Erfolgreich bewerben im Öffentlichen Dienst

Wer sich für eine Stelle im öffentlichen Dienst entscheidet, der sucht in der Regel ein langfristiges und sicheres Beschäftigungsverhältnis. Die in der Privatwirtschaft gelebte und häufig auch geforderte Wechselbereitschaft gibt es hier kaum. „Es ist eher selten, dass Mitarbeiter gehen, um an einem anderen Ort eine neue Stelle anzunehmen“, bestätigt Dr. Detlef Kron, Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart. Eine Fluktuation ergebe sich hauptsächlich durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter.

Ein weiterer Unterschied zu Architektur- und Ingenieurbüros oder Bauunternehmen liegt darin, dass es im öffentlichen Dienst wenig sinnvoll ist, Initiativbewerbungen zu verschicken. Der Verwaltungsaufwand, der benötigt werde, um sie zu sammeln, habe sich als viel zu hoch erwiesen, erläutert Heinz-Georg Leuer, Stadtbaurat bei der Stadt Braunschweig, zum Zeitpunkt des TALIS-Gesprächs noch Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr. Unaufgefordert eingehende Bewerbungen würden daher postwendend zurückgeschickt. Es sei also angebracht, sich nur auf konkrete Stellenangebote zu bewerben.

"Ein deutliches Interesse an der Aufgabe und eine denkbare Identifikation mit dem zukünftigen Arbeitgeber sollte deutlich spürbar sein." Ulrike Willms, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau der Stadt Köln

„Ein deutliches Interesse an der Aufgabe und eine denkbare Identifikation mit dem zukünftigen Arbeitgeber sollte deutlich spürbar sein.“
Ulrike Willms, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau der Stadt Köln

Im Fachbereich Tiefbau und Verkehr sind insgesamt rund 130 Mitarbeiter angestellt, 40 von ihnen in den Bereichen Verkehrs­planung und Verkehrsmanagement sowie Entwurf und Bau. Eine Hauptaufgabe der Abteilung Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement ist es, generelle Lösungen zum Verkehr der Zukunft zu gestalten. „Dabei geht es nicht darum, neue Flächen zu schaffen, sondern Bestandsflächen optimal zu nutzen“, beschreibt Leuer. In der Abteilung Entwurf und Bau entstehen die Ausführungspläne, werden in Zusammenarbeit mit der Vergabestelle die Maßnahmen ausgeschrieben und sind Brückenbau sowie konstruktiver Ingenieurbau angesiedelt. Die Mitarbeiter sind auch zuständig für Bauüberwachung und Baumanagement.

Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe, nennt Zahlen und Fakten, die veranschaulichen, wie umfassend und vielschichtig der Berufsalltag ist. 140 Mitarbeiter, davon 125 Vollzeitkräfte, sind zuständig für 690 kommunale und 100 angemietete Gebäude; daneben gibt es weitere angemietete Immobilien. Der Zuständigkeitsbereich umfasst Errichtung, Bauunterhaltung, Reinigung, Versorgung, Bewirtschaftung und das Flächenmanagement. „Wir sind für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zuständig“, erläutert Sick. 25 Architekten sind hier für die Leitung und Steuerung aller Maßnahmen verantwortlich.

Stellenausschreibungen werden hauptsächlich in der lokalen und überregionalen Presse, den gängigen Onlinebörsen, Fachzeitschriften und natürlich den Portalen der jeweiligen Stadt veröffentlicht. In den Ausschreibungen der Stadt Braunschweig heißt es: „Die Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden in schriftlicher Form (keine E-Mail) erbeten.“ Dr. Michael Schlemmer, Abteilungsleiter Personalmanagement im Amt für Management und Controlling der Stadt Rostock, benennt den Vorteil dieser Variante: „Da am Auswahlverfahren mehrere Mitarbeiter beteiligt sind, können die Unterlagen problemlos gesichtet werden.“ Daraus aber zu schließen, dass im öffentlichen Dienst generell die Bewerbungsmappe erwartet würde, wäre falsch. Die verschiedenen Präferenzen zeigt das Beispiel der Stadt Köln: Während Ulrike Willms, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau, es für unerheblich hält, „ob die Bewerbung online oder in der klassischen Variante gestellt wird“, sagt ihr Kollege Herbert Thelen vom Bauaufsichtsamt: „Die Bewerbung online per Mail (mit PDF-Anlagen) ist zwar zulässig, wird aber von uns nicht bevorzugt.“ Als Gründe nennt er, dass noch keine digitale Sachbearbeitung erfolgt und daher Unterlagen in erheblichem Umfang auszudrucken sind. „Zudem hat das Bauaufsichtsamt die Erfahrung gemacht, dass die Bewerbungen in der klassischen Bewerbungsmappe oft eine höhere Qualität haben als Mail/PDF-Bewerbungen.“ Es gilt also, in der Ausschreibung nachzulesen, welche Variante gewünscht ist.

