Website selber machen mit WordPress

von Günther A. Biebl

Jedes Geschäft, jedes Büro braucht seine eigene Website. Als Berufseinsteiger können Sie punkten, wenn Sie das Büro bei der Pflege bzw. Einrichtung der Seite unterstützen können. Unser Autor beschreibt das System WordPress, mit dem sich relativ kostengünstig der Webauftritt professionell realisieren lässt.

Präsenz im Netz mit einer eigenen Homepage ist vor allem für Existenzgründer wichtig.

Foto: kreatikar/pixabay.com

Damit die Suchmaschine von einem Notiz nimmt, muss der eigene Firmenname irgendwo im Web auftauchen. Ohne eigene Webpräsenz werden bei der Suche sonst entweder ein Namensvetter oder veraltete Einträge aus Verzeichnissen und Veröffentlichungen an die Oberfläche gespült. Verlässt man sich nur auf soziale Netzwerke, unterwirft man sich vollständig deren Vorgaben und Regeln.

Mit einer eigenen Website kann man im Rahmen der Gesetze seine Geschäftstätigkeit nach Lust und Laune präsentieren. Durch die Veröffentlichung von beliebig vielen Seiten und Bildern sind Sie in der Lage, die eigene Botschaft ins rechte Licht zu rücken. Letztlich geht es darum, beim potenziellen Auftraggeber oder Geschäftspartner einen professionellen Eindruck zu vermitteln.

Da sich im Geschäftsleben immer etwas ändert, ist es hilfreich, ein System zu benutzen, das Sie selbst aktuell halten können. So können Sie einfach Ihre Webseite selbst um neue Projekte, Referenzen, Themen und Netzwerkpartner erweitern. Weiterer Vorteil: Google erkennt, dass die Seite laufend gepflegt wird und honoriert das mit besserem Ranking.

WordPress – was ist das?

Bei WordPress handelt es sich um ein Content Management System (CMS). Inhalte – Texte, Bilder, Videos – werden hier unabhängig vom Look der Seite gepflegt und aktualisiert. Als Open Source System hat es eine große Nutzer- und Entwicklerbasis, die zu allen relevanten Themen Funktionen und Features beisteuern. Da der Programmcode offen zugänglich ist, können jederzeit eigene Erweiterungen ergänzt oder von unabhängigen Dritten beauftragt werden. Trotz dieser großen Community ist das System sehr stabil und zuverlässig. Sollten dennoch Fehler bekannt werden, spielt das System die wichtigsten Updates selbst ein.

Was braucht man für WordPress?

Mit WordPress benötigen Sie einen Hosting-Provider, bei dem Sie die Software installieren können. Sie läuft vollständig im Web, und Sie benötigen nach der Installation nur noch einen Browser zur Bedienung. Es genügen meist schon die kleinen Pakete für um die 5 Euro/Monat. Ein paar Mailadressen und 1-3 Webadressen (Domains) sind dabei häufig schon enthalten. Sie sind nicht für immer an den Anbieter gebunden: Finden Sie einen besseren, können Sie eine Kopie der Webseite machen und anderswo installieren.

WordPress selbst ist relativ genügsam: Es benötigt etwas Speicherplatz und eine Datenbank. Vor der Installation sollte Ihre Domain schon freigeschaltet sein. Das geht bei .de-Domains recht flott, kann sonst aber schon mal ein paar Tage dauern. Ist die Domain dann aktiv – meist erkennt man das daran, dass auf der Domain jetzt eine Baustellenseite des gewählten Providers angezeigt wird –, kann die Installation beginnen. Die Software zum Download und alle Infos dazu gibt es hier:
https://de.Wordpress.org/ (Wichtig: Nicht bei https://de.wordpress.com/ – das ist ein Webservice mit dem gleichen Namen, davon spreche ich im Folgenden nicht). Aber meistens muss man den dort beschriebenen Weg gar nicht gehen, sondern der Provider bietet eine Funktion zur geführten Installation an. Meist findet man das nach Vertragsabschluss im Loginbereich unter „Software-Installation“ oder „Web-Apps“ oder Ähnlichem. Hier einfach WordPress anklicken, die Domain auswählen und die Maschine arbeiten lassen. Danach kann man sich in der Verwaltung (= Backend) seines WordPress anmelden, indem man seine Adresse um „/wp-admin“ verlängert im Adressfeld des Browsers einträgt. (Wichtig: nicht in der Google-Suche, die Suchmaschinen wissen zu dem Zeitpunkt noch nichts von der Existenz der Seite.)

