebiet Wasserwirtschaft, Wasserbau: Dazu gehören Planung und Bau von Wasserversorgungsanlagen, Brunnen, Wasserwerken, Behältern, Rohrnetzen, Kanalisationen, Kläranlagen, Abfallanlagen, Wasserkraftanlagen, Schifffahrtskanälen, Schleusen, Häfen, Hochwasserschutzanlagen sowie Talsperren. Wichtig sind hierbei gute Grundlagen in Wasserbiologie, Wasserchemie und mathematischer Statistik. Bauingenieure arbeiten in diesem Bereich häufig mit Geologen, Wasserbiologen, Wasserchemikern, Umweltschutzingenieuren, Verfahrenstechnikern, Juristen für Wasserrecht, Landwirten und auch Meteorologen zusammen.  

PROZENT

der Stellenangebote für Architekten kommen von Architektur- und Ingenieurbüros.

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Mit Sicherheit! Freude am Bauen.
KAEFER Constrution

Wohin soll es eigentlich gehen?

Auf die Frage „Was will ich eigentlich?“ wissen viele, übrigens nicht nur junge Menschen, keine Antwort. Entweder sie haben schlicht und einfach kein Ziel oder trauen sich nicht, eines zu definieren, aus Angst, es nie erreichen zu können. Bevor Sie auf Stellensuche gehen, nehmen Sie sich ein Beispiel an erfolgreichen Menschen. Was Churchill, Gandhi, Mandela und Co. eint: Sie alle hatten eine Vision, ein Ziel, das sie nicht aus den Augen verloren, auch wenn sie stolperten. Und sie gingen Umwege, wenn die Hürden zu hoch wurden. Im Berufsleben werden Ihre Ziele der Motor sein, der Sie morgens aus dem Bett zur Baustelle oder ins Büro treibt. Da Sie nur mit einem starken Antrieb vorwärts kommen, brauchen Sie starke Ziele. Daher: Haben Sie den Mut für große Träume. Der eine will ein eigenes Architekturbüro, der andere berühmt werden, der Nächste möchte einfach nur zufrieden sein, der Übernächste die Welt verändern.

Zwischen Vision und Realität

Einer unserer Gesprächspartner, der deutsche Architekt Thomas Rau, hat nie einen staatlich anerkannten Abschluss in Architektur gemacht. Er war der Meinung, das klassische Architekturstudium vermittle ihm nicht das richtige Handwerkszeug, um wirklich bewegende Architektur zu machen. So zimmerte er sich seine eigene Ausbildung, unter anderem in Tanz und Bildhauerei. Heute führt Rau ein erfolgreiches Architekturbüro in den Niederlanden. Was Sie sich von Rau hinsichtlich Ihrer Ziele abschauen sollten: Begreifen Sie jede Erfahrung, jede Arbeitsstelle, jede Weiterbildung als Schritt auf Ihrem Weg zum großen Ganzen.

Selbst wenn Ihr Ziel lautet, einmal viel Geld verdienen zu wollen, lassen Sie sich beim Berufseinstieg nicht von Verdienstmöglichkeiten leiten, sondern beantworten Sie für sich immer die Frage: Was kann ich mitnehmen? Was lerne ich hier? Wenn Sie beispielsweise, wie so viele Architekten, das große Ziel Entwurfsarchitekt anstreben, dort aber wegen Überfüllung keine passende Stelle finden, dann schauen Sie, welche anderen Posten Sie voranbringen könnten. Als Bauleiter beispielsweise lernen Sie das Bauen zu begreifen. Dieses Wissen kann beim Entwerfen nur förderlich sein. Jede Tätigkeit birgt Chancen, egal ob im Ingenieurbüro oder auf der Baustelle.