Anforderungen aufmerksam lesen

"Wenn jemand nur ein Jahr im Büro xy gearbeitet hat und uns einen Bebauungsplan, eine Rahmenplanung und einen gewonnenen Wettbewerb präsentiert, dann wissen wir, dass dies nur als Teamleistung möglich war. “ Dr. Detlef Kron, Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart

„Wenn jemand nur ein Jahr im Büro xy gearbeitet hat und uns einen Bebauungsplan, eine Rahmenplanung und einen gewonnenen Wettbewerb präsentiert, dann wissen wir, dass dies nur als Teamleistung möglich war. “
Dr. Detlef Kron, Leiter des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung der Stadt Stuttgart

An das Anschreiben hat Britta Wisch vom Sachgebiet Personal und Organisation der Stadt Braunschweig klare Ansprüche: „Es muss fehlerfrei sein und ich möchte einen Satz lesen wie ,Ich will bei der Stadt Braunschweig arbeiten, weil …‘“ Wer mit pauschalen Formulierungen komme, der erwecke nicht den Eindruck, sich mit dem Unternehmen befasst zu haben. „Wer sich bei uns bewirbt, der sollte wissen, wie wir organisiert sind und dass die Kommunalpolitik Einfluss auf unsere Arbeit hat“, sagt die Personalerin. Die Mappe muss zudem den Lebenslauf, Zeugniskopien und ein Lichtbild enthalten. Was die Art der Anrede oder die Gestaltung der Bewerbungsmappe angeht, empfiehlt sie Bewerbern, immer im Auge zu behalten, wo man sich bewirbt. Während eine künstlerisch gestaltete Bewerbung im Kulturbereich sicher gut ankomme, sei im Fachbereich Tiefbau und Verkehr eher „Kreativität in begrenztem Umfang“ angebracht.

Auch Anne Sick wünscht, dass Stellenangebote aufmerksam gelesenund Bewerbungen nicht nach dem Gießkannenprinzip verschickt werden: „Wenn wir einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für die Bauunterhaltung suchen, dann muss er bzw. sie eine Affinität zum Handwerklichen und Praktischen haben. Wer lieber im stillen Kämmerlein Entwürfe zeichnet, als draußen zu sein, sollte sich auf eine solche Stelle nicht bewerben.“ Von einem Anschreiben erwartet sie, dass es „plausibel und knapp formuliert“ ist. Auch Dr. Michael Schlemmer schätzt es nicht, wenn Bewerber vom Hundertsten ins Tausendste kommen: „Das Bewerbungsschreiben sollte nicht länger als eine Seite und nicht mit Angaben aus dem Lebenslauf ,überfrachtet‘ sein. Wichtig ist, dass die Motivation des Bewerbers und seine Überzeugung von der Eignung für die Stelle glaubhaft zum Ausdruck kommen.“

„In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt. “ Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe

„In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt. “
Anne Sick, Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe

Wie viele Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, hängt in erster Linie von der Anzahl der Bewerbungen ab. Um einen guten Vergleich zu haben, sind es laut der TALIS-Gesprächspartner zwischen fünf und zehn. „Wir bemühen uns, es an einem Tag zu schaffen, denn wir müssen ja einige Leute für die Vorstellungsrunde freihalten“, erläutert Dr. Detlef Kron. Bei Bewerbungsgesprächen im öffentlichen Dienst sitzen dem Bewerber im Normalfall der zuständige Abteilungsleiter sowie Vertreter der Personalabteilung, des Personalrats, teils auch die Gleichstellungsbeauftragte und ein Schwerbehindertenvertreter gegenüber. Haben sich auch interne Mitarbeiter auf die vakante Stelle beworben, werden sie generell gehört. Externe Bewerber werden dadurch aber nicht ausgeschlossen.

Das fachliche Wissen wird durch praktische Fallbeispiele, etwa eine Straßenbaumaßnahme, abgefragt. „Wir geben dem Bewerber Unterlagen und nach einer Vorbereitung beschreibt er, wie er vorgehen und das Projekt bearbeiten würde“, erklärt Britta Wisch. Anhand dieser Beschreibungen sei auch abzulesen, ob der Kandidat ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer ist. Anne Sick berichtet, dass die Aufgabenstellung manchmal bereits eine Woche vorher ausgegeben wird, um eine Vorbereitung zu ermöglichen. „Uns interessiert, was die Leute wissen, nicht, was sie nicht wissen“, erläutert Sick. Vor allen Dingen wolle man niemanden in Verlegenheit bringen oder auflaufen lassen.