|ANZEIGE|

PROJECT FLOORS
Führender und zukunftsorientierter Anbieter für LVT-Designbodenbeläge

www.project-floors.com/architektenservice

Wie wird WordPress konfiguriert?

Grundsätzlich gibt es vom einfachen Blog zum voll ausgewachsenen Shop alle Möglichkeiten, WordPress auszubauen. Im Folgenden gehe ich auf grundsätzliche Überlegungen für kleine Büros und Gewerbe ein.

Wie soll das Kind nun heißen?

Unter dem Menüpunkt Einstellungen / Allgemein im Backend wird der Name der Seite – also des Geschäfts – eingestellt. Es gibt eine Unterzeile für einen Slogan oder Ähnliches. Was davon wie angezeigt wird, entscheidet später die Designvorlage (= Theme).

wordpress_Einstellungen_Titel

Blog oder kein Blog?

Da WordPress seine Wurzeln in der Bloggerszene hat, haben wir jetzt bereits ein Blog voreingestellt. Das Blog wird den Titel und den Texteinstieg des neuesten Artikels oben anzeigen und die älteren Artikel-Anfänge werden jeweils darunter chronologisch sortiert. Auch die Kommentarfunktion ist bereits eingeschaltet und ein Testkommentar hinterlegt. Dieses Verhalten können wir ändern. Arbeiten wir ohne Blog, dann wird einfach eine neue Startseite (z. B. Home) erstellt. Wie das geht, erkläre ich im nächsten Abschnitt. Diese Seite wird dann im Backend unter dem Menüpunkt Einstellungen / Lesen als „Homepage“ eingestellt, wie im Bild gezeigt.

wordpress_Einstellungen_Lesen

Damit die Seite auch in dieser Auswahl erscheint, muss sie vorher bereits veröffentlicht worden sein. Ein „Speichern“ alleine genügt nicht. Ist das erfolgt, haben wir zunächst kein Blog mehr und die Startseite zeigt die Seite „Home“.

Soll es doch ein Blog geben, das über einen eigenen Menüpunkt angezeigt wird, geht das wie folgt: Man legt eine weitere Seite an – im Beispiel eine Seite mit dem Titel „Blog“ – und veröffentlicht diese ohne weiteren Inhalt. Jetzt kann man im Menü „Einstellungen“ / „Lesen“ unter Beitragsname die Seite auswählen und WordPress wird seine Artikel künftig dort anzeigen. Wir können dann diese Seite später im Menüeditor an den richtigen Platz setzen (siehe weiter unten). Um die Einstellungen zu speichern, scrollen Sie auf der Seite nach unten und klicken Sie „Änderungen speichern“.

Quasselstrippe

Im Menüpunkt Einstellungen / Diskussion legen wir fest, ob kommentiert werden darf und, wenn ja, zu welchen Regeln. Diese Einstellungen gelten in erster Linie für das Blog. Gibt es keines, ist es nicht relevant. Zum Deaktivieren der Kommentarfunktion bei neuen Artikeln die ersten drei Haken rausnehmen.

wordpress_Einstellugnen_Diskussion1

Sind Kommentare gewünscht, die Haken drin lassen und die für die Detailkonfiguration weiter nach unten scrollen. Wichtig ist noch dieser Absatz: Bei dieser Konfiguration ist sichergestellt, dass wir informiert werden, wenn ein Kommentar geschrieben wurde, und dass der Kommentar vorher gelesen werden kann, bevor wir ihn freischalten.

Theme

Das Theme, auch Template genannt, definiert das Aussehen Ihrer Webseite. Wenn Sie frisch installieren, werden 2-3 Standard-Designs von WordPress mitgeliefert. Diesen Look können Sie anpassen (Customizer, nächster Abschnitt) oder komplett austauschen. Die erste Ansicht, die Sie sehen, ist der Vorrat an bereits in Ihrem WordPress installierten Themes. Wenn Sie ein Vorschaubild mit der Maus berühren, erscheint ein Knopf „Aktivieren“, mit dem Sie auf dieses Theme umschalten können. Das Aussehen der Webseite ändert sich sofort.

worpress_Themes

Wollen Sie zusätzliche Themes installieren, klicken Sie auf den Knopf „Hinzufügen“ auf dieser Seite oben. Hier finden Sie zusätzliche kostenlose Designs und eine Suchfunktion. Bei der Auswahl ist es vor allem wichtig, dass Sie sich Folgendes klarmachen:

  • Struktur der Seite (Abstände, Navigation, Spalten, Bildergrößen)
  • Funktionen, die benötigt werden: Feld für Logo, Slider (= Bilder mit oder ohne Beschriftung, die durchwechseln), Shop
  • Titelseite als Blog oder als normale Seite (manche Themes sehen nur dann so schick aus wie in der Vorschau, wenn auch gebloggt wird = Blogger-Theme im Gegensatz zu einem Business-Theme)

Kostenlose Themes gibt es häufig ohne weitere Veränderungsmöglichkeit der Schriftarten oder Hintergrundfarben. Auch ist meist ganz unten auf der Seite ein Verweis auf den Hersteller vorhanden, der nicht (so leicht) entfernt werden kann.

Kostenpflichtige Themes

Diese Themes werden nicht im WordPress selber angezeigt. Dafür können Sie im Web nach geeigneten Themes suchen. Vor dem Kauf gibt es meist eine Preview-Möglichkeit. Sie könnten also sehen, wie das Theme aussieht, wenn es optimal eingestellt ist. Für den Preis gibt es häufig auch zeitlich begrenzten Support und Aktualisierungen.

Eine Google-Suche, z.B. nach „wordpress theme architecture“, fördert einige Listen mit Themes zutage. Ist auf diese Weise ein Theme gefunden, wird es vom Hersteller als .zip-Datei ausgeliefert. Diese .zip wird dann über den Knopf „Theme hochladen“ auf der Seite „Themes hinzufügen“ in das WordPress integriert. Das Hochladen dauert einen Moment – je nach Größe der Datei. Nach der Installation kann es wieder über den Knopf „Aktivieren“ als aktuelle Vorlage eingestellt werden. Hinweis: Sind die Themes besonders „fancy“, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bedienung auch kompliziert werden kann. Sind Sie eher der Lego-Typ „Block für Block“, dann ist vielleicht ein „Pagebuilder-Theme“ etwas für Sie. Ganze Arbeit leistet z.B. „Divi-Builder“ von elegantthemes.com.

wordpress_themes hinzufuegen

Customizer – Theme-Einstellungen mit Preview-Funktion

Wenn Sie Änderungen am Layout vornehmen möchten, nutzen Sie den Customizer, den Sie über das Menü Design erreichen. Sobald aktiviert, schaltet sich Ihre Ansicht um und Sie sehen die Frontseite Ihrer Webseite im aktuellen Look. Links stehen jetzt die Einstelloptionen des Themes und ein paar WordPress-Standards wie der Menüeditor, den wir uns noch separat anschauen. Sind Sie zufrieden mit den Einstellungen, dann klicken Sie oben auf „Veröffentlichen“ und das neu konfigurierte Design ist für die Besucher sichtbar. Haben Sie sich „verkonfiguriert“? Kein Problem: Über das „X“ oben links werden die noch nicht gespeicherten Änderungen verworfen. Um eine häufige Frage vorwegzunehmen: Gibt es hier keine „Einstellungen“ zu „Fonts / Schriften“, können Sie die Schriften nicht weiter anpassen. Wenn das aber der einzige Makel des Themes ist: WordPress-Experten können das für Sie per Code oder Erweiterung meist recht einfach anpassen.

Wo kann ich das noch mal …?