Nicht als Alleskönner auftreten

Dr. Detlef Kron rät Bewerbern davon ab, im Vorstellungsgespräch aufzuschneiden und sich als Alleskönner darzustellen: „Wenn jemand erzählt, dass er nur ein Jahr im Büro xy gearbeitet hat und uns dann einen Bebauungsplan, eine Rahmenplanung und einen gewonnenen Wettbewerb präsentiert, dann wissen wir als Kenner der Materie, dass dies nur als Teamleistung möglich war.“ Spätestens an dieser Stelle sei Ehrlichkeit gefragt, denn „wer trotz Nachfrage dabei bleibt, dass er das alles allein gemacht hat, der macht es uns schwer, überhaupt etwas zu glauben, was er sagt“.

„Niemand erwartet von Bauingenieuren, dass sie im Designer-Anzug daherkommen, Hemd und Jacket sollte ein Mann aber schon tragen. “ Heinz-Georg Leuer, Leiter des Fach­bereichs Tiefbau und Verkehr der Stadt Braunschweig

„Niemand erwartet von Bauingenieuren, dass sie im Designer-Anzug daherkommen, Hemd und Jacket sollte ein Mann aber schon tragen. “
Heinz-Georg Leuer, Leiter des Fach­bereichs Tiefbau und Verkehr der Stadt Braunschweig

Laut Anne Sick glauben einige Leute noch immer, dass es im Amt gemächlicher zuginge als anderswo oder dass die Arbeit im öffentlichen Dienst niederschwelliger sei. „Dem ist nicht so“, widerspricht sie vehement. Die Mitarbeiter würden gefordert und gefördert. „In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt.“ Ein weiterer Vorteil sei, „dass wir keine ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse haben“, so Sick. Reine Bauchentscheidungen für oder gegen einen Bewerber gibt es im öffentlichen Dienst nicht. Die verschiedenen Bereiche des Gesprächs werden bepunktet und so schließlich ein Ranking festgestellt. Das Verfahren wird dokumentiert, da die Möglichkeit einer Konkurrentenklage besteht. Meist sei bereits nach der ersten Gesprächsrunde entschieden, welcher Bewerber sich durchgesetzt habe, sagt Dr. Detlef Kron. Sollte das Gremium einen Kandidaten ausgewählt haben, der jedoch absagt, bedeute das nicht automatisch, dass der zweite nachrückt. In diesem Fall sei sowohl eine weitere kleine Vorstellungsrunde möglich als auch eine erneute Ausschreibung der Stelle.

Öffentlicher Dienst: Karlsruhe

Anne Sick, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe, erklärt, auf was Architekten und Bauingenieure bei der Bewerbung im öffentlichen Dienst achten sollten.

2015, wenn die Stadt Karlsruhe ihren 300. Geburtstag feiert und der städtische Zoo 150 Jahre alt wird, soll der Umbau des Tullabades abgeschlossen sein. Bis zur Schließung im Jahre 2008 zogen Schwimmer ihre Bahnen und auch nach der Wiedereröffnung werden sich dort die Badegäste tummeln – dann allerdings tierische. Seit dem vergangenen Jahr wird das direkt an den Zoo grenzende Schwimmbad zum Exotenhaus umgebaut. Den Bereich um das ehemalige kleine Schwimmbecken werden Krokodile, Piranhas sowie verschiedene Schildkrötenarten bevölkern. In die frühere große Schwimmhalle sollen Affen, Faultiere, Fledermäuse und zahlreiche Vogelarten einziehen. Abgerundet wird das Projekt mit einem Volumen von mehr als 18 Mio. Euro durch die „Zoo-Schule“, eine Amphibienstation sowie ein neues gastronomisches Angebot.

Anne Sick, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe. Foto: privat

Anne Sick, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe. Foto: privat

Ein weiteres Großprojekt, das 2015 in Baden-Württembergs drittgrößter Stadt den Betrieb aufnehmen soll, ist der Neubau der Feuerwehr-Leitstelle. Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz werden dann unter einem Dach versammelt sein. Die Notrufe der gesamten Region werden in dem Neubau ankommen, um die 730 000 Bürger der Stadt und des Landkreises im Notfall noch schneller versorgen zu können. 22 Mio. Euro wird die Baumaßnahme kosten, die für das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft eine große Herausforderung darstellt. „Es gibt bislang nur wenige Leitstellen und keine, die vergleichbar mit unserer ist. Da außerdem sehr viel Technik integriert ist, unterscheidet sich der Neubau deutlich von sonstigen Projekten wie Schulen oder Kindergärten“, berichtet Amtsleiterin Anne Sick. Nach dem Architekturstudium arbeitete sie als Projektarchitektin und Projektleiterin in einem hannoverschen Planungsbüro und bei der Niedersächsischen Landesentwicklungsanstalt. Die zweifache Mutter wollte sich weiter qualifizieren, absolvierte einen zweijährigen Verwaltungsausbildungsgang und legte das zweite Staatsexamen ab. Sie übernahm die stellvertretende Leitung des Kirchenbauamtes der evangelischen Landeskirche in Baden und zwei Jahre später dessen Leitung. Seit Ende 2008 leitet sie das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe.