Fehlen Ihnen nach der Arbeit im Customizer noch Einstellmöglichkeiten, die aber in der Preview des Herstellers vorhanden waren? Überprüfen Sie doch mal Folgendes:

  • Hat das Theme weitere Menüpunkte im Backend eingefügt? Der Name des Themes oder der Herstellername als Menüpunkt wären ein Anhaltspunkt
  • Fehlen Plugins? Wenn Sie in den Menüpunkt „Plugins“ schauen, kann es sein, dass es oben einen Hinweis auf vom Theme empfohlene Plugins gibt. Diese bitte installieren. Danach könnten weitere Menüpunkte zur Konfiguration erscheinen.
  • Seiten-Design-Vorlage: Wenn Sie unter „Seiten“ eine einzelne Seite aufrufen: Gibt es rechts neben dem Texteingabefeld im Feld „Seiten-Attribute“ noch eine neue Liste mit Seitenvorlagen? Vielleicht eine für die besondere Startseite?
  • Ergänzen Sie die Seiten und Beiträge doch mal um „Beitragsbilder“. Die Funktion finden Sie rechts unterhalb des Texteingabefeldes.
  • Manche Hersteller liefern auch Demo-Inhalte mit. Wenn Sie diese importieren, müssen Sie nicht bei null anfangen.

  • Ein paar Seiten und Blogbeiträge anzulegen, ist generell eine gute Idee. Wie das geht, beschreibe ich im nächsten Abschnitt.
  • Notfalls hilft das Studium der Anleitung oder der Support. Gibt es evtl. sogar Videos, die Ihre Frage beantworten?

Hilft alles nichts, ist das Theme vielleicht ungeeignet und Sie probieren ein anderes aus. Eine kleine, feine Auswahl finden Sie auch hier: https://themememe.com/themes/category/business. Oder hier: https://www.elmastudio.de.

Inhalte erstellen: Seiten und Beiträge

WordPress unterscheidet zwei Arten von Inhalten. Im Businessbereich ist meist die „Seite“ der Standard. Hier können Sie über Ihr Geschäft sprechen, Ihre Referenzen teilen und ein Kontaktformular anbieten. Auch das Impressum und die Datenschutzerklärung sind im Normalfall „Seiten“.

Im Gegensatz dazu sind „Beiträge“ typischerweise Informationen mit einem Nachrichtengehalt oder aktuellen Bezug: Sie berichten von der Messe, erzählen Branchennews und begleiten Entwicklungen. Also alles, was in einem Blog oder Newsbereich vorstellbar ist. Als Besonderheit haben die Beiträge zusätzlich eine Übersichtsseite, die die letzten Blogbeiträge chronologisch auflistet und mit Titel und Texteinstieg zum Lesen des Blogbeitrags einlädt. Die Übersichtsseite ist entweder auf der Startseite oder über die Seite „Blog“ im Menü erreichbar – je nach Konfiguration. Blogseiten erkennen Sie auch daran, dass unter der Überschrift häufig noch der Autor, das Datum und ggf. noch Kategorien und Schlagworte stehen.

Seite erstellen

Über den Menüpunkt „Seiten“ bekommen Sie eine Übersicht über alle bereits bestehenden Seiten. Standardmäßig ist hier die „Beispiel-Seite“ enthalten.

wordpress_Seiten_erstellen

Berühren Sie einen Listeneintrag mit der Maus, so erscheinen die Optionen zum Bearbeiten, Anschauen oder Löschen. Der Zusatz „Entwurf“ heißt hier, dass diese Seite zwar gespeichert, aber noch nicht veröffentlicht ist. Oben auf der Seite finden wir auch einen Knopf zum Erstellen neuer Seiten. „Erstellen“ oder „Bearbeiten“ bringt uns in den Seiten-Editor.