140 Mitarbeiter, davon 125 Vollzeitkräfte, sind zuständig für 690 kommunale und 100 angemietete Gebäude, daneben gibt es weitere angemietete Immobilien. Der Zuständigkeitsbereich umfasst Errichtung, Bauunterhaltung, Reinigung, Versorgung, Bewirtschaftung und das Flächenmanagement. Wenn Dienststellen Platz benötigen, suchen die Mitarbeiter des Amtes Alternativen bezüglich Anmietung, Umorganisation oder Neuerrichtung von Flächen. „Wir sind für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zuständig“, erläutert die Leiterin. Der Etat des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft liegt bei über 80 Mio. Euro jährlich.

Chancen für Architekten im Praktikum

25 Architekten sind hier tätig. Sie sind zuständig für Leitung und Steuerung aller Maßnahmen, eine Eigenplanung findet seit einigen Jahren nicht mehr statt. Die Fluktuation ist gering, ein Ausscheiden erfolgt in der Regel aus Altersgründen. 2012 aber wurden gleich drei Architekten eingestellt. „Wir können natürlich keine zusätzlichen Stellen schaffen, aber wenn wir beispielsweise für eine andere städtische Gesellschaft eine Maßnahme übernehmen, können wir aufgrund des Aufgabenzuwachses befristet jemanden einstellen“, erklärt Anne Sick. Gerne beschäftigt sie in derartigen Fällen Architekten im Praktikum, sie würden frischen Wind und viele gute Ideen mitbringen.

Amt für Hochbau und Gebäu­de­wir­t­­schaft der Stadt Karlsruhe

Rund 140 Mitarbeiter sorgen in der nordbadischen Stadt mit knapp 300 000 Einwohnern für interne Dienstleistungen wie die Bereitstellung und Unter­hal­tung von Flächen, Räumen und Gebäuden. Zu den mehr als 690 eigenen und ca. 100 angemieteten Objekten gehören Schulen, Kindergärten, Sport­stät­ten, Mehrzweckhallen und Verwaltungsgebäude. Die Tätigkeiten umfassen Umbau, Sanierung, Erweiterung sowie Neubau. Der Etat liegt jährlich bei über 80 Mio. Euro.

Zwei aktuelle Großprojekte sind der Umbau des ehemaligen Schwimmbades Tullabad zum Exotenhaus des Zoo Karlsruhe mit einem Volumen von mehr als 18 Mio. Euro sowie der Neubau der Feuerwehr-Leitstelle mit einem Bauvolumen von 22 Mio. Euro. Beide Projekte sollen 2015, zum 300. Stadtgeburtstag, abgeschlossen sein.

www.karlsruhe.de

Architekten, Bautechniker oder Ingenieure werden über die örtliche Presse, die Bauwelt, den Staatsanzeiger, die gängigen Internetportale oder auch überregionale Tageszeitungen wie die FAZ gesucht, je nachdem, wie hochkarätig die ausgeschriebene Stelle ist. Fachingenieure sind derzeit nicht leicht zu finden; anders sieht es bei den Architekten aus. Hier gehen auf eine Annonce zwischen 50 und 100 Bewerbungen ein – auch für Teilzeitstellen.

Bei den Architekten bevorzugt Anne Sick die klassische Bewerbungsmappe. Sie gebe einen Eindruck von der Handschrift des Bewerbers und transportiere mehr als reine Sachinformation. Die Art der Gestaltung lasse erkennen, wie viel Mühe sich jemand mit seiner Bewerbung gegeben habe. Dies sei zwar nur ein Puzzlestück, aber derartige Dinge gingen durchaus in die Gesamtbewertung ein.