Hier wird zunächst der Titel der Seite – also die Text-Überschrift – eingegeben. Danach wechselt man in das große Feld, um den Text einzugeben. Die Menüpunkte erklären sich, wenn Sie mit der Maus darüberfahren, weitgehend von selbst – einfach ausprobieren. Vielleicht aber so viel:

  • Der Knopf „Medien hinzufügen“ fügt an die Stelle, an der die Schreibmarke (Cursor) im Text steht, eine Datei ein. Nativ kann WordPress mit Bildern in den Formaten .gif, .jpg und .png umgehen, darüber hinaus mit m3-Audio oder mp4-Video. Denken Sie hier daran, dass große Bilddateien auch lange Ladezeiten für die User nach sich ziehen.
  • Die Reiter „Visuell / Text“ schalten zwischen der optischen Darstellung des Textes und der zugehörigen HTML-Programmierung hin und her.
  • Mit der Taste „Enter“ fügen Sie einen Absatz in den Text ein.
  • Wollen Sie eine Zwischenüberschrift korrekt formatieren, setzen Sie sie auf einen separaten Absatz und markieren Sie sie mit dem Cursor. Wenn Sie jetzt im ersten Feld „Absatz“ anklicken, erhalten sie eine Auswahl von Überschriftarten, die hierarchisch aufgebaut sind.
  • Am Ende der Leiste finden Sie den Knopf „Werkzeugleiste umschalten“. Nach Betätigen werden weitere Schaltflächen darunter freigeschaltet.
  • Dort in der zweiten Zeile finden Sie „Als Text einfügen“: Wenn Sie Texte aus einer Textverarbeitung kopieren, kommen meist zusätzliche Formatierungsinformationen mit, mit denen aber der Browser nichts anfangen kann. Nach Aktivierung der Taste wird nur noch der Text übernommen.

Speichern, Vorschau, Veröffentlichen

Rechts neben dem Text finden Sie einen Kasten „Veröffentlichen“. Ist die Seite neu angelegt worden, gibt es drei Knöpfe: „Speichern“, „Vorschau“ und „Veröffentlichen“. Oben steht außerdem der „Status: Entwurf“. Solange Sie nicht auf „Veröffentlichen“ klicken, ist die Seite von außen noch nicht sichtbar. Trotzdem können Sie den Entwurf über diese Buttons speichern oder eine Vorschau betrachten.

Ist die Seite dann veröffentlicht, ändern sich die Buttons. Jetzt haben Sie nur noch die Knöpfe „Vorschau der Änderungen“ und „Aktualisieren“. Über Letzteren werden die Änderungen für die Besucher der Seite sichtbar gemacht und gleichzeitig die Seite gespeichert.

wordpress_Seite_bearbeiten

Zusatzfunktionen für den Beitragseditor

Der Menüpunkt „Beiträge“ ist ganz ähnlich aufgebaut. Im Editor gibt es aber rechts unten, neben dem Texteingabefeld, zusätzliche Möglichkeiten der Sortierung: Schlagwörter und Kategorien. Damit können Sie ihre Blogbeiträge genauer sortieren und der Leser findet einfacher seine relevanten Artikel. Hier wird jetzt der „Weiterlesen-Tag“ aus der Menüleiste über dem Textfeld relevant. Sie finden ihn in der ersten Zeile fast ganz rechts – genau vor der Umschalttaste für die zweite Menüleiste. Mit diesem Knopf legen Sie fest, welcher Teil des Textes in der Blog-Übersichtsseite und welcher Teil erst, nachdem der User auf „Weiterlesen“ geklickt hat, angezeigt wird. Den Effekt sehen Sie natürlich nur auf der Blog-Übersichtsseite. Also auf der Startseite oder auf der Seite „Blog“ – je nach Konfiguration. Wenn Sie schon im Artikel sind, hat es ja auch keinen Sinn. Am einfachsten machen Sie einen Absatz, setzten den Cursor dort hin und klicken den Knopf an. Fertig.

Umschaltung zur Webseite (= Frontend)

Wenn Ihre Seite langsam wächst, können Sie das Ergebnis aus Sicht des späteren Benutzers einmal ausprobieren, indem Sie auf das Frontend umschalten. Dazu haben Sie oben links ein Symbol in Form eines Hauses. Ein Klick befördert Sie auf die Startseite Ihrer Webseite. Dabei müssen Sie sich den oberen schwarzen Balken wegdenken – der ist nur für Sie sichtbar. Ein Klick an dieselbe Stelle – jetzt ist hier ein kleiner Tacho – bringt Sie wieder zurück in das Backend (= die Verwaltungsebene). Das Aufklappende können Sie dabei getrost ignorieren.