Die Amtsleiterin empfiehlt, die Stellenanzeigen genau zu lesen und sich nicht nach dem Gießkannenprinzip zu bewerben: „Wenn wir einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin für die Bauunterhaltung suchen, dann muss er bzw. sie eine Affinität zum Handwerklichen und Praktischen haben; wer lieber im stillen Kämmerlein Entwürfe zeichnet als draußen zu sein, sollte sich auf eine solche Stelle nicht bewerben.“ Von einem Anschreiben erwartet sie, dass es „plausibel und knapp formuliert“ ist. Leider stießen viele damit bereits an ihre Grenzen, oft seien Teile des Lebenslaufes in das Anschreiben integriert oder die Bewerber kämen vom Hundertsten ins Tausendste. Wer über langjährige Berufserfahrung verfüge, müsse natürlich nicht jedes kleine Praktikum dokumentieren. Anders sehe das bei Berufsanfängern aus, denn es sei interessant zu sehen, ob ein Bewerber sein Grundprogramm absolviert oder sich in Fortbildungen oder Praktika Nischen gewidmet oder bereits ein wenig spezialisiert hat.

Gute Mitarbeiter sind unser Kapital

Die Personalauswahl liegt der Amtsleiterin besonders am Herzen: „Unser Kapital sind unsere Gebäude und unsere Mitarbeiter. Das einzige Schräubchen, mit dem wir Qualität beeinflussen können, sind gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.“ Sie möchte nur die Besten einstellen und nennt das Abschlusszeugnis als wichtigen Gradmesser: „Wenn von 50 Bewerbern 20 einen überdurchschnittlichen Abschluss haben und wir nur fünf einladen wollen, dann sehen wir uns die weniger Guten in der Regel gar nicht mehr an.“ Bei den Zensuren gelte es allerdings zu differenzieren, denn die Beurteilungen der Hochschulen seien unterschiedlich. Sie achtet genau darauf, woher die Absolventen kommen, denn eine Zwei an Hochschule A könne gleichbedeutend mit einer Eins an Hochschule B sein.

Skizze des Neubaus der Hauptfeuerwache und Leitstelle. Abb.: Harder Stumpfl Architekten

Skizze des Neubaus der Hauptfeuerwache und Leitstelle. Abb.: Harder Stumpfl Architekten

Den Bachelor-Abschluss empfindet sie als nicht ausreichend: „Wer im Bereich Entwurf etwas vorweisen will, der benötigt eine gewisse Reife. In der kurzen Zeit dieses verschulten Studiums kann diese Reife gar nicht erreicht werden.“ Allerdings habe sich bislang noch kein Bachelor beworben, sie kann sich nur an Absolventen mit Diplom- oder Masterabschluss erinnern.

Im Normalfall werden fünf bis acht Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Bei Berufsanfängern findet ein fachliches Interview statt. Der Bewerber erhält Gelegenheit, anhand einer eigenen Arbeit sich und seine Einstellung zu präsentieren. Manchmal wird die Aufgabenstellung bereits eine Woche vorher ausgegeben, damit eine Vorbereitung möglich ist. „Uns interessiert, was die Leute wissen, nicht, was sie nicht wissen“, erläutert Sick. Vor allen Dingen wolle man niemanden in Verlegenheit bringen oder auflaufen lassen. „Es geht darum, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Bewerber frei fühlen und keine Blockade entsteht, so dass keine Kommunikation mehr möglich ist.“ Das ist sehr wichtig, denn bei einem Vorstellungsgespräch im öffentlichen Dienst können dem Bewerber durchaus acht bis zehn Personen gegenüber sitzen – Abteilungsleiter, Vertreter des Personalbereichs und des Personalrats, Schwerbehinderten- oder Gleichstellungsbeauftragte. Die verschiedenen Bereiche des Gesprächs werden bepunktet und so schließlich ein Ranking festgestellt. Das Verfahren wird dokumentiert, da die Möglichkeit einer Konkurrentenklage besteht. Sick selbst ist in dieser Runde in der Regel nicht dabei, mit den letzten zwei oder drei Bewerbern führt sie ein Abschlussgespräch.

Authentisch und ehrlich auftreten

Sie rät den Kandidaten dazu, in der Vorstellungsrunde so aufzutreten, wie sie wirklich sind. Wer sage, dass er auf eine bestimmte Frage momentan keine Antwort habe, wirke viel ehrlicher als jemand, der sich als Alleskönner darstelle. Sick interessiert sich durchaus für Freizeitaktivitäten des Bewerbers. „Es geht nicht darum, dass jemand, der ehrenamtlich tätig ist, bessere Chancen hat, aber derartige Dinge zeigen, wie kommunikativ oder interessiert jemand ist und runden das Bild ab.“ Auch hier ist, Ehrlichkeit gefragt. Wer flunkert, muss damit rechnen, erwischt zu werden: „Wer erzählt, dass er gern liest, der sollte zumindest den Titel des Buches nennen können, das er zuletzt gelesen hat“, berichtet Sick.