Günther A. Biebl

Foto: Sandra Birkner Photography

Über den Autor

Günther A. Biebl ist mit über 15 Jahren Branchenerfahrung ein echter Spezialist für die Übersetzungarbeit zwischen intelligenten Webtools und ihrer einfachen Anwendung. Er macht seine Kunden fit für die selbständige Erstellung, Verwaltung und Optimierung individueller WordPress-Webseiten.

Mehr zu Beratung und Seminarangeboten: https://collaborato.de.

Menü anlegen

Wenn Sie jetzt festgestellt haben, dass das Menü noch nicht dem entspricht, das sie haben wollen, gehen Sie wie folgt vor:

• Stellen Sie sicher, dass die Seiten, die das Menü bilden sollen, veröffentlicht sind. Sonst gehen Sie zum Editor der Seite und klicken Sie auf „Veröffentlichen“. Klicken Sie dazu auf den Menüpunkt „Seiten“: Steht hier noch an den relevanten Dokumenten „Entwurf“? Falls ja, veröffentlichen Sie wie oben beschrieben.

• Navigieren Sie zum Menü „Design“ / „Menüs“. Dort erstellen Sie ein neues Menü, falls noch nicht vorhanden: das Feld bei „Name des Menüs“ ausfüllen und „Menü erstellen“ klicken.

• Jetzt machen Sie Häkchen auf der linken Seite und wählen Sie diejenigen Seiten aus, die im Menü erscheinen sollen. Fehlt eine Seite, gibt es den Punkt „Alle anzeigen“ oder „Suchen“ direkt darüber. Danach bitte unter der Auswahlbox „Zum Menü hinzufügen“ klicken.

• Jetzt sortieren Sie auf der rechten Seite die neu erschienenen Menüpunkte. Wenn Sie einen Menüpunkt nach rechts ziehen, wird er eingerückt und ist fortan ein Untermenüpunkt. Weitere Optionen sowie Löschen des Menüpunktes erreichen Sie über den Dreieck-Pfeil auf der rechten Seite des jeweiligen Menüpunktes. Jetzt zwischenspeichern über den „Menü speichern“-Knopf.

• Zum Schluss muss das Theme noch erfahren, was es mit dem Menü anfangen soll. Dazu blendet das jeweilige Theme auf dieser Seite unterhalb des eben erstellten Menüs in den „Menü-Einstellungen“ die „Position im Theme“ ein. Wählen Sie hier den Punkt, der nach Hauptmenü klingt. Bitte nur je ein Menü mit einer Menüposition belegen. Wenn Sie das Theme später noch mal wechseln, kann es gut sein, dass Sie diesen letzten Punkt wiederholen müssen. Jetzt sollten Sie wieder speichern – fertig.

Widgets

Hier handelt es sich um kleine Module, für die das Template verschiedene Darstellungsbereiche vorgesehen hat. Klassisch sind hier die rechte Seitenleiste (= Sidebar) oder der Fußbereich (= Footer). Es gibt eine Reihe von fest vorgegebenen Widgets und andere können als Plugin nachgerüstet werden. Die Klassiker sind die Suchfunktion, ein Bereich über die letzten Artikel, letzte Kommentare, zusätzliches Menü als Verlinkung, ein Bild oder einen HTML-Code für eine Newsletter-Anmeldung von einem separaten Dienstleister.

Den Bereich erreichen Sie über den Menüpunkt „Design“ / „Widgets“. Links sehen Sie die vorhandenen, möglichen Widgets und rechts die vom Template vorgegebenen Widget-Bereiche. Sollte sich in der Seitenleiste noch das Widget „Meta“ befinden, können Sie dieses jetzt löschen. Das dient dem WordPress-Neuling zur Orientierung und hat keine Bedeutung für die späteren Besucher. An die Löschfunktion kommen Sie, wenn Sie bei dem Widget den Dreieckspfeil auf der rechten Seite anklicken. Dort finden Sie auch zusätzliche Einstellmöglichkeiten.