Auf eine Frage sollte jeder Bewerber vorbereitet sein, nämlich, warum er sich gerade auf die Stelle beim Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft und damit im öffentlichen Dienst bewirbt. „Ich erwarte, dass Bewerber zu dieser gesellschaftlichen Komponente eine Haltung haben.“ Zudem glaubten einige Leute noch immer, dass es im Amt gemächlicher zuginge als anderswo oder dass die Arbeit im öffentlichen Dienst niederschwelliger sei. „Dem ist nicht so“, widerspricht die Amtsleiterin vehement. Die Mitarbeiter würden gefordert und gefördert. „In vielen Architekturbüros machen AIP-ler immer die gleichen Tätigkeiten, bei uns durchlaufen sie die gesamte Bandbreite. Wenn möglich, geben wir ihnen sogar ein kleines, eigenverantwortliches Projekt.“ Ein weiterer Vorteil sei, „dass wir keine ausbeuterischen Arbeitsverhältnisse haben“, so Sick.

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Das Tullabad wird zum Exotenhaus des Karlsruher Zoos umgebaut.

Die AIP-Stellen werden in der Regel nicht verlängert. „Es ist nicht gut, wenn die jungen Architekten zu früh auf bestimmte Arbeitsweisen hin sozialisiert werden und beginnen, Dinge zu wiederholen, statt sie zu hinterfragen“, sagt die Amtsleiterin. Nach zwei Jahren sollten sie weiterziehen, um Persönlichkeit, Standing und auch Durchsetzungsvermögen auszubauen. Sick berichtet von einer sehr guten, jungen Architektin, die sie regelrecht zum Gehen aufgefordert habe. Sie hofft aber darauf, dass diese Architektin in ein paar Jahren wiederkommt und dann eine Abteilung im Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft übernimmt. ■

Öffentlicher Dienst: Stadt Halle

Wie müssen sie sein – die Traumkanidaten für eine Stelle im Öffentlichen Dienst? Uwe Stäglin,Beigeordneter für Planen und Bauen der Stadt Halle an der Saale und Jane Unger, Fachbereichsleiterin Organisation und Personalservice erzählen, was sie von Bewerbern erwarten.

1990, im Jahr der Wiedervereinigung, war Halle an der Saale mit 310 000 Einwohnern die bei Weitem größte Stadt Sachsen-Anhalts. In den folgenden 20 Jahren aber erfolgte aufgrund hoher Arbeitslosigkeit, starken Geburtsrückgangs, Suburbanisierung und mangelnder Infrastruktur eine massive Abwanderung. Bis Ende 2010 hatte die Stadt mehr als ein Viertel ihrer Bevölkerung verloren, mit 232 000 Einwohnern lag Halle nur noch knapp vor der Landeshauptstadt Magdeburg.
Zwei 2006 und 2007 veröffentlichte Prognosen der Bertelsmann-Stiftung und des Statistischen Landesamts besagen, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird und die Einwohnerzahl bis 2020 auf 200 000 bis 215 000 abnehmen wird. „Entgegen den Prognosen stellen wir aber fest, dass das Absinken der Einwohnerzahl ein wenig abgeflaut ist. Im Stadtteil Silberhöhe, in dem es die größten Bevölkerungsverluste gegeben hatte, hat sich die Situation stabilisiert, die Wohnzufriedenheit steigt“, erläutert Uwe Stäglin. Nach einem Studium der Stadt- und Regionalplanung war der gebürtige Berliner bei Stern, Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung, in Halle tätig, von 2002 bis Sommer 2011 war er stellvertretender Bürgermeister in Berlin-Steglitz-Zehlendorf und Leiter der Abteilung Bauen, Stadtplanung, Naturschutz. Im August 2011 ging Stäglin dann ein zweites Mal nach Halle, wo er nun Beigeordneter für Planen und Bauen ist.
Die große Herausforderung besteht fraglos darin, die Abwanderung zu stoppen. Daher hat der Rat der Stadt vor fünf Jahren das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) beschlossen. Ziel des Konzepts ist ein Umbau ganzer Stadtbereiche und eine Anpassung an veränderte Wohn- und Lebensbedürfnisse. So stehen etwa weitere Rückbaumaßnahmen in den Plattenbausiedlungen am Stadtrand an, um leerstehende Wohnungen vom Markt zu nehmen. Entstehende Flächen sollen zur Begrünung oder auch für bedarfsgerechten neuen Wohnraum genutzt werden. „Stadtplanung kann Rahmenbedingungen setzen, die Stadt so attraktiv zu gestalten, dass die Bewohner gehalten werden“, sagt Stäglin und nennt als Beispiel den Konversionsstandort Heide Süd. Für das ehemalige Kasernengelände wird derzeit ein Konzept für eine Einfamilienhausnutzung entwickelt, um Wohnen im Grünen auch innerhalb des Stadtgebiets anbieten zu können.

Fit für die Zukunft

Der Baudezernent nennt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die geplant oder bereits angeschoben sind, um die Stadt an der Saale fit für die Zukunft zu machen. Darunter der Bau der Umgehungsstraße Ost mit einem Volumen von fast 27 Millionen Euro oder das Stadtbahn-Programm, ein dreistufiges Verkehrsprojekt zum Umbau des Öffentlichen Nahverkehrs mit einem Volumen von 300 Millionen Euro. Mit dem Zentrum- und Einzelhandelskonzept sollen sowohl im Zentrum als auch in den Randbezirken zeitgemäße Handelskonzepte entstehen. Im halleschen Osten wird die Straßeninfrastruktur ertüchtigt, um die Attraktivität als Gewerbestandort zu steigern. Dies ist ein ganz wesentlicher Punkt, denn „wir müssen zwar die Wohnsituation verbessern, die Menschen aber halten wir dann, wenn es in Halle Arbeit für sie gibt“, weiß Stäglin.

Diese Plattenbausiedlung musste der Saaleklinik weichen (Bild s.o.) Fotos: Thomas Ziegler

Diese Plattenbausiedlung musste der Saaleklinik weichen (Bild s.o.) Fotos: Thomas Ziegler

In seinem ersten Jahr als Beigeordneter für Planen und Bauen hatte er aufgrund eines beanstandeten Haushalts wenig Handlungsspielraum. In Zeiten einer vorläufigen Haushaltswirtschaft dürfen nur vom Gesetzgeber vorgeschriebene Maßnahmen wie etwa die Verkehrssicherungspflicht oder die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes durchgeführt werden. Freiwillige Leistungen wie die Überarbeitung von Grünflächen liegen dann auf Eis und weiterführende Projekte können nur dann genehmigt werden, wenn die Förderquote bei 100 Prozent liegt oder der Eigenanteil der Kommune durch einen Dritten übernommen wird. Der Dezernatsleiter hofft nun darauf, dass es zu keiner weiteren Nullrunde kommt und die Erneuerung der Universitätsstadt unter dem neuen Leitthema „Halle – Stadt der Bildung und Wissenschaft“ zügig weitergeführt werden kann. Wer heute mit dem Zug nach Halle komme, der könne sich am Marktplatz oder am Riebeckplatz davon überzeugen, dass bereits vieles erreicht sei. Wer aber mit dem Auto ankomme, der erkenne an hohem Leerstand und maroder Bausubstanz, dass noch vieles zu tun sei. „Über Mangel an Arbeit werden wir uns in den nächsten Jahren sicherlich nicht beklagen können“, sagt Stäglin.
Welchen Stellenwert der Bausektor in der Stadt hat, verdeutlichen die Beschäftigungszahlen. Die Stadt Halle beschäftigt 2 628 Verwaltungsmitarbeiter, 488 von ihnen, also fast 20 Prozent, sind im Dezernat für Planen und Bauen tätig. Den Anteil von Architekten, Bauingenieuren und artverwandten Berufen beziffert Jane Unger auf 138. Die Fachbereichsleiterin Organisation und Personalservice ist seit zwölf Jahren in der Stadtverwaltung tätig, zunächst als Amtsleiterin im Büro der Oberbürgermeisterin, seit sieben Jahren trägt sie die Personalverantwortung.