Plugins

Plugins sind Funktionserweiterungen. Also etwas, das Ihnen noch am WordPress und dem aktuellen Theme fehlt, kann hier nachgerüstet werden. Es gibt hier tausende von Erweiterungen, alle von verschiedenen Autoren geschrieben. Je mehr Plugins, desto langsamer wird allerdings die Seite und desto mehr Updates müssen gemacht werden. Mehr zum Update im letzten Abschnitt.

Plugins werden wieder in zwei Stufen im System integriert. Über „Plugins“ / „Installierte Plugins“ finden Sie die bereits vorhandenen Erweiterungen. Daran, ob ein blauer Balken vorangestellt ist oder nicht, erkennen Sie, ob das Plugin aktiviert ist oder nur installiert, aber nicht aktiv. Nur die Funktionen von aktivierten Plugins können Sie nutzen.

Über den Button oben kommen Sie auf die Seite „Plugins hinzufügen“. Jetzt können Sie nach neuen Plugins suchen, diese installieren und aktivieren. Achten Sie dabei auf die Bewertungen unter der Beschreibung. Ein 2 Jahre altes Plugin sollten Sie nicht mehr verwenden und ein Plugin, das schlecht bewertet ist, auch nicht.

wordpress_Plugins

Folgende Plugins sind vielleicht interessant für Sie:

  • BackWPup von Inpsyde GmbH: Sicherheitskopie Ihrer Seite anlegen
  • Shariff Wrapper: Social Media Sharing-Buttons mit Datenschutz
  • Yoast SEO: Unterstützt Sie bei der SEO-Optimierung Ihrer Seite

 

Updates

Die WordPress Community ist sehr aktiv. Der Vorteil ist, dass auf Veränderung oder erkannte Sicherheitslücken schnell reagiert wird. Das führt auch schon zum Nachteil: Es gibt reichlich Updates von WordPress selbst, den installierten Themes und Plugins. Selbst nicht aktive Plugins und Themes werden aktualisiert. Es macht also Sinn, diese zu löschen, sollten sie wirklich nicht mehr benötigt werden.

Die Updates erreichen Sie über „Dashboard“ / „Aktualisierungen“. Hier finden Sie schon eine Zahl in einem roten Kreis, sollte hier etwas zu tun sein.

Es gibt vier Gruppen von Aktualisierungen: WordPress selbst, Plugins, Themes und Übersetzungen. Das Vorgehen ist recht trivial: Haken setzen und z.B. „Plugins aktualisieren“ drücken. Meine Empfehlung: Die Aktualisierungen regelmäßig machen, spätestens alle 2-3 Monate. Im Idealfall haben Sie vorher ein Backup gemacht – oder wissen zumindest, dass Ihr Webhoster das für Sie gemacht hat. Danach können Sie die Updates durchführen. Sind es sehr viele, hat es sich bewährt, nicht alles auf einmal, sondern besser in Etappen upzudaten. Der Vorteil ist: Im Fehlerfall wissen Sie noch, welche Module der Auslöser für den Fehler waren.

Trotz der letzten Worte erweist sich WordPress in der Praxis als sehr ausgereift und recht stabil. Das erlaubt ein „Learning by doing“ – einfach mal ausprobieren. Sollten Sie mal nicht weiterkommen, gibt es viele Experten und Seminare, die Ihnen gerne weiterhelfen. Wenn Sie in der Lage sind, eine ansprechende Seite selbst zu verwalten, gibt Ihnen das eine große Flexibilität für Ihren Webauftritt und spart gerade in der Anfangszeit auch Kosten. Wenn Sie mal nicht wollen, dass die ganze Welt zusehen kann, wie Sie experimentieren, dann verwenden Sie z.B. das Plugin Maintenance Mode von Lukas Juhas – das sperrt unliebsame Besucher einfach aus – und zeigt Ihnen stattdessen eine Hinweisseite, die Sie selbst konfigurieren können.