Steigender Bedarf an Mitarbeitern

Acht externe Ausschreibungen hat es in den vergangenen zwei Jahren gegeben. Dieser Trend wird nach Einschätzung der Fachbereichsleiterin anhalten, zudem sieht sie bedingt durch einen anstehenden Generationswechsel steigenden Bedarf an neuen Mitarbeitern – trotz der schwierigen Haushaltslage. „Hinzu kommen befristete Einstellungen, zum Beispiel als Elternzeitvertretung“, so Unger.
Die Stadt Halle wendet sich über ihr Web-Portal sowie über alle gängigen Medien an Bewerber. Auf eine Stellenausschreibung gehen durchschnittlich 50 Bewerbungen ein. „Diese Zahl hat sich in den letzten Jahren nicht verändert, aber die Bewerbungen, die nach einer ersten Sichtung wirklich die Anforderungen erfüllen, sind leicht rückläufig“, sagt die Personalleiterin. Gern gesehen sind gute Onlinebewerbungen, die die wesentlichen Angaben enhalten. Wenn zusätzlich Arbeitsproben eingereicht würden, sei die CD gut geeignet. Selbstverständlich werde bei der Auswahl aber auch die klassische Bewerbungsmappe gleichwertig einbezogen. „Letztendlich ist nicht die Art der Bewerbung entscheidend, sondern wie sie aufgebaut und strukturiert ist“, erläutert Unger. Ihr gefallen Bewerbungen, denen sie ansieht, dass sich der Bewerber Mühe damit gegeben hat. Weniger gut kommen solche an, die den Eindruck einer Massensendung erwecken.
„Ein gutes Bewerbungsschreiben oder Motivationsschreiben, wie es heute auch heißt, ist gut gegliedert, stellt wesentliche Entwicklungen des Bewerbers dar und geht konkret auf die Arbeitsinhalte sowie Anforderungen der Ausschreibung ein. Es wird klar, wer der Bewerber ist, quasi ist es wie eine Visitenkarte“, beschreibt Unger. Der Bewerber solle aufzeigen, was ihn interessant macht und warum er den Job antreten will. „Es muss einfach Spaß machen, das Schreiben zu lesen, und neugierig machen auf den Rest der Bewerbungsmappe.“ Verzichtbar seien lange chronologische Aufzählungen oder Floskeln, die man in jedem Bewerbungsratgeber lesen kann. Wer diese Regeln beherzigt, steigert seine Chancen, in die engere Auswahl zu gelangen.
Die Anzahl der Bewerber, die eingeladen werden, schwankt zwischen fünf und 15. Teilnehmer des Vorstellungsgesprächs sind neben dem Bewerber der Personalrat, die Gleichstellungsbeauftragte, bei Schwerbehinderten ein Vertreter der Schwerbehindertenvertretung, das Personalamt, die Führungskräfte des Bereiches, in dem die Stelle vakant ist und die über die Auswahl entscheiden.
Vorstellungsgespräche werden in Form eines strukturierten Interviews geführt. Die konkreten Fragen orientieren sich an den Aufgaben beziehungsweise daran, ob es eine Führungsposition oder eine Spezialistenstelle ist, die besetzt werden soll. Bei gehobenen Positionen kann es auch Aufgaben geben, die mit oder auch ohne Vorbereitungszeit gelöst werden. Bei derartigen Ausschreibungen gibt es nach dem ersten Termin eine zweite Vorstellungsrunde mit den Favoriten. Hier werden vertiefende Fragen und Aufgaben gestellt, die sich immer auf die angestrebte Position beziehen.

Vorsprung durch Interesse

Dezernat Planen und Bauen der Stadt Halle

Halle an der Saale ist mit 232 000 Einwohnern die größte Stadt Sachsen-Anhalts. Als Reaktion auf einen massiven Bevölkerungsverlust innerhalb der vergangenen 20 Jahre befindet sich die Stadt im Prozess der Umgestaltung. Abgeschlossen sind Großprojekte wie der Umbau des Markt- oder des Riebeckplatzes, zu den laufenden und kommenden Projekten zählen der Rückbau von Plattenbausiedlungen, die Ertüchtigung der Verkehrswege und Schaffung neuer Gewerbeflächen. Zuständig für Stadtentwicklung und -planung, Vermessung, Geodaten, Tiefbau, Straßenverkehr und Grünflächen ist das Dezernat Planen und Bauen (Dezernat II)

www.halle.de

Bewerber sollten generell darauf eingestellt sein, dass konkrete Projekte besprochen werden. Gerade im Planungsbereich kommt es vor, dass Pläne vorgelegt und diskutiert oder mögliche Entwicklungen für die Stadt Halle thematisiert werden. Dabei könne sich ein Kandidat leicht einen Vorsprung verschaffen, denn „einen guten Eindruck machen Bewerber, die sich über das Internet oder andere zugängliche Quellen mit der Stadt beziehungsweise aktuellen Projekten befasst haben“, rät die Personalleiterin zu einer gründlichen Vorbereitung. In der Vorstellungsrunde hat der Bewerber nicht nur Gelegenheit, seine fachliche Kompetenz darzustellen, sondern kann sich auch als Teamspieler präsentieren. Gradmesser für die Teamfähigkeit ist der Eindruck, den der Kandidat in der Diskussion erweckt, und die Art seines Auftretens. „Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob jemand aufgeregt ist, sondern ob der Bewerber authentisch wirkt, selbst klare Vorstellungen hat, sich beschreiben kann und vor Antworten nachdenkt, gut zuhört“, fasst Unger zusammen.  Wer sich im Bewerbungsverfahren durchsetzt und Mitarbeiter der Stadt Halle wird, den erwartet die im Öffentlichen Dienst übliche Probezeit von sechs Monaten. Angestrebt werden langfristige Beschäftigungsverhältnisse mit Aufstiegsmöglichkeiten zum Team-, Ressort- oder Amtsleiter. ■